Unterwegs

Achtung, coincidence!

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Das Leben ist manchmal seltsam, voller Zufälle und Déjà-vus, die wieder und wieder die Fehler in der Matrix offenbaren. Wo man sich denkt, dass es doch eigentlich ein Zeichen sein muss, weil Zufälle dieser Art nur selten existieren.

Februar 2008. Wir kamen gerade vom Jägermeister-Konzert und mich beschäftigte die Frage, was wohl Paris Hilton von der VIP-Area bestehend aus einem Kühlschrank, einer Holzbank und rot-weiß-gestreiftem Absperrband, gehalten hätte. Außerdem hatte jedes Arschloch heutzutage einen Nightliner-Bus und der Nieselregen draußen verwandelte meine glatten Haare in Locken. In einem Hotelzimmer von geschätzt doppelter Größe meiner Wohnung fanden wir Unterschlupf für die Nacht, der Fernseher lief und vermittelte den Schotten wohl das grausamste Bild von deutscher Unterhaltungskultur.

Ganz vorne mit dabei der pseudowitzige Ex-Rock-am-Ring-Moderator Daniel Hartwich versus die Technofritzen von Scooter, die auf auf der Suche nach dem ultimativen Tabubruch übers Ficken redeten und im öffentlichen Fernsehn rauchten.

Mai 2008. Gestern war es wieder so weit, im weißen Zimmer des Kölner Ibis. Ich kam auf eine Vorabendvisite bei Jasmin und Mikey vorbei und wir hatten Cider, den die Schotten am Tag zuvor importiert hatten, guten deutschen Pommbären mit Ketchupgeschmack und Milka-Schokolade, während draußen das Pfingstfeuerwerk in vollem Gange war und sich in den Fenstern des Häuserblocks gegenüber spiegelte.

Im Hintergrund der Fernseher: BBC News, die Linkin Park Videographie auf MTV und center.tv mit romantischen Bildern aus Bonn, die abwechselnd Rentner beim Eisessen und die Fußgängerzone zeigten. Und dann tatsächlich: “Achtung, Hartwich!”. Zu Gast: Scooter. Unlustige Witze, Ficken, Rauchen. Wir mussten lachen. Diese Kombination von Menschen in einem Hotelzimmer und dieser beispiellosen Sendung im TV. Creepy. A funny coincidence? A sign? Fate?

So jung kommen wir jedenfalls nicht mehr zusammen.

Musik

Auf Kooks-Mission in Wuppertal

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Als Anna mich gestern anrief, um mich zu fragen, ob ich die Kooks interviewen wolle, hielt ich es zuerst für einen schlechten Scherz. Diese Band war mir stets suspekt gewesen, ich sah sie 2006 als Indie-Newcomer einen Gig nach dem anderen verkacken und irgendwann hatte ich keine Lust mehr. Wir tauften sie mehr oder weniger liebevoll The Cocks und ich ignorierte die Musik so gut es ging.

Aber nun suchten Schooljam jemanden, der Bandinterviews machte und kurzfristig Lust und Zeit hätte und so sagte ich spontan ja.

Wir fuhren also nach Wuppertal, wo ein exklusives Einslive Radiokonzert stattfinden sollte. Es war warm und sonnig, der Club war ein Theater mit Sitzreihen, die an ein Kino erinnerten und vor dem Eingang warteten bereits scharenweise junge, weibliche Fans.

Es gab Drinks for free vom Haus, wir bauten unser Equpiment auf der Tribühne auf und nahmen Platz mit Luke und Paul. Auf den ersten Blick zwei britische Jungs, die viel redeten, nuschelten und in erster Linie Musik, Party und Fußball im Kopf hatten. Allerdings waren sie gerade einmal Anfang zwanzig und bereits dicker im Musikgeschäft als manch anderer es jemals zu träumen gewagt hätte. Die Platte “Inside In, Inside Out” war ein Renner gewesen und auch der Nachfolger “Konk” wurde in der Musikpresse als Sommer-Hitalbum gelobt. Die Shows in Köln und Berlin waren bereits restlos ausverkauft.

Wir redeten also über das Leben auf Tour, die neue Platte, Rockstar-Pfarrer, Festivals auf Bauernhöfen und Fußballspiele gegen Kinder. Relaxed, in Kino-Ambiente und all meine Erwartungen übertreffend. Als die Jungs die brandneue, schwarze E-Gitarre signierten, die es bald zu gewinnen gibt, wusste ich: irgendwie sinds doch nur kleine, englische Jungs.

Das Interview sowie ein Video (ja, es wurde tatsächlich gefilmt) gibt es bald bei Schooljam.

Online

Getwittert

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Wie dem ein oder anderen vielleicht aufgefallen ist: In meiner superschicken Sidebar gibt es neben der Featured-Sektion (heiße Links und tolle Sachen) und der Gehört-Section (topaktuelle Alben aus meinen wöchentlichen Last.fm-Charts) nun auch meine Updates von Twitter. Getwittert halt.

Nicht, dass ich jetzt irgendwie doch auf den Microblogging-Bandwaggon aufpringe, das war eigentlich schon immer langweilig und doof. Niemanden interessiert es, was ich gerade esse oder wann ich zuletzt auf dem Klo war. Aber für ein bisschen Randomness und Updates aus meinem Leben ist solch ein kleines Tool gar nicht mal so schlecht.

Ihr könnt mir gerne “followen”, mir zuzwitschern oder andere coole Dinge tun.

Unterwegs

Auf Tour (2)

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© L. Chaplin

M. wohnte im Untergeschoss eines holländischen Altbauhauses, hatte gerade begonnen, IKEA-Holzparkett zu verlegen und seine Arbeit gern unterbrochen, um die neuen Gäste aus fernen Ländern auf der Terasse seines Vorgartens zu begrüßen. Die gastfreundliche Art habe er von seiner Mutter übernommen, sagte er.

Direkt neben einem Musikclub zu wohnen, war vielleicht doch keine so schlechte Idee. Die letzten MGMT-Fans mit Tüchern in den Haaren und Hippieketten waren abgezogen und vor der Tür bildete sich bereits eine lange Schlange lärmender Technofreunde, die auf den Einlass zur Party warteten. Ich seufzte, während in meinem Kopf der Beat von “Kids” tickte. Das Leben hier war locker. Ein jeder schwang sich auf sein Rad, um mal eben Freunde zu besuchen, um zur Arbeit zu fahren, Essen zu kaufen und die Drogen vom Dealer abzuholen. Den könne hier jeder anrufen, wenn er wollte, sagte M..

Es war dunkel und der Himmel war klar. Sternenklar sogar. “It’s been ages since I last saw the stars in the city.” meinte C. und klimperte auf der Gitarre. Sternenhimmel, Musik und Dosenbier in einem Garten mitten in der Stadt, das klang eher nach einem Film, als nach der Realität. Wir saßen zu acht um den kleinen Tisch, mit billigen Drinks von der Tankstelle und einer Tüte Bolognesechips, die eher gierig statt satt machten. Mit einer Ukulele und einer Gitarre, einem Songbook und einer wundervollen Sängerin.

Florence kann wunderschön singen, für mich hatte sie in diesem Moment die bezauberndste Stimme der Welt. Ich glaube, viele Leute bekommen eine Gänsehaut, wenn sie die Augen zumacht und einfach singt, als sei es das Normalste auf der Welt.

Es war mittlerweile Nacht. Der große Bus hatte sich schon auf den Weg nach Calais gemacht, wo morgens um fünf eine verschlafene Mannschaft zur Passkontrolle antreten musste. Der kleine Van parkte noch vor M.s Haus. Vielleicht wachte ich jeden Moment in meinem Bett auf und alles war weg. Die Veranda, die Wiese, die Musiker, der Sternenhimmel, die surreale Szenerie. Mein voller Kopf. Die warme Decke auf meinem Schoß.

Vielleicht auch nicht.

Wenn man sich wie in einem Film fühlt, erst dann scheint man richtig zu leben. Und wie immer bleiben mir nur die Dinge in meinem Kopf, ein paar Kritzeleien auf Papier und das schöne Gefühl, ein kleiner Teil von etwas ganz Großem zu sein.

Live

Ban the gin (2)

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Konzerte in Verbindung mit Clubnights haben im Allgemeinen den Vorteil, dass mehr Leute zur Party kommen. Gesetzt den Fall, die Clubnight ist bekannter als die Band selbst, hat es eher den umgekehrten Effekt und das Konzert ist erstaunlich gut besucht.

Im September letzten Jahres waren Adam, Emma und Louise bereits schon einmal hier. Nun ist es voller und heißer, die Konfettikanonen schleudern unaufhörlich bunte, flatternde Papierschnipsel auf die Bühne und ein entfernter Bekannter von Freunden entledigte sich betrunken auf der Bühne seines T-Shirts, bevor er sich einen Geldschein in den Mund steckte und ihn mit einem Schluck Bier herunterspült.

Der Sound ist intensiv und roh wie eh und je, die Basslines pulsieren laut und Adam und Louise singen und schreien entzückend schön. “… and he wears some coloured glasses to school, to school.”

Die drei haben sich echt gemacht, denke ich, und schreibe “Heya, much love from Germany.” in ihr Gästebuch.

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Kultur

Shake Some Action!

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Wie angekündigt, es wird langsam Zeit, mein neues Baby vorzustellen. Wir sind jung, wir sind abenteuerlustig und wir sind anders. Und irgendwo haben wir ja schon alle einmal eine Party geschmissen, wenn die Eltern sturmfrei hatten oder mal wieder der Schulabschluss gefeiert wurde.

Aber Schluss mit dem Amateurkram, es muss etwas Richtiges her. Mit Livemusik, guten DJs, einem tollen Club und all dem, was wir wo anders schmerzlich vermissen.

Es floss Blut und Schweiß, wir telefonierten uns die Finger wund und verfluchten schottische Flughäfen und Sponsoren. Wir bangten um Finanzen, zerbrachen uns den Kopf über Flyern und dachten uns die schönsten special Treats für unsere potentiellen Gäste. Und endlich ist es so weit!

SHAKE SOME ACTION! steht für Spaß, unglaublich gute Musik und frischen Wind im Nachtleben der schönsten Domstadt am Rhein. Durch die Nacht führt DJ -M-K-Y-, der sonst für Club NME in Glasgow, Edinburg und Dundee oder Ibiza Rocks auflegt. Unterstützt wird er vom Kölner Superconnected-DJ Mika und nicht minder spannend sind auch unsere Liveacts: BEAT!BEAT!BEAT! sind die Newcomer schlechthin und bringen mit ihrem elektronischen Garagerock jedes Publikum zum Tanzen. Und mit The Mania Agape konnten wir einen der interessantesten, neuen Electro-Artists für uns gewinnen. Es lohnt sich also!

SHAKE SOME ACTION!
22. Mai 2008, 21 Uhr, Blue Shell (Luxemburger Str. 32, Köln)
(Der 22. ist Fronleichnam und der 23. so gut wie überall ein freier Brückentag.)

Also, unterstützt uns, kommt vorbei, sagt es weiter! Verlinkt auf diesen Beitrag, sagt euren Kölner Freunden Bescheid, tragt euch bei Last.fm ein, trefft uns bei den nächsten kölner Konzerten und nehmt euch ein paar Flyer mit! Habt Spaß und… shake some action!

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