Tschuldigung, darf ich Sie mal was…

© bwPingu
Bewaffnet mit einer mehr oder weniger professionellen Reporterausrüstung rannten wir durch die Straßen, um Menschen nach ihren intimsten Details zu befragen. Oder einfach nur zu ihrer Meinung zu aktuellen Ereignissen (bei manchen schienen hier die Grenzen fließend zu sein). Uni. Radiopraxis. Eines Tages sollen wir schließlich alle einmal halbwegs anständige Reporter abgeben.
Beobachtet man diese Situationen genau, fallen einem schnell die Leute auf, die schon beim Anblick des Mikrofons dezent die Straßenseite wechseln. Die ganz plötzlich mit ihrem Handy beschäftigt sind und sich just in diesem Augenblick wie vom Blitz getroffen an einen wichtigen Termin erinnern, für den es sich lohnt, einen Schritt schneller zu gehen.
“‘tschuldigung, darf ich Sie mal was…” Kopfschütteln. Keine Zeit. Es regnet. Und überhaupt, da war ja noch ein Arzttermin. Und informiert ist man ja auch nicht unbedingt, denn als gestern die Tagesschau kam, war grad Stromausfall. Wobei, also damals in der DDR… oder dann, als der Onkel von der Cousine mütterlicherseits dann rübermachte… und apropos rüber, gestern im Supermarkt… und was die Merkel da wieder, nee nee…
Da haben wir es, in Wirklichkeit sind wir alle süchtig nach Ruhm, wir wollen ins Rampenlicht, jeder soll hören, was wir zu sagen haben. Alles andere ist nichts weiter als Bescheidenheit, denn wer will schon zugeben, dass er in Wirklichkeit viel spannender ist, als die Bedienung im Fastfoodrestaurant oder der Sitznachbar im Bus?
Trotz allem, ein Mikrofon bedeutet Gefahr - eine kurze Überlegung. Nein. Ich stell mich doch hier nicht zur Schau. Was sollen denn die Leute denken? Und die Journalisten von heute drehen einem doch das Wort im Mund herum. Und so lassen wir die armen Studenten an der Straßenecke stehen. “Wenn dich demnächst mal jemand fragt, bleibst du garantiert stehen!” dachte ich mir und machte mich auf den Weg zu den redefreudigen Nachtschwärmern.



Ich oute mich mal auch als Die-Straßenseite-Wechsler :) Den Grund kannst du in meinem Blog nachlesen *g*
Ich fühle mich ertappt. Bei sowas hab ich dann im “leider keine Zeit”… Ihr armen Studenten^^
@ wellenschlag & Laura: Aber ich bin mir sicher, wenn man einmal selber in der Position des Fragenden mit Kopfhörern und Mikro ist, dann denkt man in Zukunft anders und bleibt auchmal stehen. Wobei, wenn ich mich so angucke, ich würde wahrscheinlich trotzdem weitergehn… für so Umfragen hat man schließlich als Student keine Zeit.
Nuunja, ich lauf meistens auch immer weiter, weil die bei uns eben nichts als Papierkram, dämliche Gutscheine & sowas verteilen, der dann sowieso gleich in der nächsten Mülltonne landet (obwohl ich auch lieb sein kann und der Person was abnehme, kommt drauf an, wie es mir so geht).
Mikrophone laufen hier sowieso nicht rum :D
Ich kenne das Problem! Ging mir letztens genauso, als wir von der Uni aus nur eine Umfrage zum Thema Studiengebühren erstellen sollten. Die Leute denken irgendwie immer, Leute die Fragen stellen sind asozial, oder wollen Geld. Toll, das haben wir von Telemarketing!
Ich muss zuegeben, dass ich auch äußerst ungern interviewt werde. Wenn mich dann jemand im Radio sieht, oder sich rausstellt, dass ich mal wieder keinen Plan von nichts habe. Whooha…
Hab dich übrigens schon verlinkt :D
(Falls du meinen Namen noch brauchst: Stefan ;D)
@ Muffkuchen: Medientraining. Ich bin da eher eine Nutte der Medien. Selbstdarstellung ist toll! Viva la Diva! :D
Nee, ich geb zwar sonst überall meinen Senf dazu, aber wenn das dann in unserem örtlichen Kuhkaff-hör-sowieso-keiner-Radio ausgestrahlt würde - zu viel Öffentlichkeit XD
HAPPY BIRTHDAY TO YOU
FROM BRAZIL!
alles gute zum geburtstag :)
HAPPY BIRTHDAY ;D
Hoch soll sie leben, hoch soll sie leben 3 mal hoch! Hoch! Hoch! Hoch!
alles gute ^^