Unterwegs

Mein Tag: Regen und Polarweiß

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© Lewis Chaplin

Regen, schon den ganzen Tag. Und haufenweise Regenkunden. Sie suchen im Laden nur Unterschlupf und interessieren sich nicht im Geringsten für die Produkte. Genauso wie die Junkies, die sich regelmäßig Seife schnorren und nicht danach aussehen, als würden sie sie je benutzen.

“Tschuldigung, meine Hände sind was dreckig, ich habe gerade Kinderschokolade gegessen.” meint die Frau zu mir. Zugegeben, ihre tätowierten Hände sind in der Tat dreckig. Ich ziehe die Augenbrauen hoch und nicke freundlich. Kinderschokolade.

Als ich Feierabend habe, regnet es natürlich noch immer. Und ich habe wie immer keinen Schirm, schlängle mich an den Geschäften vorbei und quetsche mich unter die Markisen, um möglichst trocken den Bahnhof zu erreichen. Als ich in Köln ankomme, regnet es immer noch.

Meine Freundin arbeitet bei Bauhaus. Ich gehe sie kurz besuchen und halte sie ein wenig von der Kassiererarbeit ab, während sie mir den Unterschied zwischen “Arktikweiß” und “Polarweiß” erklärt. “Polarweiß” ist ein wenig teurer, weil es edler klingt.

“Also mich erinnert Arktikweiß immer an blau. So blauweiß. Und so würde ich meine Wände nicht streichen wollen. Dann lieber Polar.” meine ich und starre weiter auf meinen kleinen, selbstgezeichneten Stadtplan.

In zwanzig Minuten wartet am Pantaleonsberg der Markler auf mich, um mir die Wohnung vorzuführen. Zwei Zimmer. Super zentral. Und günstig. Leider aber nicht WG-tauglich, wie ich später feststelle,  aber ich bin dennoch zuversichtlich. Wenn nicht diese Wohnung, dann eine andere - dann werde ich mir Polarweiß kaufen und umziehen.

Vor dem Luxor steht der große Nightliner der Charlatans. Ich überlege kurz, ob ich dafür vierundzwanzig Euro ausgeben will und entscheide mich dagegen. Und für einen Abend zu Hause mit TV-Trash, dicken Socken und Spaghetti. Morgen hab’ ich frei.

3 Kommentare zu “Mein Tag: Regen und Polarweiß”

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