Mein Leben, die Soap
Während ich tagsüber mit meiner wunderschönen, neuen Sonnenbrille und endlich mal mit einer dünnen Jacke durch das sonnige Bonn laufe, fühle ich mich wie in einer schlechten Daily-Soap, vielleicht GZSZ (ohne Inzest und Koks), oder einfach nur wie in einem normalen Leben, das ja gemeinhin als Vorlage für Soaps dient.
Zu human-vertretbaren Zeiten aufstehen, zu kulturellen Veranstaltungen gehen (”100 Jahre Pädagogikunterricht in Deutschland”), sich mit der eigenen Mutter (!) in einem Eiscafé treffen (!) und sich einfach nur unterhalten (!), natürlich auch über alte Bekannte, alte Zeiten und den neusten Tratsch und Klatsch (!) aus der ehemaligen Heimatstadt (!). Dann in der warmen Abendluft in die Stadt fahren, im Zug nach Köln sitzen, Bier aus Dosen trinken und Musik hören. Das ist fast schon cooler als GZSZ.
Wir holten uns Nudeln beim Asia-Imbiss im Hauptbahnhof, genauer gesagt holte ich mir aus Geldmangel keine und ließ mich mit Stäbchen füttern, während wir im immer noch warmen Abendwind vor dem Dom standen, der nachts erleuchtet und fast schon ein wenig romantisch ist. Zugegeben, mit einer Freundin am romantischen Rhein spazieren zu gehen und über Männer zu reden, hat vielleicht doch wieder etwas von einer schlechten Soap.
Aber der Rhein ist im Dunkeln wunderschön und auch wenn man die lärmenden Betrunkenen nicht ignoriert, ist es beinahe romantisch. Vielleicht werde ich hier nochmal spazieren gehen, sollte ich eines Tages meinen Märchenprinzen finden. Oder einfach einen verkappten Rockstar mit kaputten Klamotten und Drogenproblem, um wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen.
Unser Weg führte uns in die Gassen des Kulturschocks, in denen manche Menschen vielleicht ihr komplettes Partyleben zubringen. Ballermann-Clubs, Kneipen mit schrecklicher Tanzmusik und an jeder Ecke eine Jungesellenabschieds-Gruppe mit Hasenohren, bemalten T-Shirts und Bollerwagen, allesamt high auf Alkopops und kleinen Feiglingen. Eine solche Szenerie war mir bekannt aus Wien, wo wir uns im Bermudadreieck rumtrieben, wo Clubs Namen wie “Kaktus” trugen und sturzbetrunkene Mädchen in Miniröcken die Touristen scharenweise anlockten.
Dem eigentlichen Event des Abends kommt eher ein kleiner Absatz zu. Ein Abend in einem schönen Club: eine wöchentliche Dosis Superconnected, Kontakte pflegen bei Drinks und Erdnüssen und Musik bis zum bitteren Ende, sprich bis “Perfect Day” von Lou Reed ausklingt und das Licht angeht. Die sonnigen Stunden von heute habe ich leider verschlafen.




ach du siehst ja sogar gut aus. harhar. okay.
äh ich hab vergessen, was ich mit diesem kommentar überhaupt aussagen wollte. egal, reicht ja auch.
Schöne “Gutenachtgeschichte” sag ich mal, da ich jetzt echt langsam mal pennen geh. Hab keine Lust mehr. Bin müde =P Gute Nacht!
schön mal wieder was von dir zu hören. hey mein leben fühlt sich manchmal auch wie ne soap an, nur das is dann so ne ganz komische, mit viel mehr frauen, geldmangel und alkoholkonsum bei elektronischer musik.
verrückte welt.
@ Marcel: Err… danke ;) Aber so wie das klingt… hör ich mich an, als würd ich nicht gut aussehen? Das gibt mir jetzt aber zu denken…
@ Adrian: Na dann gute Nacht und schlaf gut! Ich geh jetzt auch mal ins Bett. Aber freut mich, dass die Story genug Entertainmentqualitäten für ne gute Gutenachtgeschichte hat.
@ Marten: Ja, so eine 0815-Soap ist mein Leben auch nicht, aber hin und wieder merkt man schon, dass sich das Leben doch ganz stark an Soaps orientiert… ähh, die Soaps am Leben.
Aber eine Soap-Erscheinung, die ich anstrebe, aber noch nicht erreicht habe, ist folgende: Bei GZSZ und Co kommen die sich immer gegenseitig besuchen und klingeln an der Tür, in 90% der Fälle ist jemand da und die Person sieht perfekt geschminkt aus, hat immer Zeit, denkt immer dran, ihrem Besuch was zu Trinken anzubieten und hat immer einen vollen Kühlschrank. Sehr verrückt.
Jaaa Soap ist gut, ich dachte (oder denke ich immer noch?) als Kind sowieso immer, dass ich in der Truman Show bin und alle um mich herum nur Schauspieler. Da hört der Spaß auf und fängt die Paranoia an.. ach wem sag ich das, ihr seid ja sowieso alles nur bezahlte Schauspieler :D
@ Marcel: Oh Gott ja, als ich die Truman Show gesehen habe, hab ich auch für einen Moment drüber nachgedacht, ob mein Leben nicht genauso läuft… sehr scary. Aber ganz cool eigentlich, denn wenn mir gute Sachen passieren, weiß ich, dass die Leute, die sich den ganzen Mist ausgedacht haben, ja doch irgendwie einen guten Geschmack haben müssen.