Klausuren und Fußbadperlen
09:30. Samstags wirkt die Bahnhofsgegend wie ausgestorben. Das Loch ist belebt wie immer, doch der Bäcker unter der Brücke hat zu. “Samstags geschlossen”. Die Caféteria ebenfalls. Und die Klos im Uni-Erdgeschoss, die immer so hübsch blau leuchten, damit die Junkies ihre Venen nicht finden, auch.
10:00. Die Uhr an der Wand ist kaputt und zeigt schon seit Monaten irgendwas um die vier Uhr an. Es ist genau ein Jahr her, dass ich meine letzte Klausur geschrieben habe und jetzt ist es wieder so weit - “Ästhetische Kommunikation”, ich warte sehnlichst darauf, endlich mein komplettes Wissen auf die paar Blätter Papier zu knallen, bevor ich es womöglich noch wieder vergesse.
10:48. Ich führe mir noch einmal vor Augen, was ich denn eigentlich hier studiere. Das jedenfalls nicht.
11:02. Jedes Mal, wenn sich die Tür öffnet, fährt ein Windstoß durch den Raum und alle stürzen sich hektisch auf ihre Blätter. Hier und da fliegt etwas durch die Gegend und irgendjemand stöhnt. “Was verstehen Sie unter dem antimimetischen Prinzip?”
11:45. Schluss. Aus. Raus. Draußen ist es warm, die Sonne taucht den Hofgarten in sommerliche Farben und die Luft ist klar. Es ist geschafft. Ich schlendere Ziellos durch die Stadt. Was Bonn angeht, habe ich ein primäres Problem: Ich finde mich nur begrenzt zurecht. Auch wenn die Innenstadt sehr schön und nicht sonderlich komplex ist, lautet meine Devise “immer geradeaus” - und das so lange bis ich entweder am Ziel, oder irgendwo anders ankomme.
13:10. Meine Schäppchenjägerqualitäten sind kaum zu überbieten. Überall ist Schlussverkauf und in irgendeinem Laden bekomme ich sogar zwei Packungen vitalisierende Fußbadperlen gratis dazu, sie sind grün und blau und glitzern. Genauso wie das eine Kleid.
14:00. Meine beste Errungenschaft bleibt nach wie vor eine Plastikbrille für einen Euro, die ich schon allein des Kultfaktors wegen kaufen musste. Sie hat quasi wenig Sinn, da sie aus Plastik ist und quasi nur optisch wirklich ins Gewicht fällt. Aber: nennt mich Jarvis!
Epilog. Als ich nach Hause kam war es tatsächlich noch sonnig, ich setzte mich an mein offenes Fenster und genoss zu schöner Musik den, naja, langsam anrollenden Frühling. Mittlerweile ist es dunkel. Und wer heute abend noch nichts vor hat: Geht doch hierhin. Oder dorthin. Oder da hin.
Ich mache mir jetzt erstmal Nudeln - und ein Fußbad mit einer blauen Fußbadperle.










klausurenphase ist ein arschloch :) ich könnte kotzen, kacken oder was auch sonst noch einem einfallen könnte, solange es mit fikalien zu tun hat, kann es hier stehen bleiben.
ich hoffe deine klausur ist gut gelaufen und die, die noch folgen, werden auch gut :)
gruß max
Wow. Genau. Das ist dieses Gefühl. Vor allem der Moment, wo Du aus dem Raum rauskommst und es ist warm draußen. Hoffe Dein Bad war entspannend. :)
Diese Perlen fand ich früher im Müller immer so faszinierend.
@ Maximilian: Ja, das stimmt, mich stört es auch, dass wir Bachelor-Leute jedes Semester Klausuren schreiben müssen, ist ja wie in der Schule. Ich wünsch dir aber auch viel Glück & Erfolg bei deinen Klausuren :)
@ Jules: Ja, ich mag das auch total, der Frühling ist irgendwie die beste Zeit zum Klausurenschreiben. Auch während der Klausur, wenn das Fenster auf ist und Licht und Frühlingsluft reinkommt.
Und das Bad war so lala, ich hab ja keine Badewanne, deshalb hab ich meine Füße nur in der mini Dusch-Wanne gebadet und es war irgendwie langweilig. Ich hätte mehr erwartet von den Fußbadperlen ;)
@ Chrissy: ICH AUCH! :D