Kein Alkohol ist auch keine Lösung
Wer schon einmal in Bonn war, kennt es sicher: das berühmte Bonner Loch. Auf einem tiefergelegten Areal am Hauptbahnhof trafen sich tagein tagaus die Ausgestoßenen der Gesellschaft - Menschen, die die frische Hauptbahnhofsluft liebten und bevorzugt mit einem eisgekühlten Kioskbier in den Morgen starteten. Alles interessante Menschen mit eigenen Schicksalen und Geschichten - oft alledings ein wenig zu sehr dem billigen Bier und langen Bärten zugetan.
Aber diese Romantik ist nun passé, denn am 1. Juli trat das Alkoholverbot in der Bahnhofsgegend in Kraft. Offiziell verabschiedet von der Stadt Bonn und mit gar rührenden sozialen Ambitionen: Hilfe für Suchtkranke statt Ignoranz und gleichzeitig das Schaffen eines schöneren Stadtbildes. Denn wer will schon Alkoholleichen sehen, wenn er die United Nations city und ehemalige Hauptstadt besucht?
Aber Moment mal - irgenwie ging das Ganze nach hinten los.
Dabei hätte es so einfach sein können - doch anstatt dem Alkohol zu entsagen und sich einen Job und eine Wohnung zu suchen, zogen die Bewohner des Bonner Lochs weiter - und zwar nur um einige Meter. Genau dort, wo die Grenzen der alkoholfreien Area aufhören: vor die Uni, in den Hofgarten, an den Brunnen an der Poppelsdorfer Allee und auf die Bänke der Bushaltestellen.
Hier, zwischen Studenten und Cafébesuchern, darf man noch gemütlich und genüsslich ein Bierchen zischen, denn kein Alkohol ist schließlich auch keine Lösung, das wussten schon Die Toten Hosen. Die Kollegen sitzen derweil noch immer im Loch, rauchen Tabak und schlendern hin und wieder zur Uni, um sich ein kleines Schnäpschen zu genehmigen.
Wer sich also demnächst abends per Zug auf den Weg nach Köln macht und über das berühmte, rheinische “Bier für’n Weg” nachdenkt: Vorsicht, der Spaß könnte bis zu 1000€ Bußgeld kosten.
Siehe auch:
- BNlog: Alkoholverbot im Bonner Loch
Es ist eben nicht der Sinn von Symbolpolitik die Probleme anzugehen, sondern den Eindruck zu vermitteln als ob.
- Stadt Bonn: Verordnung über das Alkoholkonsumverbot (pdf)






Da wo ich herkomme is das Trinken von Alk außerhalb von Bierkonsumzonen (Kneipen, Bars ect) nicht gestattet und wird hald geahndet oder wie das heißt XD
Also Kinders, tut die Plastiktüten um den Wodka!
in konz, da wo ich zu schule gehe, ist’s auch verboten öffentlich alkohol in der hand zu halten & zu konsumieren. irgendwie finde ich’s lächerlich, da allein die ganzen leute, die sich dort betrinken das ganze zeugs jetzt in tetrapak füllen und sich aber betrinken… typisch deutsch irgendwie xD
Hehe, da war ich sogar am Samstag. Aber irgendwie haben die doch alle sehr besoffen dreingeblickt ^^
Ich will ja niemanden persönlich beleidigen, aber als UN-City und ehem. Hauptstadt würd ich mich viel eher für den Bahnhof an sich und das umliegende Stadtbild schämen, das sieht ja doch schon sehr heruntergekommen aus, ich war tatsächlich ein bisschen erschrocken…
Da lob ich mir das schöne Mainz ^^
@ Chrissy: Daran musst ich auch denken - demnächst laufen hier alle nur noch mit braunen Papiertüten rum ;)
@ Pasue: Ich wusste gar nicht, dass das auch an so vielen anderen Orten Gang und Gebe ist. Und ich habs noch nicht wirklich beobachtet, aber ich denke, auch hier finden die jungen Leute Möglichkeiten, das Ganze zu umgehen.
@ Sabrina: Ich glaube, fürs Rheinkultur gab es eine Art Sonderregelung, weil man es bei so einem Event ja schwer durchsetzen kann, dass am Bahnhof kein Alkohol getrunken wird und auch nicht allen Leuten das Bußgeld abkassieren kann (genauso wie in Großbritannien, wenn Fußball ist - sonst müsten die ja die gesamte Stadt arresten) - und die Bewohner des Bonner Lochs hats gefreut!
Und wie gesagt, damit, dass man im Bonner Loch den Alkohol verbietet, verändert man meiner Meinung nach weder irgendwas an der Sache, noch verschönert man das Stadtbild.