Emanuela
Köln, heute Nachmittag. Zwei Spanierinnen, Emanuela und ihre Freundin, wollten ohne Geld im IC von Köln nach Berlin und baten mich am Hauptbahnhof auf Englisch mit spanischem Akzent um meine Hilfe. “Kontrollieren die hier?” und “Meinst du, wir können die Strecke auf dem Klo ausharren?” Prinzipiell schon, entgegnete ich. Nur die Klotür nicht abschließen, denn jeder geübte Schaffner bleibt vor der Tür stehen und wartet, wenn die Anzeige unter der Klinke rot zeigt. Gesagt getan, sie baten mich dann, sie mit Klopfzeichen vor dem Schaffner zu warnen.

© x****
Ich habe nunmal Verständnis für Leute, die ohne Geld durch Deutschland reisen, denn was gibt es schöneres, als die Freiheit auf den Schienen und spontanes Reisen mit Minimalbudget, kalten Ravioli und billigem Alkohol? Und was gibt es dabei hindernderes, als die total überteuerten Preise der deutschen Bahn?
“If they catch you, just pretend not to speak German or English!” war mein letzter Rat und während ich Musik hörte, die NEON las und Sudokus aus dem Hausaufgabenheft meines Bruders löste, drückte ich den Mädchen beide Daumen. In Stendal, c.a. eine Stunde vor Berlin sah ich sie das letzte Mal und ich hoffe, sie haben es geschafft. Und Emanuela kann von Glück sagen, dass die Spanier Fettes Brot nicht kennen.
Nun bin ich also in Berlin. Mal wieder. Gleich fährt unsere Bahn und es geht ab in die Nacht. Das Leben kann manchmal echt schön sein.









Damals, als man die Tickets noch im Zug holen “durfte” (aber nicht sollte) hatte ich jedes Mal Schiss, wenn der Schaffner kam.
Meist waren das Doppeldecks, hab den Schaffner oben kommen sehen, bin dann durchs untere Deck zurück gelaufen, um eventuell das Ticket nicht bezahlen zu müssen.
Einmal bin ich von München nach Hause gefahren per Zug, hab die Tür an meiner Haltestelle nicht aufbekommen und bin dann eine weiter gefahren - schwar natürlich, und auch schwarz zurück auf der Toilette. Meine Fresse, hatte ich Schiss.
meine freundin ist mal “schwarz” gefahren (also sie war 16 und hatte Kinderfahrkarte, gilt ja als schwarz fahren) und da kam der Schaffner und hat sie gefragt ob sie noch 14 ist und wann sie denn geboren wäre und da macht sie sich noch 2 Jahre älter in der Aufregung und sagt sie sei ‘86 geboren.
Nja. Da wünscht man allen Schwarzfahren mal viel Glück ^^
Ich kenne das! :D Die wochendliche Fahrt nach Osnabrück für zwei Jahre zu meinem Freund war auch immer so eine Sache! *lach* Vorne eingestiegen, Schaffner kam, zum Glück fast nie derselbe und ich habe immer meine Schauspielnummer mit der verstorbenen Mutter abgezogen…Hat immer geklappt! Und wenn nicht, laufen laufen laufen! hinten wieder einsteigen! :D ^^
Ich habe schon befürchtet das es jetzt um dieses furchtbare Lief von “Fettes Brot” geht. Glück gehabt. ^^
Das war ja mal sehr lieb von dir!
Sowas passiert mir irgendwie nie. Aber es bringt doch mal Abwechslung in den Tag :)
@ Jenny: Das waren noch Zeiten, da konnte man ja wenigstens noch ein Ticket im Zug nachlösen und wenn man Glück hatte, musste man gar keins kaufen. Aber jetzt gibts ja auch absolut keine Ausreden mehr… Und Schwarzfahren an sich wär mir viel zu stressig. Manchmal vergess ich, mir ein Ticket zu kaufen oder hab kein Geld und bin somit die ganze Fahrt über total nervös. Da geb ich lieber mal notgedrungen Geld aus…
@ Isi: Au wei, das war… ungeschickt ;) Wenn ich wenigstens irgendein Ticket habe, fühle ich mich schonmal sichere - auch wenn Unwissenheit ja nicht vor Strafe schützt. Bei der Bahn musste ja selbst mal eine Frau die 40€ “erhöhtes Beförderungsgeld” zahlen, weil sie ein falsches, allerdings teureres Ticket gekauft hat.
@ Maximilian: Oh ja, das mit dem schnell raus und in den anderen Wagen wieder rein hab ich auch schonmal gebracht. Wär mir aber auf Dauer vieeel zu nervenaufreibend. Genauso wie die Ausreden, denn die meisten Schaffner hier sind knallhart, egal, was man denen erzählt.
@ René: Oh Gott, nein! Mir ist nur auf die Schnelle kein besserer Titel eingefallen und außerdem muss fast jeder Deutsche unweigerlich an dieses Lied denken, wenn er den Namen hört oder liest. Die armen Emanuelas auf dieser Welt…
@ Neslihan: Ich hab halt Verständnis für arme Reisende ;) Die sollte man unterstützen, find ich.
@ Sarah: Ja, ich finds immer wieder lustig, was für Leuten man so begegnet, vor allem in Zügen, da tummeln sich die verschiedensten Menschen und es ist meistens recht interessant (selbst wenn man nur beobachtet).