Unterwegs

Ein Samstagabend mit Ulf

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© Lewis Chaplin

Normalerweise ist es samstagabends immer voll. Man trifft sich, redet und tanzt. Bis man den Drink von der Bar bis zu einem anderen Ort maneuvriert hat, können unter Umständen vier oder fünf Lieder vergehen. Und der Drink ist derweil eh schon verschüttet, denn mindestens einer der Songs ist ein Hit, zu dem alle rumhüpfen.

Letzten Samstag war es leer. Gähnend leer. “Wahrscheinlich das gute Wetter. Die Leute grillen lieber.” Ich konnte mir allerdings niemanden vorstellen, der um ein Uhr nachts noch grillte. Wahrscheinlich lagen die Leute betrunken neben Holzkohleresten in irgendwelchen Parks oder hatten bereits an diesem Abend die Liebe ihres Lebens kennengelernt, sodass ihnen ein Besuch in einem Club der Stadt sinnlos erschien. Oder beides.

“Ey, der Typ da im schwarzen T-Shirt! Kennst du Stromberg?” Ich deutete auf die Tanzfläche.

“ULF!” Der Name schoss aus ihrem Mund wie ein Sinnbild des Internetkürzels OMG gepaart mit einer O RLY?-Eule.

Ulf war allerdings Spanier und komplett besoffen. Hin und wieder zerrte er einen schweren Barhocker auf die Tanzfläche, um sich darauf zu stellen und einen besseren Überblick zu haben. Als irgendwann Mando Diao lief, drehte er komplett durch.

Ich beneidete ihn nicht. Weder um seine Ähnlichkeit zu Charakteren aus deutschen Fernsehformaten, noch um seinen sicheren Kater am nächsten Morgen.

Nach dem morgendlichen Feierabendbier mit dem Thekenpersonal fuhr ich nach Hause, las im Zug irgendeine unlustige Regionalzeitung vom Sitz neben mir und holte mir ein Sandwich bei Subway. Ich war nüchtern, satt und zog mir vor dem Schlafengehen noch eine Episode Stromberg rein.

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