Unterwegs

Ein Morgen in Berlin

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© Steffen42

Als wir morgens an der Warschauer Straße nach Hause kommen, eröffnet der Crêpe-Mann gerade seinen Stand. Der Wind pfeift kalt auf der Brücke und am Straßenrand steht ein Mann mit Gitarre, der sicher genauso müde ist wie wir. Das Geklimper soll wohl Oasis darstellen, denke ich mir, und wir gehen weiter, vorbei am Matrix, vor dessen Tür noch immer ausnüchternde Besucher herumlungern. Die kennen bestimmt Bushido persönlich.

Vorurteile habe ich allerdings keine, Berlin ist eine tolerante Stadt. Die angetrunkene, taubstumme Clique, der Goliath mit schwarz-weißem Irokesen, die mürrischen Rentner - das alles ist keine Besonderheit und auch wenn sich die Leute hier mehr Zeit nehmen, jegliche Auffälligkeiten ihrer Mitmenschen lautstark zu kommentieren, gibt es für jeden irgendwo einen Ort, an dem er unter Seinesgleichen ist. Man muss nur wissen, wo.

Mittlerweile ist es Mittag, nach acht Stunden Schlaf scheint über Berlin die Sonne, im Fernsehn läuft ein Sean-Connery-Film und ich habe einen guten Blick auf die wunderschönen Altbauten gegenüber. Gegen aufkommende Sonntags-Langeweile hilft nur eines: hausgemachter Käsekuchen bei Freunden in Zehlendorf.

14 Kommentare zu “Ein Morgen in Berlin”

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