Barsitzer - der Schrecken der Nacht
Barsitzer werden mir auf Ewig ein Rätsel bleiben. Diese Menschen, die sich zu Beginn des Abends an die Bar eines Tanzlokals setzen und diese erst wieder verlassen, wenn morgens langsam das Licht an und die Musik wieder aus geht. Auch wenn sie im Grunde genommen niemanden aktiv stören, versperren sie dem Rest des Publikums den Weg, da natürlich niemand von ihnen die Solidarität besitzt, den hart errungenen Platz, “in der ersten Reihe” sozusagen, auch nur für eine Sekunde freizugeben.
Man findet sich also nicht selten “in zweiter Reihe”, winkend mit einem Fünf-Euro-Schein, um irgendwie über die Barsitzer-Köpfe hinweg die Aufmerksamkeit des Barkeepers auf sich zu lenken. (Als “niederes Volk” ist es schließlich unmöglich, auch einen Barplatz zu ergattern, da Barsitzer selbst bei einem Klogang ihren Sitz mit ihrer Jacke occupieren.)
Auch dass die Spezies der Barsitzer dem Wirt gute Einnahmen beschert, ist ein verbreiteter Irrtum. Sie nippen eher verhalten an ihrem Kölsch oder Cocktail und lassen immer einen kleinen Rest im Glas, damit auch niemand auf die Idee kommt, sie von ihrem Barplatz zu verscheuchen. Sie mögen sich beim Rauchen auf dem Tisch abstützen und die Beine auf dem Hocker parken können, was auf Dauer vielleicht die Gliedmaßen entlastet, dafür können sie allerdings zur Musik nur lediglich mit dem Kopf nicken und mit den Beinen schlackern. Tja, Pech gehabt, liebe Barsitzer.
Mit dem DJ eines deutschen Sängers heckte ich eines Nachts in einem Kölner Club den Plan zur Weltherrschaft aus. Ein Schlag gegen die Menschheit und vor allem gegen eine Spezies des Nachtlebens: die Barsitzer. Warum sollte man sie nicht gleich zu einer bestimmten Uhrzeit zusammen mit den Weg-versperrenden Pärchen und schlafenden Alkoholleichen dezent hinauskehren? Oder wie wäre es mit einem Barsitzer-Club, der lediglich aus Bar besteht?
Fest steht: Barsitzer sind eine Gattung für sich und nicht ohne Grund muss man bei Café International für einen Barsitzer teilweise bis zu 25 (!) Punkte einbüßen. Geht lieber tanzen, Kinder!
(Anmerkung: Dieser Text ist, selbst wenn es anders klingt, nicht aus aktuellem Anlass veröffentlicht. Ich möchte an dieser Stelle niemanden diskriminieren, auch ich setze mich gerne einmal an die Bar, nur tue ich dies nicht exzessiv. Desweiteren geht es hier natürlich um Tanzlokale und nicht um Sitzkneipen.)




ich als barman finde daran nur ätzend, dass die ja den weg prinzipiell versperren, ob nun für andere leute die was trinken wollen oder für mich, der durch den einzigen eingang (den diese menschen zumeist versperren, wenn sie nicht grade einen sitzplatz abbekommen haben) durch muss um eis ranzuschleppen oder die fässer zu wechseln.
komisches volk. ich hätte dabei auch keinen spaß, einfach nur so rumsitzen.
Oh die kenne ich, aber manchmal gehöre ich selbst dazu…
Ich sitze nur an den Bars, wenn ich depressiv, sauer oder melancolisch, um mich gnadenlos zu laufen zu lassen. Hoffe dasist nich bei allen “Barsitzern” so…
@ Marten: Oh, das ist auch mal eine interessante Sicht der Dinge: von hinter der Bar. Das kenn ich bisher nur von Abi-Support-Veranstaltungen, da hats immer Spaß gemacht, aber ich habe erstmals festgestellt, wie eingeschränkt mein Kurzzeitgedächtnis doch ist… aber die Leute waren eh alle besoffen und haben es nicht mitgekriegt, wenn ich ihnen statt Wodka-Energy einen Wodka-O gemacht habe.
Naja egal, aber wenigstens verstehst du die Barsitzer auch nicht, da sind wir schonmal zu zweit.
@ Yannick: Ja, in Maßen ist das ja okay, aber wenn es zum Hobby wird, sollte man sich ernsthaft Gedanken machen.
@ Maximilian: Wenn dem so wäre, dann würden sie ja dem Wirt Einnahmen bescheren und nicht nur zwei Stunden lang an einem Kölsch nippen (es sei denn, das ist ihre Definition von “zulaufen lassen”, aber das bezweifel ich ja eher ;))
Ja, ich auch! Da heißt es dann nicht Cocktail Barkeeper, sondern Flasche Korn und Jägermeister hier hin, SOFORT! :D lol danach sind sorgen weg und der unfall vorprogrammiert! :D