Unterwegs

Barsitzer - der Schrecken der Nacht

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© Markus Moning

Barsitzer werden mir auf Ewig ein Rätsel bleiben. Diese Menschen, die sich zu Beginn des Abends an die Bar eines Tanzlokals setzen und diese erst wieder verlassen, wenn morgens langsam das Licht an und die Musik wieder aus geht. Auch wenn sie im Grunde genommen niemanden aktiv stören, versperren sie dem Rest des Publikums den Weg, da natürlich niemand von ihnen die Solidarität besitzt, den hart errungenen Platz, “in der ersten Reihe” sozusagen, auch nur für eine Sekunde freizugeben.

Man findet sich also nicht selten “in zweiter Reihe”, winkend mit einem Fünf-Euro-Schein, um irgendwie über die Barsitzer-Köpfe hinweg die Aufmerksamkeit des Barkeepers auf sich zu lenken. (Als “niederes Volk” ist es schließlich unmöglich, auch einen Barplatz zu ergattern, da Barsitzer selbst bei einem Klogang ihren Sitz mit ihrer Jacke occupieren.)

Auch dass die Spezies der Barsitzer dem Wirt gute Einnahmen beschert, ist ein verbreiteter Irrtum. Sie nippen eher verhalten an ihrem Kölsch oder Cocktail und lassen immer einen kleinen Rest im Glas, damit auch niemand auf die Idee kommt, sie von ihrem Barplatz zu verscheuchen. Sie mögen sich beim Rauchen auf dem Tisch abstützen und die Beine auf dem Hocker parken können, was auf Dauer vielleicht die Gliedmaßen entlastet, dafür können sie allerdings zur Musik nur lediglich mit dem Kopf nicken und mit den Beinen schlackern. Tja, Pech gehabt, liebe Barsitzer.

Mit dem DJ eines deutschen Sängers heckte ich eines Nachts in einem Kölner Club den Plan zur Weltherrschaft aus. Ein Schlag gegen die Menschheit und vor allem gegen eine Spezies des Nachtlebens: die Barsitzer. Warum sollte man sie nicht gleich zu einer bestimmten Uhrzeit zusammen mit den Weg-versperrenden Pärchen und schlafenden Alkoholleichen dezent hinauskehren? Oder wie wäre es mit einem Barsitzer-Club, der lediglich aus Bar besteht?

Fest steht: Barsitzer sind eine Gattung für sich und nicht ohne Grund muss man bei Café International für einen Barsitzer teilweise bis zu 25 (!) Punkte einbüßen. Geht lieber tanzen, Kinder!

(Anmerkung: Dieser Text ist, selbst wenn es anders klingt, nicht aus aktuellem Anlass veröffentlicht. Ich möchte an dieser Stelle niemanden diskriminieren, auch ich setze mich gerne einmal an die Bar, nur tue ich dies nicht exzessiv. Desweiteren geht es hier natürlich um Tanzlokale und nicht um Sitzkneipen.)

5 Kommentare zu “Barsitzer - der Schrecken der Nacht”

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