Unterwegs

Anti-Rock’n'Roll

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© Simon Dehn

Gestern war ich bei Mando Diao. Für umsonst und auf der Bonner Museumsmeile, mit sehr gemischtem Publikum und starkem Caipirinha. Simon hat live gebloggt und wir stellten fest, dass Psychedelic musikalisch und modisch gerade wieder “in” wird.

Danach gingen wir aus. Bonn bietet da viele Möglichkeiten, nur leider keine guten, und so endeten wir im allseits bekannten Rockschuppen nicht unweit von der Commerzbank. Ein Club, den jeder “Carpe” nennt, obwohl draußen riesengroß “Noctem” dransteht und er eigentlich “Carpe Noctem” heißt. Ich habe mir sagen lassen, wer aus Bonn kommt, geht dort schon seit dem vierzehnten Geburtstag hin und auch mit vierundzwanzig gern wieder, um alte Bekannte zu treffen.

Als wir kommen, läuft gerade “Schrei nach Liebe” von den Ärzten und an der Bar sitzen Mando Diao, trinken Bier und unterhalten sich auf Schwedisch.

Ich muss schmunzeln. Wäre ich ihr, denke ich mir, ich würde mir nach dem Konzert die schönsten Mädchen aus der ersten Reihe herauspicken und mit ihnen eine wilde Party in der Hotelbar des Hilton feiern. Mit viel Champagner und meinen eigenen Songs im Hintergrund, um meinem Ruf als Ego-Band alle Ehre zu machen. Dann würde ich mein Hotelzimmer zerlegen, den Fernseher aus dem Fenster schmeißen und meine Plattenfirma die Rechnung bezahlen lassen. Nur einen Ort dieser Welt würde ich nicht aufsuchen: das Carpe.

Es wird ein langer Abend. Irgendwann läuft Remmidemmi und Bettina. Als der DJ sieht, dass die Tanzfläche eh leer ist, spielt er MGMT.

10 Kommentare zu “Anti-Rock’n'Roll”

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