Unterwegs

Amsterdam (1)

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© R.Duran

Ich saß in der hintersten Ecke des Reisebusses und hörte Bowies “Station To Station”, während die Landschaft an mir vorbeizog.

Der Holländer von vorne hatte sich mit den zwei Männern aus der Reihe vor mir angefreundet - ein älterer Pole, der weder Deutsch, noch Englisch sprach und unentwegt verschmitzt grinste und ein jüngerer Ungare, der dank sechsjährigem Englischunterricht zumindest verstand, was wir redeten und durch Nicken und Gesten kommunizierte.

“Taktak!” sagte der Pole. Er deutete auf meinen silbernen Ring an der linken Hand und machte ein entsetztes Gesicht. “Nein nein, verheiratet ist rechts!” sagte ich, auch wenn ich wusste, das er mich nicht verstand. Ich zeigte auf meinen nackten, rechten Ringfinger, während mir der Holländer von komasaufenden Jugendlichen aus dem niederländischen Norden erzählte.

Irgendwann schlich sich der Pole aufs Klo, um heimlich eine Zigarette zu rauchen und wurde prompt vom Fahrer ertappt, als wir an einer roten Ampel hielten. “I’m sorry, I’m sorry!” grinste er und ich erzählte dem Holländer vom kürzlich geschehenen Kaffeefahrten-Busunglück, für das zuerst auch ein heimlicher Raucher auf dem Busklo verantwortlich gemacht worden war.

“No smoking! Bus explode! Boom!” versuchte der Holländer dem Polen mit wilder Gestik zu erklären. Der Pole nickte verständnisvoll und grinste.

Wir fuhren weiter. Das Land wurde flacher und die Straßenschilder holländischer. Irgendwann musste der Ungare auch mal aufs Klo - das Bier, das sie heimlich vor den Sitzen des Vordermanns getrunken hatten, schien ihm langsam auf seine Blase zu schlagen.

“No smoking! Bus boom!” rief ihm der Pole hinterher und grinste. Um 13 Uhr erreichten wir Amsterdam Amstel Station.

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