Persönlich

Take me to the riot

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Saturday nights in neon lights, Sunday in the cell. Es passiert nichts. Ich bewege mich in einer nicht enden wollenden Spirale. Durchschnittliche Konzerte, durchschnittliche Parties in durchschnittlichen Clubs, obligatorische Stempel auf dem Handgelenk, durchschnittliche Romanzen und die damit verbundene durchschnittliche Frustration und ein paar mehr oder weniger durchschnittlichen Lichtblicken, die einem hin und wieder die unglaubliche Einzigartigkeit der eigenen Existenz klarmachen. Zumindest manchmal.

Wir sind besser als alle anderen. Die Tatsache, dass genau das jeder denkt, macht uns wieder zu derselben grauen Masse, die wir vorher waren.

So lange die vorlesungsfreie Zeit noch andauert, machen wir uns ein schönes Leben. Wir machten die Nacht zum Tag, veranstalteten Videoabende auf dem Boden meiner Wohnung mit Spaghetti, Kerzen und “Control” und ich ärgerte mich regelmäßig über die nutzlosen Dinge und die überteuerte Nahrung, die ich regelmäßig und nächtlich bei meiner Tankstelle erwarb.

Wir waren im Kino (“Die Welle”) und haben uns vollgefressen mit Popcorn und Nachos, denn Kino macht ohne Essen nur halb so viel Spaß. Sobald man in dem verdunkelten Saal sitzt und auf einer großen Leinwand bewegte Bilder vorbeihuschen, braucht man eine Maxi-Tüte Popcorn in der Hand. Süßes. Auch wenn salziges geiler ist. Und der primäre Reiz des Kinos ist heutzutage nur, dass man keine Fernbedienung hat.

Wir haben jetzt April. Vor einem Jahr gehörte ich zur abiturgebeutelten Jugend zweitausendsieben, ich hatte quasi konstant frei und schäme mich nicht, allen diesjährigen Abiturgestressten ein “Die soll’n sich mal nicht so anstellen!” an den Kopf zu werfen. Hätte man mich “damals” gefragt, wo ich mich in einem Jahr sehe, hätte ich mit den Schultern gezuckt und wahrscheinlich irgendetwas cooles gesagt. So nach dem Motto reich und berühmt, nur dass “reich und berühmt” vielleicht ein unrealistisches Ziel für ein Jahr ist und ich auf das klassische Berühmtsein eh keinen Bock habe.

Eher so reich und glücklich mit der Betonung auf “glücklich”. Und eingeschrieben an irgendeiner Uni, die Montag wieder losgeht, ein Vermögen kostet und meinem Tagesablauf endlich wieder ein passables Schema verpasst. Inklusive Mensaessen, verhältnismäßig frühem Aufstehen und den gleichen Leuten, die man jeden Tag sieht. Hat aber auch etwas gutes, ein geregelter Tagesablauf und ein Lebensinhalt macht produktiver und bringt das Gehirn in Schwung, wenn es darum geht, Zukunftspläne zu schmieden und zu überlegen, wie man ebendiesen Lebensinhalt so schnell wie möglich wieder los wird.

Passenden Soundtrack des Tages: Stars, The Courteeners, The Maccabees und One Night Only. Und der ganzen Indiediscokram, den ich morgens als Ohrwurm habe, wenn ich mir bei Subway ein “Sub des Tages” bestelle.

5 Kommentare zu “Take me to the riot”

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