Persönlich

Meine Vergangenheit als Messie

Auf dem Boden steht ein voller Papierkorb, der zweite heute, sowie eine Tack-Tüte voll mit Müll, in der ich vor einer Weile noch meine neuen Stiefeletten-Stiefel-Schuhe nach Hause transportierte. Es ist schon das zweite Mal, dass ich aufräume und ausmiste und es erstaunt mich immer wieder, wie viel sich über die Jahre in diesem kleinen, knapp neun Quadratmeter großen Zimmer angesammelt hat.

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© The Mae Shi

Ich habe die Angewohnheit, Dinge lieber schnell irgendwo hinzustopfen, als sie an ihren Ursprungsort zurückzustellen - ich bin ein Messie, lässt man mir nur genügend Zeit, kriege ich jede Bude voll und so entstanden immer wieder Kisten voll mit Krimskrams, von dem ich mich einfach nicht trennen konnte.

Kleine Schlüsselanhänger für 99 Pfennig damals aus dem Ramschladen, nie getragene Armbänder, Disketten aus meiner Grundschulzeit, eine alte Diddl-Dose (die man trotz ihrer Hässlichkeit ja nicht einfach wegwerfen kann), leere Afri-Cola-Flaschen, alte Musikzeitschriften, Papiere über Papiere, Gebrauchsanweisungen von Geräten, die schon lange kaputt sind, ein alter Kalender mit Katzenbildern, hässliche Flyer von Clubnächten, Plastikblumen, Kassetten mit Radiomusik, langweilige Landschaftsfotos aus dem Urlaub, defekte Kulis, Parfumproben, Notizbücher, Glowsticks, …

Aber jetzt ist Schluss damit. Meine Besitztümer sind nun überschaubar, einfach in Kisten zu verpacken und ich besitze kaum etwas, was ich nicht unbedingt benötige. Meine Schränke und Boxen sind zum Teil leer und nur noch meine Wände voller Flyer erinnern mich an das Chaos, das einst hier herrschte. Ich hab Frieden geschlossen mit meinen Besitztümern. Ein wundervolles Gefühl.

23 Kommentare zu “Meine Vergangenheit als Messie”

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