Persönlich

Letzte Nacht hatte ich einen Traum

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© Lewis Chaplin

Letzte Nacht hatte ich einen Traum. Ich war in einem fernen Land. Offiziell China, Japan oder Indien. Es wirkte eher wie eine Mischung aus allem. Ich wollte das Land erkunden und meine Familie machte leckeres Essen fernab von Spaghetti Bolognese. Wir saßen auf einer Wiese und ich war glücklich.

In einem Zimmer fand ich ein Notizbuch von früher. Scheinbar hatte ich auf mehreren hundert Seiten Dinge gesammelt, die wirkten, wie ein Comic. Ein buntes Buch voller Erinnerungen.

“Du hattest so tolle Ideen damals, du hättest schon früher eine coole Person sein können.” meinte meine Cousine zu mir und blätterte durch die glänzenden Seiten. “Weißt du,” sagte ich zu ihr, “egal was ich damals für Ideen hatte, für mich waren das immer Pläne für später. Dinge, die ich mal machen würde, wenn ich groß bin.”

Ich wollte mich gerade an den gedeckten Tisch setzen, da wachte ich auf. Es war weg und ich vergrub mein Gesicht in den Kissen und wollte schreien. Ein Traum. Da war ich wieder in meinem Alltag, der ja eigentlich ganz okay war. Aber irgendwie war da dieses Gefühl in mir drin. So viele Gedanken, so viele Menschen. Letzte Nacht, vorletzte Nacht, …

Positiv denken: was fehlt mir noch, damit es mir so geht? Was fehlt mir dafür? Was muss ich verändern? Und wie immer, wenn ich nicht mehr weiter weiß, war da der Entschluss. Weglaufen. Wegfahren. Veränderung. Ich muss weg.

Allen Ernstes habe ich noch halb schlaftrunken diverse Websites nach last minute Flügen abgesucht. Abflug Köln-Bonn. Ziel egal. So schnell wie möglich und so billig wie möglich, immerhin steht mein Umzug an und eins ist klar: billig wird es nicht. Und dafür werde ich mir auch diesen Monat wieder den Arsch abarbeiten.

Aber ich kann nicht weg. Nicht mal für ein paar Tage. Deshalb werde ich aufräumen, gesund essen und mein neues Ich planen. Ich lese ermutigende, bebilderte Blogs, die in mir den Tatendrang und den Enthusiasmus aufkommen lassen und schaue mir Wohnungen an. Alles wird gut, also ich bin da optimistisch. Oder?

7 Kommentare zu “Letzte Nacht hatte ich einen Traum”

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