Unterwegs

Morgen werde ich mir meine Reisetasche und das Zelt schnappen und dann geht’s los, kilometerweise über die Autobahn bis hin nach Ferropolis, der Stadt aus Stahl in Gräfenhainichen bei Dessau.
Hier steigt wieder das Melt!, wo ich schon letztes Jahr war und welches wohl zu den besten Festivals der Republik zählt und das einzige Festival mit Schaufenradbaggern ist. Auch das Lineup enttäuscht nicht (fett = must-see):
Adam Green | Alexander Marcus | Alter Ego | Battles | Björk | Blackmail | Blood Red Shoes | Bonde Do Role | Booka Shade | Boys Noize | Burger/Voigt | Caspa | Cobblestone Jazz | Commix | Crookers | Daniel Haaksman | David Dorad | Deize Tigrona | dEUS | Die Türen | Dillon | DJ Beware | DJ Supermarkt | Doc Scott | Does It Offend You, Yeah? | Dúné | Editors | Edu K | Efdemin | Ellen Allien | Empro | Erlend Øye pres. Kakkmaddafakka | Fotos | Franz Ferdinand | Friendly Fires | Fujiya & Miyagi | Get Well Soon | Goldie | Goldie vs. Doc Scott | Gui Boratto | Gus Gus | Henrik Schwarz | Hercules And Love Affair | Hot Chip | Jack Tennis | Jape | Kate Nash | Karrera Klub | King Kong Klub | Kissy Sell Out | Klee | Ladyhawke | Late Of The Pier | Len Faki | Les Ÿper Sound | Lightspeed Champion | Los Campesinos! | Lützenkirchen | Luna City Express | M.A.N.D.Y. | Marcus Meinhardt | Markus Kavka | Markus Welby | Mathew Jonson | Mathias Kaden | MC Deize Tigrona | MC Glacius | MC Gringo | MC Kemo | MC Lowqui | MEN (Le Tigre DJ Set) | Miss Kittin & The Hacker | Miss Platnum | Modeselektor | Møenster | Mr. Oizo | Mutlu | Navel | Neon Neon | Oliver Koletzki | Operator Please | PeterLicht | Philipp Maiburg | Renato Ratier | Revolver Club | Robyn | Róisín Murphy | Rummelsnuff | Sascha Funke | Say Hooo! | Shir Khan | Sick Girls | Sick Sinus | Skream | Stereo MCS | Steve Bug | Storm | Supermayer | Superpunk | The Cheapers | The (International) Noise Conspiracy | The Count & Sinden | The Mitchell Brothers | The Notwist | The Teenagers | The Whitest Boy Alive | Tobias Thomas | Tomas Andersson | Twisted Wheel | Turbostaat | Uffie & Feadz feat. Technotronic | Why? | Zoot Woman
Ausführliche Berichterstattung erfolgt wie immer auf TheHeadhoops.org. Ich werd mich dann mal auf den Weg in die Stadt machen, noch ein paar letzte Vorbereitungen treffen, das Zelt abholen und mich bei Late Of The Pier auf den Ohren aufs Wochenende freuen.
Donnerstag, 17. Juli 2008
Persönlich

Nur wenige hundert Meter von meinem Haus entfernt befinden sich die Felder. Dass sie da waren, wusste ich eigentlich schon immer - manchmal begegneten mir mittags auf dem Weg zur Uni ein paar Jogger oder ältere Frauen, die dort ihre Hunde spazieren führten. Aber mein Lebensumfeld erstreckte sich bisher eigentlich nur auf die Supermärkte in der Gegend, meine Tankstelle, den Weg zur Uni und die Innenstadt mit ihren Einkaufsstraßen, Geschäften und Fastfood-Restaurants.
Dabei habe ich lediglich fünf Minuten entfernt die Natur. Der Straßenlärm war mit einem Schlag verschwunden, stattdessen zirpten Grillen und ich inspizierte die umgeknickten Ähren auf den Feldern dahingehend, ob es sich nicht vielleicht um mysteriöse Kornkreise handeln könnte. Ich war einMedienopfer und ich konnte mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal aus der Stadt mit ihren Bussen, Dönerbuden und lauten Menschenmengen herausgekommen war.
Die Gegend erinnerte mich an die Landstriche, in denen ich früher im Urlaub mit meinen Eltern oft spazieren war. Wir waren abends essen im Restaurant, holten uns an der Eisbude eine Kugel Marzipaneis in der Waffel und spazierten dann durch den Ferienort. Auch wenn mich Familienurlaube meist zu Tode langweilten, war dort das Gefühl von Geborgenheit, das weit über üppiges Restaurantessen und frische Betten in Ferienwohnungen hinausging. Die reine Luft und der Geruch der Felder, während es langsam dämmerte. Und dann müde und glücklich ins Bett fallen und sich unter den blütenweißen Laken verkriechen.
Nun holte ich mir ein Stückchen davon nach Hause. Hin und wieder fahren ein paar Fahrradfahrer auf der schmalen Straße an mir vorbei. Ich sitze auf einer Bank, schaue über das Feld und höre den Grillen zu. Für einen Moment vergesse ich den Stress. Die Zukunft. Die To-Do-Listen. Den Stadtlärm. Den Bunker, in dem ich morgen sitzen und all mein Wissen zu Papier bringen werde. Es wird langsam dunkel, hinten flimmern die Lichter der Stadt und die Luft riecht nach Sommer und ein bisschen nach Marzipaneis.
Sonntag, 13. Juli 2008
Persönlich

… beginnt am Montag. Ich habe noch nie viel davon gehalten, sich wochenlang in einem Zimmer zu verbarrikadieren und eine Stimmung zu verbreiten, als sei man das letzte Semester über in keiner einzigen Vorlesung anwesend gewesen. Aber trotzdem würde ich sehr gerne bestehen. Also studiere ich meine Unterlagen und esse dazu auf meinem nagelneuen Toaster frisch getoastetes Toastbrot.
Zitat des Tages:
Wenn jede Sprache nur subjektiv ist, gibt es niemanden, der über die Wirklichkeit objektiv verfügen kann. Es gibt keine intersubjektive Objektivität, nur subjektive Blicke auf die objektive Wirklichkeit.
Sonntag, 13. Juli 2008
Musik
Ich bin ja schon lange Fan von MUXTAPE, der neuen Generation des Mixtapings. Hier kann man Listen von Songs zusammenstellen, sie mit anderen Leuten teilen und immer wieder neue Lieder und Kombinationen entdecken. Also habe ich mich auch einmal daran versucht und mein erstes, eigenes Muxtape erstellt, das ich ab jetzt regelmäßig updaten werde - zum Muxtape Day eben.

“So put your hands on your waistline, and move your body to the bassline!”
klammerauf.muxtape.com 
- Fangs - Fangs City Rockers
- BEAT!BEAT!BEAT! - One Day In The Woods
- Bloc Party - Helicopter (Whitey Remix)
- Late Of The Pier - Bathroom Gurgle
- we are THE PHYSICS - Less Than Three
- MGMT vs. Daft Punk - One More Time To Pretend
- Bondage Fairies - He-Man
- Black Kids - I’m Not Gonna Teach Your Boyfriend How To Dance With You (The Twelves Remix)
- Florence And The Machine - Postcards From Italy (Beirut Cover)
Freitag, 11. Juli 2008
Persönlich

© BBC Three, Amazon, stock.xchng, Melt!, Franz Ferdinand, PostSecret, H&M
ROCK’N'ROLL: das Melt! Festival 2008 - ich freue mich vor allem auf Alexander Marcus, Franz Ferdinand, Editors, Neon Neon, Adam Green und Late Of The Pier; die Eissorte “Cookies” vom Eismann an der Ecke; die 3. Staffel von The Mighty Boosh - endlich habe ich sie gesehen und sie ist großartig (“We’re super magic men, we stay up ’til 5 am, although we’re bound by shaman law, what goes on tour stays on tour!”); Besuch aus Berlin haben; der H&M Sale; Kim Wozencraft - Fieberhaft; den Geburtstag von meinem Blog und meiner Seite (07.07.) feiern; PostSecret durchstöbern; MUXTAPE - die neue Generation des Mixtapings; meinem kleinen, 13jährigen Bruder Klamotten abkaufen; Kalkofes Mattscheibe; anstehende Einweihungsparties von Freunden; Frank Turner - The Ballad Of Me And My Friends: “The musicians who lack the friends to form a band are singer-songwriters, the rest of us are DJs or official club photographers.”.
EHER NICHT SO: die Klausurenphase - bei mir steht “Kommunikation und Bildung”, “Methodenlehre”, “Texttechnologische Programmierung” und Englisch an; verstopfte Abflüsse und die Chemiekeule als einziger Ausweg; das neue Album von Cansei De Ser Sexy aka. CSS; zu strenge Festivaleinlasskontrollen - ein Verbot für Flaschen und Alkohol verstehe ich gern, aber einen verschlossenen Tetrapack Saft sollte man doch mitnehmen dürfen; Glühbirnenpreise; der neue Schlager von Tim Toupet - trotz unschlagbarem Wortwitz; Behördenkram und Gewerbeanmeldung beim Finanzamt.
Und bei euch so?
Mittwoch, 9. Juli 2008
Unterwegs

© spaztacular
Wer schon einmal in Bonn war, kennt es sicher: das berühmte Bonner Loch. Auf einem tiefergelegten Areal am Hauptbahnhof trafen sich tagein tagaus die Ausgestoßenen der Gesellschaft - Menschen, die die frische Hauptbahnhofsluft liebten und bevorzugt mit einem eisgekühlten Kioskbier in den Morgen starteten. Alles interessante Menschen mit eigenen Schicksalen und Geschichten - oft alledings ein wenig zu sehr dem billigen Bier und langen Bärten zugetan.
Aber diese Romantik ist nun passé, denn am 1. Juli trat das Alkoholverbot in der Bahnhofsgegend in Kraft. Offiziell verabschiedet von der Stadt Bonn und mit gar rührenden sozialen Ambitionen: Hilfe für Suchtkranke statt Ignoranz und gleichzeitig das Schaffen eines schöneren Stadtbildes. Denn wer will schon Alkoholleichen sehen, wenn er die United Nations city und ehemalige Hauptstadt besucht?
Aber Moment mal - irgenwie ging das Ganze nach hinten los.
Dabei hätte es so einfach sein können - doch anstatt dem Alkohol zu entsagen und sich einen Job und eine Wohnung zu suchen, zogen die Bewohner des Bonner Lochs weiter - und zwar nur um einige Meter. Genau dort, wo die Grenzen der alkoholfreien Area aufhören: vor die Uni, in den Hofgarten, an den Brunnen an der Poppelsdorfer Allee und auf die Bänke der Bushaltestellen.
Hier, zwischen Studenten und Cafébesuchern, darf man noch gemütlich und genüsslich ein Bierchen zischen, denn kein Alkohol ist schließlich auch keine Lösung, das wussten schon Die Toten Hosen. Die Kollegen sitzen derweil noch immer im Loch, rauchen Tabak und schlendern hin und wieder zur Uni, um sich ein kleines Schnäpschen zu genehmigen.
Wer sich also demnächst abends per Zug auf den Weg nach Köln macht und über das berühmte, rheinische “Bier für’n Weg” nachdenkt: Vorsicht, der Spaß könnte bis zu 1000€ Bußgeld kosten.
Siehe auch:
Mittwoch, 9. Juli 2008