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Meltkritik im Überblick

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© Melt! Festival 2008 / Stephan Flad

Mal abgesehen vom tollen Reim in der Überschrift, das diesjährige Melt! Festival bot und bietet noch immer viel Stoff zum Diskutieren, Meckern und Seufzen.

Eins vorweg, ich war vom Melt! grundsätzlich sehr angetan - schließlich haben wir aus dem, was das Festival an Atmosphäre und Programm vorlegt, das Beste gemacht. Denn ein gutes Festival bedarf schließlich mehr, als nur Nonstop-Bespaßung von außen.

Aber die Pannen waren nunmal da. Und mit ihnen auch die Vorwürfe: Massenmainstreamkommerz, unkommentierte Bandausfälle, fragwürdige Brutalo-Securities, überfüllte Veranstaltungsstätten und Matsch.

Während dem Intro Magazin auf ganzer Linie Gefälligkeitsjournalismus und Berichterstattung durch die rosarote Partnerbrille vorgeworfen wird, spricht die TAZ vom Krisen-Melt! 2008 und zitiert Intro-Herausgeber Matthias Hörstmann, der sich nicht mehr so ganz begeistert vom “Drei-Tage-wach-Publikum” zeigt. Zwar wurde dieses eigens durch Gewinnspiele und Elektromukke zum Schlafentzug animiert, doch wenn das einstige Kultfestival zur Loveparade mutiert, läuft irgendetwas schief. Das sehen auch die Popnutten so und verfassen dem Melt! einen würdigen Nachruf.

“Wir wollten unser letztes MELT! und wir haben es bekommen!” schreibt elEktrolYd bei Jetzt und es folgt ein Festivalbericht, der einen seufzend nickend, verärgert den Kopf schütteln und zugleich schmunzeln lässt.

Nur was tun, jetzt wo die zwanzigtausend Besucher auf der Matte stehen und der Neonzirkus in der Stadt aus Eisen schon lange kein Geheimtipp mehr ist? Im offiziellen Statement gestehen die Veranstalter Engpässe ein, erklären die Lage und geloben Besserung, sollte man ihnen im kommenden Jahr noch einmal eine Chance geben.

Der speziell eingerichtete Online-Fragebogen soll hierfür die Einstellungen des Publikums zu Gemeinschaftsgefühl, Image und Stimmung erforschen. “Ich bin stolz darauf, dass andere wissen, dass ich in diesem Jahr beim Melt! war.” heißt eine der Aussagen, denen man voll und ganz oder auch nur eher weniger zustimmen kann.

Das Bändchen jedenfalls prangt nach wie vor an meinem Arm und wenn mir langweilig ist, spiele ich hin und wieder nachdenklich daran herum. Wie Franzi und ich das Festival musikalisch und fotografisch erlebt haben, kann man übrigens drüben bei The Headhoops nachlesen.

Musik

Muxtape Day #2

Um den Muxtape Day #1 fortzführen, habe ich passend zum sommerlichen Wetter draußen einen neuen Musikmix erstellt. (Übrigens unabhängig von Marcel, der mir da irgendwie zuvorgekommen ist und seine Idee telepathisch an mich übertragen hat.)

MUXTAPE ist die neue Generation des Mixtapings, hier kann man Listen von Songs zusammenstellen, sie mit anderen Leuten teilen und immer wieder neue Lieder und Kombinationen entdecken.

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“Rest now, weary head, you will get well soon.”
klammerauf.muxtape.com RSS

  1. Get Well Soon - Prelude
  2. Friendly Fires - On Board
  3. Pete And The Pirates - Mr Understanding
  4. Larrikin Love - Downing St. Kindling
  5. The Whitest Boy Alive - Burning
  6. MGMT - Weekend Wars
  7. Babyshambles - Sedative
  8. The Virgins - Private Affair
Unterwegs

You melt my heart

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Das Melt! war großartig, die Bands bezaubernd, die Atmosphäre unübertroffen, das Wetter semi-annehmbar, das Campen chillig, unsere Freunde super und die 3 Tage wach haben wir leider nicht ganz geschafft. Dafür aber drei Tage vorzügliche Unterhaltung.

Das obere Bild zeigt übrigens mich am dritten Tag nachmittags auf dem Campingplatz. Ich bin nun fleißig am schreiben. Und zwar den Bericht dazu - und morgen eine Klausur über Methodenlehre.

Unterwegs

Auf geht’s zum Melt!

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Morgen werde ich mir meine Reisetasche und das Zelt schnappen und dann geht’s los, kilometerweise über die Autobahn bis hin nach Ferropolis, der Stadt aus Stahl in Gräfenhainichen bei Dessau.

Hier steigt wieder das Melt!, wo ich schon letztes Jahr war und welches wohl zu den besten Festivals der Republik zählt und das einzige Festival mit Schaufenradbaggern ist. Auch das Lineup enttäuscht nicht (fett = must-see):

Adam Green | Alexander Marcus | Alter Ego | Battles | Björk | Blackmail | Blood Red Shoes | Bonde Do Role | Booka Shade | Boys Noize | Burger/Voigt | Caspa | Cobblestone Jazz | Commix | Crookers | Daniel Haaksman | David Dorad | Deize Tigrona | dEUS | Die Türen | Dillon | DJ Beware | DJ Supermarkt | Doc Scott | Does It Offend You, Yeah? | Dúné | Editors | Edu K | Efdemin | Ellen Allien | Empro | Erlend Øye pres. Kakkmaddafakka | Fotos | Franz Ferdinand | Friendly Fires | Fujiya & Miyagi | Get Well Soon | Goldie | Goldie vs. Doc Scott | Gui Boratto | Gus Gus | Henrik Schwarz | Hercules And Love Affair | Hot Chip | Jack Tennis | Jape | Kate Nash | Karrera Klub | King Kong Klub | Kissy Sell Out | Klee | Ladyhawke | Late Of The Pier | Len Faki | Les Ÿper Sound | Lightspeed Champion | Los Campesinos! | Lützenkirchen | Luna City Express | M.A.N.D.Y. | Marcus Meinhardt | Markus Kavka | Markus Welby | Mathew Jonson | Mathias Kaden | MC Deize Tigrona | MC Glacius | MC Gringo | MC Kemo | MC Lowqui | MEN (Le Tigre DJ Set) | Miss Kittin & The Hacker | Miss Platnum | Modeselektor | Møenster | Mr. Oizo | Mutlu | Navel | Neon Neon | Oliver Koletzki | Operator Please | PeterLicht | Philipp Maiburg | Renato Ratier | Revolver Club | Robyn | Róisín Murphy | Rummelsnuff | Sascha Funke | Say Hooo! | Shir Khan | Sick Girls | Sick Sinus | Skream | Stereo MCS | Steve Bug | Storm | Supermayer | Superpunk | The Cheapers | The (International) Noise Conspiracy | The Count & Sinden | The Mitchell Brothers | The Notwist | The Teenagers | The Whitest Boy Alive | Tobias Thomas | Tomas Andersson | Twisted Wheel | Turbostaat | Uffie & Feadz feat. Technotronic | Why? | Zoot Woman

Ausführliche Berichterstattung erfolgt wie immer auf TheHeadhoops.org. Ich werd mich dann mal auf den Weg in die Stadt machen, noch ein paar letzte Vorbereitungen treffen, das Zelt abholen und mich bei Late Of The Pier auf den Ohren aufs Wochenende freuen.

Persönlich

Die Flucht aus der Stadt

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Nur wenige hundert Meter von meinem Haus entfernt befinden sich die Felder. Dass sie da waren, wusste ich eigentlich schon immer - manchmal begegneten mir mittags auf dem Weg zur Uni ein paar Jogger oder ältere Frauen, die dort ihre Hunde spazieren führten. Aber mein Lebensumfeld erstreckte sich bisher eigentlich nur auf die Supermärkte in der Gegend, meine Tankstelle, den Weg zur Uni und die Innenstadt mit ihren Einkaufsstraßen, Geschäften und Fastfood-Restaurants.

Dabei habe ich lediglich fünf Minuten entfernt die Natur. Der Straßenlärm war mit einem Schlag verschwunden, stattdessen zirpten Grillen und ich inspizierte die umgeknickten Ähren auf den Feldern dahingehend, ob es sich nicht vielleicht um mysteriöse Kornkreise handeln könnte. Ich war einMedienopfer und ich konnte mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal aus der Stadt mit ihren Bussen, Dönerbuden und lauten Menschenmengen herausgekommen war.

Die Gegend erinnerte mich an die Landstriche, in denen ich früher im Urlaub mit meinen Eltern oft spazieren war. Wir waren abends essen im Restaurant, holten uns an der Eisbude eine Kugel Marzipaneis in der Waffel und spazierten dann durch den Ferienort. Auch wenn mich Familienurlaube meist zu Tode langweilten, war dort das Gefühl von Geborgenheit, das weit über üppiges Restaurantessen und frische Betten in Ferienwohnungen hinausging. Die reine Luft und der Geruch der Felder, während es langsam dämmerte. Und dann müde und glücklich ins Bett fallen und sich unter den blütenweißen Laken verkriechen.

Nun holte ich mir ein Stückchen davon nach Hause. Hin und wieder fahren ein paar Fahrradfahrer auf der schmalen Straße an mir vorbei. Ich sitze auf einer Bank, schaue über das Feld und höre den Grillen zu. Für einen Moment vergesse ich den Stress. Die Zukunft. Die To-Do-Listen. Den Stadtlärm. Den Bunker, in dem ich morgen sitzen und all mein Wissen zu Papier bringen werde. Es wird langsam dunkel, hinten flimmern die Lichter der Stadt und die Luft riecht nach Sommer und ein bisschen nach Marzipaneis.

Persönlich

Die Klausurenphase

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… beginnt am Montag. Ich habe noch nie viel davon gehalten, sich wochenlang in einem Zimmer zu verbarrikadieren und eine Stimmung zu verbreiten, als sei man das letzte Semester über in keiner einzigen Vorlesung anwesend gewesen. Aber trotzdem würde ich sehr gerne bestehen. Also studiere ich meine Unterlagen und esse dazu auf meinem nagelneuen Toaster frisch getoastetes Toastbrot.

Zitat des Tages:

Wenn jede Sprache nur subjektiv ist, gibt es niemanden, der über die Wirklichkeit objektiv verfügen kann. Es gibt keine intersubjektive Objektivität, nur subjektive Blicke auf die objektive Wirklichkeit.

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