Klammerauf.org
I'm Ines and this is my blog. I'm twenty and I currently live in Berlin, Germany. I love music, art and the simple pleasures of life which is basically what this is going to be all about.
Online
3

Adventsmagic

adventskalender.jpg

Um den allgemeinen Trend mal mitzumachen: Auf TheHeadhoops.org gibt es seit heute einen kleinen, aber feinen Adventskalender mit lustigen Bildchen und hübschen Preisen rund um Musik, Konzerte und was sonst nocht so Spaß macht. Reinschauen lohnt sich also.

Aber mal weg von der ganzen Adventsromantik- ich wurde gefragt, wie unser Kalender funktioniert und für alle Nachzügler, die doch noch ins Online-Adventskalender-Business einsteigen wollen, hier mein kleines Skript. Keine Meisterleistung, aber eine ganz nützliche Spielerei.

Zuerst braucht man natürlich das Datum:

$datum = (date("d.m.Y"));

Anschließend wird passend zum jeweiligen Datum ein Bildname und ein Text festgelegt, die ausgegeben werden können. (Für den Bildnamen bietet sich natürlich uneindeutiges an, damit auch keiner schon vorher reinschaut.)

if ($datum == "01.12.2007") {
$img = "bildnummereins";
$text = "Der Text des ersten Tags.";
}
elseif ($datum == "02.12.2007") {
$img = "bildnummerzwei";
$text = "Der Text des zweiten Tags.";
}
...

So geht es schließlich weiter bis zum 24. Dezember. Damit außerhalb der Adventszeit auch etwas Hübsches zu sehen ist, fehlen noch Alternativ-Bild und -Text.

else {
$img = "ersatzbild";
$text = "Oops, entweder ist der Advent schon vorbei, oder er hat noch nicht angefangen.";
}

Das war nun der Code im Hintergrund, das Ganze kann man anzeigen lassen, wie man möchte.

<div id="adventskalender">
<img src="<?php echo $img ?>.jpg" border="0" />
<div class="text"><?php echo $text; ?></div>
</div>

Ein bisschen float hier, ein wenig Formatierung da und fertig ist der kleine Adventskalender. Happy… naja, Advent halt.

01.12.2007 at 08:05 pm
Kultur
18

Warum ein Stofftier in jedes Bett gehört

lala.jpg

Das ist Lala. Ich bekam sie zu Ostern 1996, eigentlich war sie für meinen kleinen Bruder bestimmt, aber der konnte sie weder halten, geschweige denn mit ihr spielen und so bekam er das Plüsch-Ei, das sie in den Pfoten hielt, und ich den Rest. Ich nannte sie “Lammi Lamm”, kurz “Lala”, und das alles, bevor die Teletubbies in die Kinderzimmer einmarschierten und ein jeder den Namen nur noch als “Laa-Laa” aussprach.

Noch immer gehört sie mir, tagsüber hütet sie mein Bett, nachts mich. Sie hat große Ohren, scheint ständig zu lächeln und bringt mir ein bisschen Kindheit zurück, wenn man das überhaupt so nennen kann. Ich erinnere mich nämlich immer gerne an meine Schulkameradin, die in der vierten Klasse stets wehmütig von ihrer “Kindheit” erzählte und in Erinnerungen schwelgte.

Lala ist meine Rebellion gegen die mit fortschreitendem Alter erwartete Coolness und gegen fragwürdige Vorstellungen vom Erwachsenwerden. Da sollte jeder guten Gewissens mitmachen.

Ich stelle mir gerade den jungen BWL-Studenten vor: siegessicher bringt er zum ersten Mal eine Discobekanntschaft mit nach Hause und nach einem vielversprechenden Vorspiel zieht sie plötzlich entsetzt ein kleines, grünes Stoffkrokodil unter der Bettdecke hervor.

“Das ist Kroko.” entgegnet er und platziert das grüne, lächelnde Ding wieder neben dem Kopfkissen. “Erwachsensein wird oft überbewertet. Reife, was ist das schon? Jedenfalls keine Checklist.”

29.11.2007 at 04:52 pm
Musik
4

Meine Cool List 2007

Nach meinem kleinen Kommentar der NME Cool List 2007 blieben nach wie vor viele Fragen offen. “Wen findet die denn jetzt cool?” zum Beispiel. So habe ich mich also hingesetzt und meine eigene, vollkommen subjektive Cool List aufgestellt - aus tollen Musikern, die mir das Jahr 2007 ein bisschen schöner gemacht haben. Voilà.

meinecoollist.jpg

10. Morgan Yeah? (Does It Offend You, Yeah?)
Der Typ geht ab. Klingen DIOYY auf Platte doch ziemlich elektronisch und nicht sonderlich live-praktikabel, sind sie auf der Bühne ein Feuerwerk der positiven Energie (ich berichtete), was sicher auch am charismatischen Frontmann liegt. Und der ist cool, das hat selbst der NME gewürdigt.

9. Emily Rotter (Boys Of Brazil)
Diese Friese muss man erstmal nachmachen… Emily Rotter ist jung, spielte schon mit Faris Badwan (The Horrors) in der Band The Rotters und hat sehr interessante Haare. Boys Of Brazil spielen sich hier und da durch die Clubs, haben 2007 richtig losgelegt und verdienen definitiv mehr Aufmerksamkeit. Anhören!

8. Jet Storm (Trash Fashion)
It’s a rave Dave, dam da dam da dam, it’s a rave Dave, dam da dam da dam, just lots of people in a room spreading love and listening to tunes, it’s a rave Dave! So viel zur Nurave-Hymne des vergangenen Jahres, inbrünstig dargeboten von einem Typen in Turnschuhen, Shorts und langen Haaren, fernab der Neon-Hipster-Kultur und Hype-Pop-Fraktion. Jet Storm ist übrigens sein Künstlername, wer hätte das gedacht…

7. M.I.A.
Siehe hier. Oder hier. Geil. Powerfrau. Supercool. Krass genial. Wow. Super Stimmung und überhaupt, ich bin für eine höhere Frauenquote, was Coolness angeht, selbst wenn meine Liste auch eher Männerdominant ist. Liegt aber daran, dass ich selbst weiblich bin. Egal. M.I.A. - großartig!

6. Gary Powell (Dirty Pretty Things)
Eigentlich verdient er ja Platz 1 der Jahrtausends-Cool-List für alle Zeiten, denn gäbe es das Amt eines Weltoberhaupts, würde ich ihn sofort dafür nominieren. Keine Frage, Gary ist der coolste Mensch auf Erden und belegt hier lediglich nur den sechsten Platz, weil es um 2007 im speziellen geht. Gary owns the world, trotz allem.

5. Luis Felber (Jamie T Band)
Luis hat eigentlich einen viel längeren Namen, spielt Gitarre in der Jamie-T-Band The Pacemakers und außerdem noch in einer Grunge-Band, den Eraserheads. Bekannt wurde er trotzdem im Hintergrund von einem der coolsten Musiker aus England und hinter dunklen Ray Bans versteckt sich ungeahnte Coolness. “I’ve been watching you!” (”If You Got The Money”).

4. Patrick Wolf
Jugendlicher Ausreißer, Peter Pan von heute, glitzerndes Märchenwesen - Patrick Wolf hat viele Gesichter und dafür lieben wir ihn. He’s bringing sexyback, Glitter und wundevolle Musik von Pop zu Electrofolk und wieder zurück. Und er liebt die Musik, dafür lieben wir ihn umso mehr. The magic position ist in diesem Falle Positon 4.

3. Edward Larrikin (The Pan I Am)
Der Shock über die Trennung von Larrikin Love sitzt uns immer noch tief in den Knochen, doch ehe wir uns versehen konnten, meldet sich Ed mit seinem Soloprojekt (ich berichtete) und neuen Songs zurück und nimmt und ein kleines bisschen Wehmut. Gewöhnungsbedürftig, aber doch irgendwie genial - Ed Larrikin ist ein Phänomen und Nummer drei in meiner Liste.

2. DJ Feadz
Uffie? Wer war das nochmal? Zugegeben, hätte ich zu viel Geld, würde ich mir diesen kleinen Franzosen auch für eine Geburtstagsparty buchen, am liebsten für 24 Stunden. Während seine Freundin das Publikum nur müde gähnen lässt, bringt er mit seinen DJ Sets die Menge an den Rand der Extase und wirkt dabei fast schon schüchtern - wie ein kleiner Franzose eben. Diese Coolness muss belohnt werden.

1. Jack Peñate
Schon früh wusste jeder, dieser Typ wird das nächste große Ding werden: mit einer unverkennbaren Stimme, Käppi, Holzfällerhemd, einem Grinsen im Gesicht und wunderschönen Klängen. Und tatsächlich, dieses Jahr hat er es eindeutig verdient, die coolste Person zu sein. Wer ihn also noch nicht kennt, sollte das schleunigst ändern. Peñate spricht man übrigens Pen-jah-tej aus, nur mal so - das lernte ich allerdings auch erst diesen Herbst.

So weit, so gut - wie sieht’s bei euch aus? Wer hat euer Jahr 2007 schöner gemacht? (Muss ja nichts mit Musik zu tun haben.)

27.11.2007 at 07:54 pm
Kultur
1

The best afterparties don’t come with a flyer

afterparty2.jpg

Merlin Bronques über Afterparties:

Miami has an amazing afterparty culture. When Miami kids go out they don’t expect to get home until dawn. I know so many Miami girls that keep a change of clothes in their trunk in case they have to go straight to work the next day. The best afterparties don’t come with a flyer. They’re like one night stands (there’s dirty dishes in the sink and someone’s apologizing for the mess while they’re looking for alcohol). You know there’s a good chance the afterparty is going to be good if you’re in a carpool of 5 cars following each other and there’s less and less tall buildings outside and more and more trees.

You shouldn’t leave a club early to go to an after party; the afterparty needs to be rubbing against the complete end of the last party that you squeezed every drop out of. That is the proper energy to bring to an afterparty. But, I don’t like to outlast afterparties, I like them to outlast me. I like to leave before it ends thinking that I may be missing something and reading my TXTS the next day to hear what happened.

at 11:50 am
Persönlich
3

Familiennostalgie

Ich sitze im Wohnzimmer und meine Familie pennt. Vater, Mutter, Bruder. Oder Family, wie die coolen Kids sagen, die ihre Eltern auch ganz traditionell mit “Mum” und “Dad” ansprechen und die Worte dabei künstlich-amerikanisch in die Länge ziehen. Alles andere, was in meiner “Family” außer “Maaam”, “Däääd” und Bruder noch existiert, zählt eher zu den entfernten Verwandten.

omaruth.jpg

Das war mein Großmutter väterlicherseits, sie hatte drei Söhne, die sich nach ihrer Aussage nie stritten und am Mittagstisch stets um Schnitzel mit Pulli-Pulli, Erbsen in Mayonnaise, kämpften.

Als sie einmal mit dem Auto unterwegs waren, parkten meine Großeltern den Wagen auf einem Hügel, stiegen aus um ein paar Besorgungen zu machen und ließen die drei Jungs, die in meiner Vorstellung stets den Eindruck von Tick, Trick und Track machen, allein in ihren Kindersitzen zurück. Es begann ein Überlebenskampf, denn das Auto rollte unermüdlich rückwärts, und steuerte die Brüder geradewegs in den Tod, ohne dass ihre Eltern auch nur das Geringste ahnten. Todesmutig, wie er schon immer war, zog mein Vater die Handbremse und rettete den Nachwuchs seiner Familie. Diese Geschichte erzählte meine Großmutter immer gern, wenn wir früher bei Tomatensaft und Toast im 18. Stock des Hochhauses saßen. Natürlich nicht, ohne zu erwähnen, dass ihr Ältester immer friedlich war und den Damen stets die Hand küsste. (Ob er dies allerdings freiwillig tat, ist mir nicht bekannt.)

Ich rannte viel lieber auf den Balkon, lehnte mich über die Brüstung und versuchte, ein wenig des väterlichen Todesmutes nachzuempfinden. Nicht selten stürzten sich Leute aus diesem Haus in die Tiefe und landeten im Sandkasten des angrenzenden Kindergartens. Nachdem ein Mann einmal seine kleinen Kinder mitnahm, wurden sogar alle öffentlichen Balkone vergittert.

Damals war ich vielleicht 8, gelangweilt und lebensmüde. Ich hüpfte im Fahrstuhl, benutze die kaputten Fitnessgeräte im Hochhauskeller und versteckte die Zigaretten meiner Großmutter. “Ich brauche keinen Mann.” verkündete ich damals. “Wir sprechen uns in zehn Jahren wieder.” meinte meine Oma altklug. Fast immer, wenn ich am Rhein entlangfahre, sehe ich die große Leuchtreklame des Hochhauses, es ist noch immer so steril und ich bilde mir ein, es wackle im Wind.

24.11.2007 at 04:25 pm
Persönlich
2

Jetzt bin ich hier - und nun?

Seit bald 2 Wochen wohne ich hier und alles ist wie vorher. Anfangs war sie noch da, die Aufregung, das Neue, ich wollte so vieles besser machen und irgendetwas verändern, sei es auch nur eine kleine Routine. Aber alles ist wie vorher.

Die australische Bloggerin Gala Darling hat schon vor einer ganzen Weile einen tollen Artikel namens “Wherever you go there you are” veröffentlicht. Und so trivial wie der Titel klingt, als ich es erneut las, dachte ich, es handle von mir:

As we move from city to city, place to place, the one constant is us. Once the newness & excitement of moving has worn off, we often find that we are depressed again. We still dislike people. We still hate work. Our relationship still drains our energy & happiness. We still binge eat or drink too much or fritter our money away. If we don’t change anything about ourselves, we just take whatever is inside us wherever we go.

So weit, so gut - hier bin ich. Die Aufregung ist weg, der Alltagstrott ist wieder da und ich bin genauso misanthropisch wie vorher. Dabei habe ich habe kein Problem mit meiner Stadt, ich wohne nicht in einem Ort ohne Auswege und muss mich nicht zwanghaft mit meinem Umfeld arrangieren. Ich bin glücklich hier und vielleicht sollte man sich von einer oberflächlichen Veränderung einfach nicht zu viel erwarten.

[...] shifting your physical location is not going to change who you are. It will change your life in trivial ways, but not you.

Fazit: Wer Veränderung will, muss sich selbst verändern? Scheinbar ja, sei es eine kleine Routine, die Erfüllung eines langersehnten Wunsches und das Umsetzen von etwas, was man sich schon lange vorgenommen hat. Eine To-Do-List in einem kleinen Notizbuch, das man immer bei sich trägt.

[...] if you can learn to appreciate where you live now, & all the small, seemingly insignificant but wholly beautiful things which make up your life, your days will be filled with joy & beauty.

Joy & beauty, joy & beauty… Ich glaube, eine positive Einstellung ist der Schlüssel zu allem, selbst wenn es nach alter Hippie-Romantik klingt - sei es in der neuen Umgebung, im Internet oder an der Supermarktkasse. Ich mag Menschen, die etwas aus ihrem Leben machen und lese gerne Blogs, die eine positive Einstellung vermitteln. Dann ist es, Gott sei Dank, auch vollkommen egal, wo man ist.

22.11.2007 at 10:20 pm
Musik
4

NME Cool List 2007 - wo warn wir stehngeblieben?

Ich gebe es ja zu, ich hinke der Zeit ein wenig hinterher. Aber erst vor ein paar Tagen hielt ich endlich die neue (aka. vor-vorletzte) Ausgabe des New Musical Express in meinen Händen und las im Presseladen am Hauptbahnhof aufmerksam die diesjährige Cool List, eine Top 50 der “coolsten” Persönlichkeiten im britischen Musik-Imperium. Gekauft habe ich den Kram nicht, immerhin kosten die paar Seiten hierzulande 5,50€, ohne dass wirklich etwas Weltbewegendes drinsteht. Aber ich verschluckte mich beinahe an meiner Zunge, als ich die Liste überflog und will es mir nicht nehmen lassen, die Plätze 1 bis 10 sinnvoll zu kommentieren.

nmecoollist.jpg

1. Frank Carter (Gallows)
Who the fuck are Gallows? Klar, de gibt’s, aber was macht einen blutliebenden Tatookünstler, der hobbymäßig in einer Punkband spielt, zum coolsten Menschen des kleinen NME-Universums? Tja. “I’ve gotta get a ‘Fuck The NME’ tattoo,” he declared. “I did say if they put me Number One I’d get it done, because they’d probably think that was cool and that would cement my place for next year.” (Quelle) Ahja.

2. Jamie Reynolds (Klaxons)
BITTE? Nichts für ungut, aber - erm… sorry, aber… Anfangs des Monats traf ich bei meinem heißgeliebten London Calling Festival meine aufgeregten Freunde “Jamie Reynolds is here!” - “Erm… so which Klaxon is it?” - “The fat one.” - “The fat bearded one?” - “Yes.” - “Ah!” Alles klar. Ich war ratlos, denn welcher gehypte Brite hängt am Wochenende in Amsterdam rum, wenn er nicht grad selber dort spielt? Gras kriegt man doch schließlich auch in Camden. Aber ich wurde aufgeklärt, der Jamie (nicht zu verwechseln mit James oder gar Simon) ist nämlich mit Lou Hayter (Keyboarderin von New Young Pony Club und #36 dieses Jahr) zusammen - und die spielte zufällig an diesem Abend. Ist eh alles Inzest.

3. Lovefoxxx (CSS)
Apropos Klaxons… Noch so ‘ne Romanze von der NME New Rave Tour aka. britische Rockstar-Singlebörse #1. Simon und Lovefoxxx, die sicher nur einen solchen Künstlernamen hat, weil ihr bürgerlicher Name brasilianisch und nicht aussprechbar ist. Hat mich damals auf die Bühne geholt und schenkte mir Redbull - dass dieses Getränk bei mir Kotzreiz auslöst, konnte sie ja nicht wissen.

4. Ryan Jarman (The Cribs)
Der Cribs-Gig dieses Jahr war ja bei mir getränkt in allgemeiner Abschiedsstimmung und daher etwas ganz Besonderes - im Gegenteil zum Comeback der Cribs. Das war irgendwie, naja, sagen wir lahm. Vor knapp 2 Jahren, bei den NME-Awards 2006 nämlich, sprang Ryan doch tatsächlich auf den Tisch der Kaiser Chiefs (und verletzte sich nebenbei schwer) - heute ist er eher ein wenig in die Jahre gekommen.

5. Lethal Bizzle
Wer Hip Hop macht, möglichst Brite und nicht Ganxtah ist, ist schonmal cool. Hat damals mit Kanye West geklappt (obwohl der ja bekanntlich kein Brite und irgendwie doch ganz schön asozial ist), Mike Skinner ist eh ein Held (das mein ich durchaus ernst) und wenn Mr. Bizzle dann auch noch einen auf Electro macht, kann ja nichts mehr schiefgehn. Niedlich ist er ja schon - bizzle bizzle!

6. Alex Turner (Arctic Monkeys)
Hachja, was waren das noch für Zeiten, als der kleine, pickelige Alex (war es 2005?) den ersten Platz belegte. Wir lachten uns kaputt, weil er selbst Pete & Carl toppte - aber klein Alex ist erwachsen geworden, angeblich hat er mittlerweile sogar Bartwuchs und außerdem das zweite Album draußen. Cool.

7. Kate Nash
Ich kenne niemanden, der in Deutschland vor allem in der zweiten Hälfte des Jahres so gehyped wurde, wie sie. Auf einmal hört man Dinge wie “Die singt auf britisch, oder? Das klingt ja mal interessant!” Oho! Alle Konzerte sind ausverkauft, sie lacht mich jeden Tag vom Plakat an und wirkt dabei wie die Plain White T’s gekreuzt mit Paolo Nutini und Lili Allen. Doch wer Kate Nash schonmal live gesehen hat, wird mir zustimmen, dass sie doch durchaus charmant ist. Und vielleicht ein bisschen cool.

8. Amy Winehouse
Keine wurde so viel gedisst und ge-gossipt wie Amy Winehouse. Plötzlich hatte sie einen Ehemann, ein passendes Tattoo und eine kleine Heroinsucht und wer den ganzen Tag taff und Explosiv guckt, muss wohl irgendwann wirklich der Meinung sein, man könne als “Junkie” seinen Lebensunterhalt verdienen und dass “Rüpel-Rocker” eine angesehene Berufsbezeichnung ist. Amy Winehouse hats allen gezeigt und verdient die Nummer 8.

9. Beth Ditto (The Gossip)
Apropos Gossip… Beth Ditto hat eine Mörderstimme, performt im Badeanzug oder Bikini, rasiert sich nicht die Achselhaare und lässt sich beinahe nackt ablichten - seht selbst. Ob das geht oder nicht, daran scheiden sich die Geister und ihr ist es schnuppe. Einzig Art Brut’s Eddie Argos beweist Humor und ist damit ebenso cool wie sie. Aber wie sagte schon Hans-Werner Olm? “Verhüllt eure Körper, ihr Nacktschnecken!”

10. Keith Richards (The Rolling Stones)
Ha ha haha hahahaha. Hahahaha haha hahahaha. Ahahahahaha. “Ich fiel in meinem Urlaub von einer Palme und muss daher leider das Konzert absagen!” gehört übrigens zu den besten Konzertabsagen des Jahrtausends - das gab’s noch nicht mal bei den Babyshambles.

So weit so gut, die restlichen Plätze gibt es u.a. beim Musikexpress. Und meine persönliche Cool List of 2007 gibt’s vielleicht beim nächsten Mal.

20.11.2007 at 10:59 pm
Persönlich
9

Rebellion

Seit circa 10 Tagen wohne ich nun allein und schon jetzt bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass “tun und lassen, was man will” eigentlich viel unspannender ist, als es klingt.

eating.jpg
© Lastnightsparty

Sicher, ich kann mitten in der Nacht auf dem Boden sitzend dritte Programme gucken und die Studenten im Haus gegenüber beobachten, mittags vor dem Fernseher Suppe aus dem Topf löffeln und drei Stunden am Stück duschen, da niemand an die Tür hämmert und an mein Gewissen appelliert und der Wasserpreis außerdem in meinen fixen Nebenkosten miteinbegriffen ist.

Ich kann nach durchfeierter Nacht und schlechtem Schlaf in Bandapartments morgens um 10 nach Hause kommen, ohne dass sich jemand um mich sorgt und Leute einladen, die weder Schwiegersohnqualitäten, noch einen Kamm besitzen. Ich kann Poster auf dem Klo und in der Küche aufhängen (über meinem Wasserkocher hängt David Bowie), den Kühlschrank mit unnützem Zeug vollstopfen und wie bei GZSZ immer zur Stimmung passende Musik im Hintergrund laufen lassen.

Überhaupt kann ich eine ganze Menge tun und mich dabei furchtbar rebellisch fühlen. Dass muss auch mal sein - und dass es nur halb so aufregend ist, weil so oder so niemand etwas anderes von mir erwartet hätte, spielt erstmal keine Rolle.

19.11.2007 at 05:38 pm
Persönlich
7

Telegramm

Keine Zeit, Haare nass, morgen Uni, Umzug übermorgen, Zimmer noch voll. Mein Blog döst vor sich hin - der Wille ist da, der Geist aktiv, nur leider fehlt die Zeit (noch nie erlebt sowas). Jeder Student braucht einen Drucker (besser zwei), drucken drucken, lesen lesen, wenig Schlaf und Essen für eins achtzig. Amsterdam ist großartig, Lakritz schmeckt gut und ich bin mainstream (war tatsächlich bei den Kaiser Chiefs - war sehr gut.) Bald geht’s nach London für ein wenig Spaß. Oh, und ich sollte echt mal die Kartons ordnen und vollpacken, sonst gibt das alles nichts mehr - und heute ist übrigens meine letzte Nacht zu Hause. Unspektakulär (finde ich).

07.11.2007 at 06:35 pm
Unterwegs
1

Ein Abend in Köln

boden.jpg
© Lastnightsparty

“‘Tschuldigung!” sprach uns der Mann an. Er trug fingerlose Handschuhe und wedelte mit einer halbvollen Flasche Weißwein. “‘Tschuldigung, ich würde ihnen gerne einen guten Morgen wünschen!”

“Das ist aber ein bisschen früh. Oder spät, wie man’s nimmt.” entgegnete ich. - “Nun ja, bei mir ist das manchmal so, ich steh auf und weiß nicht, ob es Tag oder Nacht ist.”

“Das kenn’ ich.” Es war kurz nach neun an der Luxemburger Straße und abgesehen von der Dunkelheit hätte es genauso gut neun Uhr morgens sein können.

“Hey, wir haben dasselbe Bartsystem!” Sein Blick wanderte zu Hannos Gesichtsbehaarung und ihre Flaschen klirrten aneinander. “Wirklich, das Bartsystem ist vollkommen gleich.” Aus Freude über diese Erkenntnis mussten wir alle lachen und Weißwein ergoss sich über den Boden.

Szenenwechsel. Der Kioskbesitzer vom Laden an der Ecke starrte gebannt auf seinen Fernseher hinter der Theke und schien uns kaum wahrzunehmen. Ein weibliches Wimmern und Stöhnen ertönte aus dem Gerät. “Macht eins achzich.” Seine Augen bewegten sich nicht vom Bildschirm. Die Frau stöhnte. Vielleicht verblutete sie gerade bei ihrem Versuch, die Welt von bösen Aliens zu befreien und starb in den Armen eines GIs mit astreiner Föhnfrisur. Vielleicht war es aber auch nur ein handelsüblicher Porno aus dem Sommerschlussverkauf. “Schön’n Tag noch.” Die Frau stöhnte weiter.

Ich seufzte. Jack Peñate war restlos ausverkauft und würde ich ihn nicht noch in Holland sehen, hätte ich wahrscheinlich schon allein aus Prinzip die gesamte Menschheit verflucht, einschließlich des Weißweinmanns, der nun gestützt auf eine Gitarre an der Straße stand. Noch ein paar Stunden und ich würde nochmal auf seinen guten Morgen zurückkommen.

02.11.2007 at 12:16 am
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