Klammerauf.org
I'm Ines and this is my blog. I'm twenty and I currently live in Berlin, Germany. I love music, art and the simple pleasures of life which is basically what this is going to be all about.
Unterwegs
7

Aufruhr in der Vorstadt

Die pseudo-brisante Reportersendung Akte 07 berichtete kürzlich über eine besonders unerhörte Geschichte: Mitten in einer Wohngegend hatte ein Bordell eröffnet und die Betreiber schienen nicht von der zimperlichen Sorte zu sein. Eine 40.000€ teure Kamera wurde zerstört, das Reporterteam fürchtete um sein Leben, die Anwohner mussten leiden - überhaupt hatte jeder Todesangst. Und wo passierten all diese grausamen Dinge? Im beschaulichen Stadtteil Karlsruhe-Durlach!

Ich wurde hellhörig. Anfang letzen Jahres waren wir in Stuttgart unterwegs, wir sahen Art Brut zum damals zweiten Mal und nach einem genialen Konzert auf Augenhöhe mit Eddies Socken machten wir uns auf den Heimweg Richtung Köln. In Karlsruhe-Durlach endete die Fahrt, die Bahn machte wie immer eine mehrstündige Nachtpause und der Regionalzugverkehr war praktisch tot. Statt in der Innenstadt einen angeblich existierenden Indieclub zu suchen, wärmten wir uns in der Bahnhofskneipe auf. Immerhin war es Januar und ziemlich kalt.

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© Franzi

Grüne Pflanzen dekorierten die mit Gardinen verhängten Fenster und zusammen mit den blauen Lichtschnüren, die bei uns im Winter jeden Hochhausbalkon schmücken, kam fast ein Gefühl von heimischer Gemütlichkeit auf. Stargäste heute waren das Stimmungsduo DJ Siggi und Heike, für die in einer Ecke ein Keyboard sowie zwei Mikrophone bereitstanden. Das Publikum, bestehend aus zufälligen Durchreisenden, der städtischen Jugend und ortsansässigen Berufstrinkern begrüßte sie mit tobendem Applaus, scheinbar hatten sie sich eigens für diesen Anlass hier versammelt.

Siggi haute einen Hit nach dem anderen raus und als Heike schließlich noch bekannte Partyschlager von ihren in Klarsichthüllen gesammelten Songtexten zum Besten gab, kannte die Stimmung kein Halten mehr. Junge Mädchen in kurzen Stoffröcken tanzten in der Mitte der kleinen Kneipe und der ältere Inder an der Bar fand sichtlich Gefallen daran. Von ihm stammten auch die merkwürdigen Drinks, die uns die Kellnerin an den Tisch brachte, während er jedes Mal verheißungsvoll hinüberlächelte.

Die jungen Mädchen drehten sich im Takt der Musik und manche von ihnen werden sicher in zehn Jahren noch hierhin zum tanzen kommen. Bevor Siggi als Zugabe “Der liebe Gott weiß, dass ich kein Engel bin” anstimmte, machten wir uns aus dem Staub und waren pünktlich zum Frühstück wieder zu Hause. Jedes Mal, wenn ich nun blaue Lichtschläuche sehe, denke ich zurück an Siggi und Heike. An die Bahnhofskneipe, das Keyboard und die tanzende Vorstadtmädchen, die Wodka Red Bull trinken und den alten Männern reiheweise den Kopf verdrehen.

27.09.2007 at 12:56 am
Persönlich
6

Brotlose Kunst

Um mal wieder ein wenig Pepp in mein Leben zu bringen, erzählte ich meinen Eltern beim Abendessen, dass ich in eine Altbauwohnung nach Berlin ziehen wolle, um Schriftstellerin, Künstlerin oder Musikerin zu werden. Eigentlich wollte ich sie aus Spaß nur ein wenig schocken, aber sie blieben erstaunlich gelassen. “Schriftstellerin, das wär natürlich was für dich.”

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© The Skullset

Nachdem mein Onkel aus Madrid zurück war, wo er sich erfolgreich vor dem deutschen Wehrdienst gedrückt hatte, gab er ein silbernes Buch über Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft heraus, in dem er unter anderem sich selbst und täglichen Sport anpries. Vor Ewigkeiten einmal schenkte er mir “Wie man einen verdammt guten Roman schreibt” von James N. Frey - damals war ich vielleicht 11 Jahre alt und seitdem habe ich das Buch mindestens fünfmal gelesen. Der Autor schrieb über Prämissen, Humbert Humberts Psyche und dem inneren Konflikt der Protagonisten und jedes Mal, wenn ich das Buch beendet hatte, schien der eigene Roman zum Greifen nahe. Ich wollt es wissen, denn nicht umsonst hatte ich mit 7 Jahren haufenweise Kassetten mit meiner unbescholtenen Stimme besprochen und dem Rekorder meine Geschichten erzählt.

“Nie etwas ausdenken, sondern dem Leben vertrauen.” lehrte mir Wladimir Kaminer und das ist in der Tat auch das, was ich mir immer wieder vor Augen führe. Wenn man richtig hinguckt, steckt das Leben voller Geschichten, die aufgeschrieben werden wollen. Voller Merkwürdigkeiten, Exzesse und Absurditäten, die man gar nicht besser hätte erfinden können.

Nun lebt mein Onkel in China um Remake-Drehbücher zu schreiben und wenn ich einmal mein erstes Buch veröffentliche, werde ich es ihm mit der Notiz “falls verstorben, bitte zurück” zukommen lassen.

25.09.2007 at 10:56 pm
Online
5

Shortcuts

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  • MTV Album Leak - Babyshambles exclusive
    Auf der britischen MTV-Seite kann man exklusiv das neue Babyshambles-Album in voller Länge anhören. Lediglich seine E-Mail-Adresse muss man dafür angeben um in Zukunft britischen MTV-Spam zu erhalten. Klingt vielversprechend.
  • Eine Woche ohne Handy - Magazin - 1LIVE
    Ich dachte schon, ich sei abhängig von meinem Handy. Da hab ich mich wohl getäuscht.
  • Berlin Insane.
    Jamie Stoker macht tolle Fotos aus Berlin. Von seinem Bandtrip, der Oststadt, dem Hostel, seinen Freunden und dem White Trash.
  • Gift-Giving - iCiNG
    Wunderschöne Tipps für invididuelle Geschenke - von Gala, der pink-haired queen of style.
  • Rusko Star - Attention Whore
    Ist das ernst gemeint? Der Typ war mal in der Teenie WG bei Pro7 Taff habe ich mir sagen lassen. Mein Bruder hat übrigens das gleiche T-Shirt aus der H&M-Kinderabteilung - und kennt jemand Jeffree Star? Den gibt’s irgendwie schon länger, oder hab ich da was verpasst?
  • Die Regierung bezahlt mich dafür, dass ich mir den ganzen Tag Heavy Metal anhöre
    Roger Tullgren, ein 42 Jahre alter Tellerwäscher, wurde von der schwedischen Regierung als “schwerbehindert” eingestuft, weil er “von Heavy Metal abhängig ist”.
24.09.2007 at 04:48 pm
Kultur
12

Ah-Oh und Winke-Winke

teletubbyland.jpg
© Google Maps

Hier, nahe dem süd-englischen Stratford-upon-Avon, Shakespeares Geburtstadt, liegt bzw. lag es: das reale Teletubbie-Land. In mir breitet sich ein Gefühl der Angst aus. Ich habe Angst vor dieser heilen Welt, Angst davor, dass sie in echt existiert, wenn auch nur als Drehkulisse. Die beschaulichen, kleinen Wesen, die über den Bildschirm hüpfen und “Nochmal! Nochmal!” rufen, sind in Wirklichkeit Giganten, Tinky Winky beispielsweise ist an die 3 Meter groß und sieht ohne Kopf so aus. Po hat da mit ihren 2,50 Metern fast noch Glück gehabt.

Mal ganz abgesehen davon, dass die Teletubbies unsere Kinder verdummen und zur Homosexualität erziehen, sind sie mir reichlich egal. Vielleicht habe ich Angst vor zu heilen Welten, dem Aufeinandertreffen von Realität und Fiktion oder einfach nur vor pseudofröhlichen Monstern. Ich weiß es nicht. Jedes Mal, wenn ich das Tubbieland von oben sehe, läuft es mir noch immer kalt den Rücken herunter.

23.09.2007 at 05:38 pm
Persönlich
11

Konsum

Dinge, die ich haben möchte:

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(1) Kopfhochpillen von liebeskummerpillen®
(2) “Ich bin kein Berliner” und “Mein Leben im Schrebergarten” von Wladimir Kaminer
(3) Eine super billige Sonnenbrille von Keep Company
(4) Die Ärzte - Jazz ist anders, Die Ärzte - Junge (Single), Babyshambles - Shotter’s Nation
(5) Ein The Streets Feuerzeug. Das The Streets Feuerzeug.
(6) The Headhoops Buttons. Für uns und unsere Freunde.
(7)
Ein Holzfällerhemd. Mein Traum. Ich werde es umnähen und es wird perfekt.
(8) Initial Rings von GirlProps, wahlweise auch mit anderen Wörtern
(9) MultiPlux Profi-Gehörschutz für Konzertbesucher, von Musicsafe
(10) Ein professionelles Diktiergerät
(11) Die BahnCard 50
(12) Ohrringe, gibt’s auch bei GirlProps. Mir egal, dass Lily Allen die auch hat.
(13) Kleine bunte Kugelschreiber!
(14) Ein iPod-Nano-Dock für die 1. Generation. Gern auch die No-Name-Version.
(15) Einmal im Leben eine Obdachlosenzeitung.

Im Großen und Ganzen beschränken sich meine Wünsche allerdings doch eher auf immatrielle Dinge. Was waren das noch für Zeiten, wo man zu jedem Kindergeburtstag eine lange Wunschliste parat hatte…

Wer will, kann das Ganze natürlich auch als Stöckchen übernehmen. Aber bitte mit Collage.

22.09.2007 at 03:24 pm
Persönlich
16

Mein Handy und ich

Mein Handy und ich lebten nebeneinander her. Keiner war wirklich abhängig vom anderen und das war auch gut so. SMS schreiben? Nervig und mühsam. Anrufen? Teuer und mühsam. Handyspiele? Nach einer Woche langweilig und mühsam. Fotografieren? Schlechte Qualität und mühsam. Ton aufnehmen? Praktisch für Interviews, ansonsten mühsam.

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© The Cobrasnake

Aber nun ist alles anders. Im TXL-Bus zum Flughafen merkte ich, dass irgendetwas in meiner Tasche fehlte. Das Handy. Entweder lag es irgendwo auf der Kreuzung am Alexanderplatz oder in Sarahs Bett. Während ich wie immer auf den letzten Drücker eincheckte, war mein erster Gedanke: Sarah anrufen und fragen.

Nur wie, mit lediglich 70 Cent im Geldbeutel und ohne Telefonbuch im Sicherheitsbereich des Flughafen Tegel? Ich malte mir aus, was ich alles verloren hätte. All die Telefonnummern. Alte Freunde, neue Freunde, Familie, britische Musiker, Lehrer, Pressemenschen. Die besten Textmitteilungen der Welt. Meinen Gary-Numan-Klingelton, eine Hommage an die Tundra-Episode von The Mighty Boosh. Meine perfekte Telefonnummer.

Und außerdem ein altes, halb kaputtes Mobiltelefon. Das Berlin 05 Festival für junge Politik hatte eine kleine Schramme auf dem Display hinterlassen, draufladen kann ich nichts, da die zugehörige Software nicht mit Vista kompatibel ist und der Joystick klemmt manchmal. Ich glaube, Sony Ericsson will mir damit sagen, dass ich mir schnellstens ein neues Modell zulegen soll. Von Sony Ericsson natürlich.

Das verlorene Handy ließ mich nicht los. Zu Hause angekommen schrieb ich Sarah, die gerade vom Goose-Gig zurück war. “Nachdem ich dich soeben angeklingelt habe, habe ich festgestellt, dass du es vergessen hast” schrieb sie mir zurück. Puh, ich warte sehnsüchtig auf das Päckchen aus Berlin. Die Moral von der Geschicht: Wir sind doch irgendwie abhängiger, als wir immer denken.

20.09.2007 at 02:50 am
Unterwegs
11

Es wird Herbst

Während ich mir gestern Abend bei den warmen Temperaturen mit meiner Mütze schon fast dämlich vorkam, regnete es heute Morgen in Strömen. Und es war kalt. Ich begab mich auf einen morgendlichen Ausflug zu Maries Wohnung quer durch Friedrichshain und verzweifelte schließlich unter einem Kneipen-Regenschirm neben dem Plus.

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© Jonas Dittmar

Nun bin ich wieder zurück in Köln und auch hier ist es Herbst. Wenn man abends aus der Bahn steigt, ist es schon dunkel, die Bäume bombardieren harmlose Spaziergänger mit Kastanien und der Satellit hat keinen Empfang, weil es zu windig ist. Sämtliche Bands kündigen Touren an, weil die Festivalsaison (endlich) zu Ende ist, die Pyjamas werden länger und wenn man im T-Shirt draußen herumrennt, droht die Erkältung.

Hier meine ultimativen Tipps für einen schönen Herbst 2007:

  • Eine Party über den Dächern der Stadt feiern, mit Musik, dicken Jacken und bunten Tüchern. So wie die Rakes im “We Danced Together”-Video.
  • Mützen kaufen und tragen. Eine Bommelmütze, eine Baskenmütze oder ganz einfach eine billige H&M-Strickmütze.
  • Mit der Familie Federweißen trinken, der eher nach Limo als nach Wein schmeckt. Wahlweise auch mit Zwiebelkuchen von Mama (oder aus dem Supermarkt, falls Mama nicht backen kann).
  • Sich mit einem Berg frisch ertauschten Büchern ins Bett verkriechen.
  • Gemütlich mit Freunden essen gehen, zum Beispiel im White Trash in Berlin. Bei gedimmtem Licht, chinesischer Wanddeko, Bier und einem Chili Cheeseburger mit Pommes.
  • Die Herbstsonne genießen. Immerhin folgen einige Monate ohne wärmende Sonne und wen das stört, der sollte lieber tanken, anstatt im Winter über die Kälte zu nörgeln.
  • Schöne Frauenmusik hören, wie die von Amy Winehouse, Regina Spektor, Kate Nash, Laura Marling oder Emmy The Great.
  • Durchsichtige Regenschirme. Da wirkt selbst das regnerischste Wetter hell, freundlich und weniger grau in grau.

Also ich bin gewappnet. Und triste kahle Bäume, papperlapapp, der Herbst ist eine schöne Zeit des Umbruchs, für alle, die mal was verändern wollen.

19.09.2007 at 01:24 am
Unterwegs
14

Ein Morgen in Berlin

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© Steffen42

Als wir morgens an der Warschauer Straße nach Hause kommen, eröffnet der Crêpe-Mann gerade seinen Stand. Der Wind pfeift kalt auf der Brücke und am Straßenrand steht ein Mann mit Gitarre, der sicher genauso müde ist wie wir. Das Geklimper soll wohl Oasis darstellen, denke ich mir, und wir gehen weiter, vorbei am Matrix, vor dessen Tür noch immer ausnüchternde Besucher herumlungern. Die kennen bestimmt Bushido persönlich.

Vorurteile habe ich allerdings keine, Berlin ist eine tolerante Stadt. Die angetrunkene, taubstumme Clique, der Goliath mit schwarz-weißem Irokesen, die mürrischen Rentner - das alles ist keine Besonderheit und auch wenn sich die Leute hier mehr Zeit nehmen, jegliche Auffälligkeiten ihrer Mitmenschen lautstark zu kommentieren, gibt es für jeden irgendwo einen Ort, an dem er unter Seinesgleichen ist. Man muss nur wissen, wo.

Mittlerweile ist es Mittag, nach acht Stunden Schlaf scheint über Berlin die Sonne, im Fernsehn läuft ein Sean-Connery-Film und ich habe einen guten Blick auf die wunderschönen Altbauten gegenüber. Gegen aufkommende Sonntags-Langeweile hilft nur eines: hausgemachter Käsekuchen bei Freunden in Zehlendorf.

16.09.2007 at 01:58 pm
Unterwegs
8

Auf ein Neues in die Hauptstadt

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© Aennekin

In etwas weniger als 2 Stunden fährt mein Zug und die Zeit bis zum 18. September werde ich mal wieder in Berlin verbringen. Unsere geplanten Aktivitäten reichen von indisch Essen über IAMX bis hin zu ominösen Clubnights und ich bin gespannt, was das Leben so bringt.

Werd mich jetzt mal anziehen und mein Online-Bahn- und Flugticket ausdrucken. Schönes 21. Jahrhundert. Bis nächste Woche! (Auch wenn ich für das ein oder andere Berlin-Update sicher nochmal den Weg zu einem Computer finden werde.)

13.09.2007 at 12:37 pm
Persönlich
4

French Connection

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Diese Frankokanadier, mit denen ich gestern Abend das Vergnügen hatte, nennen sich Malajube. Sie singen auf Französisch, aber live merkt das kaum einer und ich bin überzeugt, dass sie genauso gut Kochrezepte singen könnten.

Meine Französischkenntnisse beschränken sich im Allgemeinen auf “Je m’appelle Ines et j’aime la musique du rock”, außerdem kann ich spärlich bis 10 zählen. In der 11. Klasse dachte ich mir als langjähriger Lateinschüler, es sei cool, jetzt noch schnell eine lebende Fremdsprache zu lernen - man muss schließlich alles mitnehmen, was man kriegen kann. Dass Schule allerdings kein Supermarkt ist, lernte ich schnell. Schon als unsere Lehrerin mit deutschem Doppelnamen uns auf Französisch begrüßte, wusste ich: Dieses Fach wähle ich so schnell wie möglich wieder ab.

Wenigstens bestand der gesamte Kurs aus Anfängern und wir lernten alles von Grund auf - die einen langsamer, die anderen schneller. Da war zum Beispiel mein Sitznachbar Marcus, der immer mit Tintenroller schrieb und mir während der Stillarbeit Dinge wie “La erection!” ins Ohr flüsterte - dabei weiß doch jedes Kind, dass “die Erektion” im Französischen männlich ist und es somit “L’erection!” heißen müsste.

Da die Französischstunden in die nullte Stunde fielen, war es teilweise noch mitten in der Nacht, wenn wir uns im ersten Stock zur fröhlichen Runde versammelten und man sah die glühende Sonne am Himmel hinter Porta aufgehen. Trotz dieser Romantik wählte ich nach schon einem halben Jahr Hals über Kopf ab. Auf meinem Abizeugnis steht nun “Französisch - 11.1 bis 11.1″ und darauf bin ich mächtig stolz.

12.09.2007 at 03:34 pm
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