Persönlich

Kurz vor achtzehn

Anhalten. Die Zeit. Schnell. In 3 1/2 Monaten werde ich 18 und es macht mir Angst. Nicht, dass ich nicht bereit fürs gesetzlich Erwachsensein wäre, ganz im Gegenteil, aber momentan scheint mir das Achtzehnwerden wahnsinnig unnötig.

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© The Cobrasnake

In Clubs kommt man auch so, wenn man weiß, wie. Führerschein? Brauch ich eh noch nicht. Legal harten Alkohol? Scheiß drauf. Ernst genommen werde ich ebenfalls und wenn nicht, wird daran auch eine 8 hinter der 1 nichts ändern.

Der 14. Dezember ist Stichtag, nie mehr werde ich dann lästige Vertreter, die einem auf der Kölner Fußgängerzone Mitgliedschaften andrehen wollen, mit einem “Sorry, ich bin noch unter 18!” kurz und schmerzlos abwimmeln können, ohne lügen zu müssen.

Und auch wenn heute scheinbar noch 30-jährige jugendlich-frisch durchs Leben hüpfen, ist man als gesetzlich Volljähriger doch irgendwie weniger jung als vorher (logisch). Jung ist man nur einmal im Leben und als ob das nicht schon genug wäre, habe ich das konstante Gefühl, ich hätte eine Menge verpasst. Was muss man mal gemacht haben als minderjähriger Mitbürger?

3 1/2 Monate bleiben mir noch, also lasst mal hören!

Persönlich

Universitätendschungel Vol. 3

Sehr geehrte Bewerberin, sehr geehrter Bewerber, leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Sie im Hauptverfahren der Studienplatzvergabe für das Wintersemester 2007/08 nicht zugelassen worden sind. […]

Kam heute per Mail, Absender info.zulassung at verw.uni-hamburg Punkt de. In der angefügten .xdp-Datei (die übrigens zu Acrobat Reader gehört) erfuhr ich außerdem, dass der schlechteste angenommene Bewerber einen Durchschnitt von 1,1 hatte und ich mit meinem Schnitt 10 Semester warten muss, sollte ich trotzdem in der Hansestadt Hamburg studieren wollen.

Da waren es nur noch 3 2, die Uni Düsseldorf, Humboldt-Uni Berlin und Freie Uni Berlin. Ich werd morgen telefonisch klären, ob in Berlin wirklich schon die Immatrikulationsfrist abgelaufen ist (wenn ja, käme das einer Absage gleich), meine Chancen stehen irgendwo im Bereich “schlecht”, aber Rumheulen bringt eh nichts. Abwarten und Tee trinken ist angesagt.

Unterwegs

Emanuela

Köln, heute Nachmittag. Zwei Spanierinnen, Emanuela und ihre Freundin, wollten ohne Geld im IC von Köln nach Berlin und baten mich am Hauptbahnhof auf Englisch mit spanischem Akzent um meine Hilfe. “Kontrollieren die hier?” und “Meinst du, wir können die Strecke auf dem Klo ausharren?” Prinzipiell schon, entgegnete ich. Nur die Klotür nicht abschließen, denn jeder geübte Schaffner bleibt vor der Tür stehen und wartet, wenn die Anzeige unter der Klinke rot zeigt. Gesagt getan, sie baten mich dann, sie mit Klopfzeichen vor dem Schaffner zu warnen.

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© x****

Ich habe nunmal Verständnis für Leute, die ohne Geld durch Deutschland reisen, denn was gibt es schöneres, als die Freiheit auf den Schienen und spontanes Reisen mit Minimalbudget, kalten Ravioli und billigem Alkohol? Und was gibt es dabei hindernderes, als die total überteuerten Preise der deutschen Bahn?

“If they catch you, just pretend not to speak German or English!” war mein letzter Rat und während ich Musik hörte, die NEON las und Sudokus aus dem Hausaufgabenheft meines Bruders löste, drückte ich den Mädchen beide Daumen. In Stendal, c.a. eine Stunde vor Berlin sah ich sie das letzte Mal und ich hoffe, sie haben es geschafft. Und Emanuela kann von Glück sagen, dass die Spanier Fettes Brot nicht kennen.

Nun bin ich also in Berlin. Mal wieder. Gleich fährt unsere Bahn und es geht ab in die Nacht. Das Leben kann manchmal echt schön sein.

Unterwegs

Happenings in Berlin

“Hey, lass doch nächstes Wochenende was zusammen machen!” - “Sorry, da bin ich in Berlin.” Meine Freunde müssen sich mittlerweile auch relativ vernachlässigt fühlen, aber mich hälts einfach nie lange irgendwo. Ich bin wieder weg. Allerdings nur übers Wochenende und diesmal nehm ich meinen kleinen Bruder mit (natürlich nur für die Tagesaktivitäten).

Abgesehen vom typischen Berlin-bei-Nacht-Tourismus gibt’s sogar eine Mission: Wir geben dem ominösen Web 2.0 ganzen eine neue Dimension, und zwar Internet real. Reaaaaaal, ganz in echt und so. Mehr dazu, wenn ich wieder da bin, harhar.

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Auf dem Programm stehen diesmal Death By Pop & Bad Taste (trashige Klamotten, schlechte Musik und immer viel los), am nächsten Tag geht’s dann super fit und ausgeschlafen shoppen mit meinem Bruder, der Junge braucht dringend eine neue Hose und außerdem will er einmal das Brandenburger Tor gesehen haben (das übrigens sehr popelig wirkt, kennt man vorher nur den Nachbau im Phantasialand).

Samstag dann die Kitty Yo & Kitty Go Labelnight im White Trash, das sind dringend mal schönere Flyer leisten sollten. Die Location ist aber wirklich toll und wenn dort nicht gerade überlangweilige Schweden alias Mando Diao auf ihrer überüberlangweiligen Aftershow abhängen, kann es sogar richtig Spaß machen. Ich hoff also mal, dass es gut wird.

Mein Zug geht in dreieinhalb Stunden, ich sitz hier im Pyjama und sollte vielleicht mal ein paar Sachen zusammenpacken. Aber easy, das klappt schon, wir sehn uns in Berlin. Und Sonntagabend bin ich wieder da bzw. hier.

Persönlich

Haare sind übrigens ein rudimentäres Organ…

… brachte mir einst meine Biolehrerin bei. Daran musste ich denken, als ich heute auf dem Frisörstuhl saß. Meine Haare sind wieder gestufter, ich bin glücklicher und meinem Vater ist es natürlich gar nicht erst aufgefallen.

Die Bezeichnung “Friseuse” ist abwertend gemeint, habe ich mir sagen lassen, daher nenne ich sie nun “Frisörin”, neudeutsch eben. Wie dem auch sei, ich bezahle eine Frisörin (im Billigladen sind es immer verschiedene) im Grunde dafür, dass sie mir die Haare schneidet. 14€ für waschen, schneiden, selberföhnen; 16 €, wenn sie mich überredet, noch eine Sprühpflege zu nehmen, weil meine Haare ja so kaputt und vertrocknet sind.

Wenn ich alt bin und keinen mehr zum reden habe, werde ich vielleicht auch den Unterhaltungsservice meiner Frisörin nutzen - aber momentan kann ich getrost drauf verzichten, wenn es sich dabei um eine fast karikierte junge Frau handelt, wie sie glatt in “Alles Atze” vorkommen könnte.

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© The Cobrasnake

Es ist schon eine ganze Weile her, eine Freundin war zu Besuch und begeistert von ihrem neuen Haarschnitt mussten wir direkt unseren lokalen Frisörsalon aufsuchen, damit auch ich mit ihrer Haarpracht mihalten konnte.

Ich kam an die Reihe und die Frisörin (jung, blondgesträhnte lange Haare und einen Brilli auf dem Eckzahn) begann zu schneiden. Ich unterhielt mich derweil mit meiner Freundin und wir planten den Rest unseres Tages. Vielleicht ein bisschen in Köln herumlaufen, eine nette Bar suchen, reden.

“Geht ihr heute abend noch nach Köln?” ertönte sofort eine hohe Stimme von der Seite. “Ja, das hatten wir eigentlich vor.” erwiderte ich und betrachtete mich wieder im Spiegel. Ein paar Haarsträhnen fielen herunter und ich freute mich auf meine neue Frisur.
“Also ich kenne da eine tolle Bunny-Party, die kann ich nur empfehlen! Ist total supi da!”

Ich lehnte dankend ab. Das sei nicht so unser Style und überhaupt wollten wir es doch eher etwas ruhiger angehen lassen. Das verstand sie natürlich sofort. “Ja, es mus ja nicht immer Party sein. Ist diese Länge okay?” Sie hielt eine Haarsträhne zwischen ihren Fingern, ich nickte und die Schere glitt wieder durch meine Haare.

Themawechsel. “Und, was machst du so?”
“Ich bin Abiturientin.”
“Oh!” Ihre eigentlich säuselnde Stimme klang fast bewundernd, dabei war ich noch nicht mal so wirklich stolz darauf. “Bei mir hat es leider nur für die Hauptschule gereicht. Aber macht ja nichts. Und was willst du später mal machen?” Die Holzhammer-Frage.
“Etwas in der Medienrichtung. Vielleicht was auch Kreatives.” Diese knappe und recht allgemeingültige Antwort sollte genügen und möglichst verschleiern, dass ich es selbst nicht so genau wusste.

“Also ich bin ja auch sehr kreativ…” Volltreffer. “Mathe war nie so mein Fall, aber ich hab immer schon gern gemalt und ich versuch das immer mit meinem Beruf zu verbinden.”
“Ahja, na das kann man ja recht gut.”
“Letztens, da hab ich so Schablonen entworfen, weißt du, für Männer, die sich etwas auf den Kopf rasieren wollen. Einmal ein Playboy-Bunny, das ist sehr gut angekommen. Aber auch andere Muster, Tribals und so.”

Ich zeigte mich beeindruckt und stellte mir die Männer vor, die mit einem rasierten Playboy-Bunny auf der Seite ihres Schädels durch die Straßen von Köln liefen. Sowas hat in etwa den Charme eines Eiterpickels, aber ich lächelte freundlich und ärgerte mich innerlich über meine Unehrlichkeit.

Meine Friseuse brachte den Spiegel, ich begutachtete den Schnitt von hinten und freute mich über die kleine Veränderung. Sie freute sich ebenfalls, schon wieder einer Kundin den langweiligen Frisörbesuch ein bisschen versüßt zu haben. “Wiedersehn!” flötete sie uns hinterher.

Seitdem habe ich sie nie wieder gesehen.

Online

Upgrades, Adrenalin und slide slide slide

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Das Leben kann so aufregend sein. Ich habe vorhin The Headhoops von sage und schreibe Wordpress 1.5 auf Wordpress 2.2 upgedatet! Dauerte nur ein paar Minuten, aber spannend wars. Warum also Bungee-springen, wenn man den ultimativen Adrenalinkick auch so haben kann?

Einfach mal ausprobieren. Die ganz hartgesottenen Nerds können auch einfach ohne Backup updaten, das gibt nochmal den zusätzlichen Kick und ist sicher besser als jeder Orgasmus.

Franzi, meine Co-Autorin, teilt meine Euphorie irgendwie nicht so ganz. Zugegeben, es gibt auch irgendwie Geileres als Wordpress und jQuery (slide, slide, slide, slide, slide, slide) aber in dieser Montagnacht will mir partout nichts einfallen.

Beinahe hätte ich Sonntagnacht geschrieben, mein Zeitgefühl ist irgendwo, wo es nicht hingehören sollte. Ich wollte auch gerade aufstehen und mir einen Kaffee machen, bis mir eingefallen ist, dass ich ja erst noch schlafen muss. Verrückte Welt, sehr verrückte Welt.

Wer Lust hat und noch nicht total angenervt von meiner wundervoll charmant-subtilen Schleichwerbung ist, kann ja mal gucken kommen (morgen oder so wirds sogar valide). Vor allem, wer sich für Musik, Konzerte, Bands und Interviews interessiert. Ich geh jetzt erstmal noch was slide slide slide slide slide spielen (klickt mal auf “English Info”). Geil.

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