Unterwegs

Happenings in Berlin

“Hey, lass doch nächstes Wochenende was zusammen machen!” - “Sorry, da bin ich in Berlin.” Meine Freunde müssen sich mittlerweile auch relativ vernachlässigt fühlen, aber mich hälts einfach nie lange irgendwo. Ich bin wieder weg. Allerdings nur übers Wochenende und diesmal nehm ich meinen kleinen Bruder mit (natürlich nur für die Tagesaktivitäten).

Abgesehen vom typischen Berlin-bei-Nacht-Tourismus gibt’s sogar eine Mission: Wir geben dem ominösen Web 2.0 ganzen eine neue Dimension, und zwar Internet real. Reaaaaaal, ganz in echt und so. Mehr dazu, wenn ich wieder da bin, harhar.

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Auf dem Programm stehen diesmal Death By Pop & Bad Taste (trashige Klamotten, schlechte Musik und immer viel los), am nächsten Tag geht’s dann super fit und ausgeschlafen shoppen mit meinem Bruder, der Junge braucht dringend eine neue Hose und außerdem will er einmal das Brandenburger Tor gesehen haben (das übrigens sehr popelig wirkt, kennt man vorher nur den Nachbau im Phantasialand).

Samstag dann die Kitty Yo & Kitty Go Labelnight im White Trash, das sind dringend mal schönere Flyer leisten sollten. Die Location ist aber wirklich toll und wenn dort nicht gerade überlangweilige Schweden alias Mando Diao auf ihrer überüberlangweiligen Aftershow abhängen, kann es sogar richtig Spaß machen. Ich hoff also mal, dass es gut wird.

Mein Zug geht in dreieinhalb Stunden, ich sitz hier im Pyjama und sollte vielleicht mal ein paar Sachen zusammenpacken. Aber easy, das klappt schon, wir sehn uns in Berlin. Und Sonntagabend bin ich wieder da bzw. hier.

Persönlich

Haare sind übrigens ein rudimentäres Organ…

… brachte mir einst meine Biolehrerin bei. Daran musste ich denken, als ich heute auf dem Frisörstuhl saß. Meine Haare sind wieder gestufter, ich bin glücklicher und meinem Vater ist es natürlich gar nicht erst aufgefallen.

Die Bezeichnung “Friseuse” ist abwertend gemeint, habe ich mir sagen lassen, daher nenne ich sie nun “Frisörin”, neudeutsch eben. Wie dem auch sei, ich bezahle eine Frisörin (im Billigladen sind es immer verschiedene) im Grunde dafür, dass sie mir die Haare schneidet. 14€ für waschen, schneiden, selberföhnen; 16 €, wenn sie mich überredet, noch eine Sprühpflege zu nehmen, weil meine Haare ja so kaputt und vertrocknet sind.

Wenn ich alt bin und keinen mehr zum reden habe, werde ich vielleicht auch den Unterhaltungsservice meiner Frisörin nutzen - aber momentan kann ich getrost drauf verzichten, wenn es sich dabei um eine fast karikierte junge Frau handelt, wie sie glatt in “Alles Atze” vorkommen könnte.

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© The Cobrasnake

Es ist schon eine ganze Weile her, eine Freundin war zu Besuch und begeistert von ihrem neuen Haarschnitt mussten wir direkt unseren lokalen Frisörsalon aufsuchen, damit auch ich mit ihrer Haarpracht mihalten konnte.

Ich kam an die Reihe und die Frisörin (jung, blondgesträhnte lange Haare und einen Brilli auf dem Eckzahn) begann zu schneiden. Ich unterhielt mich derweil mit meiner Freundin und wir planten den Rest unseres Tages. Vielleicht ein bisschen in Köln herumlaufen, eine nette Bar suchen, reden.

“Geht ihr heute abend noch nach Köln?” ertönte sofort eine hohe Stimme von der Seite. “Ja, das hatten wir eigentlich vor.” erwiderte ich und betrachtete mich wieder im Spiegel. Ein paar Haarsträhnen fielen herunter und ich freute mich auf meine neue Frisur.
“Also ich kenne da eine tolle Bunny-Party, die kann ich nur empfehlen! Ist total supi da!”

Ich lehnte dankend ab. Das sei nicht so unser Style und überhaupt wollten wir es doch eher etwas ruhiger angehen lassen. Das verstand sie natürlich sofort. “Ja, es mus ja nicht immer Party sein. Ist diese Länge okay?” Sie hielt eine Haarsträhne zwischen ihren Fingern, ich nickte und die Schere glitt wieder durch meine Haare.

Themawechsel. “Und, was machst du so?”
“Ich bin Abiturientin.”
“Oh!” Ihre eigentlich säuselnde Stimme klang fast bewundernd, dabei war ich noch nicht mal so wirklich stolz darauf. “Bei mir hat es leider nur für die Hauptschule gereicht. Aber macht ja nichts. Und was willst du später mal machen?” Die Holzhammer-Frage.
“Etwas in der Medienrichtung. Vielleicht was auch Kreatives.” Diese knappe und recht allgemeingültige Antwort sollte genügen und möglichst verschleiern, dass ich es selbst nicht so genau wusste.

“Also ich bin ja auch sehr kreativ…” Volltreffer. “Mathe war nie so mein Fall, aber ich hab immer schon gern gemalt und ich versuch das immer mit meinem Beruf zu verbinden.”
“Ahja, na das kann man ja recht gut.”
“Letztens, da hab ich so Schablonen entworfen, weißt du, für Männer, die sich etwas auf den Kopf rasieren wollen. Einmal ein Playboy-Bunny, das ist sehr gut angekommen. Aber auch andere Muster, Tribals und so.”

Ich zeigte mich beeindruckt und stellte mir die Männer vor, die mit einem rasierten Playboy-Bunny auf der Seite ihres Schädels durch die Straßen von Köln liefen. Sowas hat in etwa den Charme eines Eiterpickels, aber ich lächelte freundlich und ärgerte mich innerlich über meine Unehrlichkeit.

Meine Friseuse brachte den Spiegel, ich begutachtete den Schnitt von hinten und freute mich über die kleine Veränderung. Sie freute sich ebenfalls, schon wieder einer Kundin den langweiligen Frisörbesuch ein bisschen versüßt zu haben. “Wiedersehn!” flötete sie uns hinterher.

Seitdem habe ich sie nie wieder gesehen.

Online

Upgrades, Adrenalin und slide slide slide

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Das Leben kann so aufregend sein. Ich habe vorhin The Headhoops von sage und schreibe Wordpress 1.5 auf Wordpress 2.2 upgedatet! Dauerte nur ein paar Minuten, aber spannend wars. Warum also Bungee-springen, wenn man den ultimativen Adrenalinkick auch so haben kann?

Einfach mal ausprobieren. Die ganz hartgesottenen Nerds können auch einfach ohne Backup updaten, das gibt nochmal den zusätzlichen Kick und ist sicher besser als jeder Orgasmus.

Franzi, meine Co-Autorin, teilt meine Euphorie irgendwie nicht so ganz. Zugegeben, es gibt auch irgendwie Geileres als Wordpress und jQuery (slide, slide, slide, slide, slide, slide) aber in dieser Montagnacht will mir partout nichts einfallen.

Beinahe hätte ich Sonntagnacht geschrieben, mein Zeitgefühl ist irgendwo, wo es nicht hingehören sollte. Ich wollte auch gerade aufstehen und mir einen Kaffee machen, bis mir eingefallen ist, dass ich ja erst noch schlafen muss. Verrückte Welt, sehr verrückte Welt.

Wer Lust hat und noch nicht total angenervt von meiner wundervoll charmant-subtilen Schleichwerbung ist, kann ja mal gucken kommen (morgen oder so wirds sogar valide). Vor allem, wer sich für Musik, Konzerte, Bands und Interviews interessiert. Ich geh jetzt erstmal noch was slide slide slide slide slide spielen (klickt mal auf “English Info”). Geil.

Live

Hello, this is M.I.A.

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…could you please come get me? Powerfrau. Ausverkaufte Halle. Stage Invasion. Glitzerglitzer und Glowsticks. War wirklich nett, die Frau ist klasse. Mehr Fotos gibt’s hier.

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©

Persönlich

Egomania

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© Mona

Selbstreflexion ist in, genauso wie zu hinterfragen, was man eigentlich so tut. Jeder bloggt übers Bloggen (wahlweise auch über das iPhone oder MacBook), philosophiert über unser pathetisches Leben im Netz oder macht sich zum Teil der grauen Masse. Andere wiederum bewundere ich für ihre Individualität und ihren Ideenreichtum.

Dabei kann nichts so spannend und besonders sein, wie ein junges Leben. Dafür liebe ich Blogs und dafür lese ich sie.

Irgendwann ist mir eingefallen, dass die meisten Menschen, die das hier lesen, relativ wenig über mich wissen. Ich habe kaum etwas erzählt, was ich so gemacht habe und was mich zu dem gemacht hat, was ich bin - und wer mich erst seit meinem ersten Post hier kennt, muss mich irgendwie ziemlich uncool finden. Eine schlechte Basis. Also stellt mir Fragen, ganz viele, und ich werde sie alle beantworten.

Ganz bald schon kommen hier spannende Sachen. Ich werde jetzt erstmal meiner Livemusikliebe frönen, dann vom 24. bis zum 26. August nach Berlin fahren und jeden Mittag könnte ich einen Brief bekommen, der mein Leben verändert. Und ihr könnt alle dabeisein!

Live

Das c/o Pop aka. was von der Popkomm übrigblieb

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© c/o Pop

Schon wieder ein Veranstaltungstipp meinerseits. Aufgrund der Festivalsaison waren die letzten Wochen hier todlangweilig - die Bands waren entweder auf reiner Festival- oder Kleinstadttour (die Großstädte waren ja im Frühjahr schon bedient worden). Aber jetzt geht sie endlich wieder los, die Herbstsaison (vom Wetter her allemal)! Juchu!

Mittwoch, 15. August:
c/o-Pop-Eröffnung mit Battles und Apparat im Gloria (Gloria? Warum zum Teufel Gloria?). Alternativ Fehlfarben unplugged in der Festivalzentrale oder Folkklänge mit Devendra Banhart im Gebäude 9. Ganz nett, vielleicht guck ich mir Battles an.

Donnerstag, 16. August:
Uffie mit der Mediengruppe Telekommander und MIT im Gloria. Als ich Uffie vor ein paar Wochen live sah, war ich bitter enttäuscht. Langweilig, grau, unspektakulär, kurz und kommerziell - da war der kleine Franzose DJ Feadz echt noch das Amüsanteste der Show. Trotzdem, ich mag die Songs auf Platte und die Vorbands sind gut, deshalb geh ich nochmal hin.

Freitag, 17. August:
Melt! Klub (!) im Gloria. Wie kommen wir Kölner denn zu der Ehre? M.I.A. stellt ihr neues Album “Kala” vor und es supporten die Sick Girls aus Berlin. London calling, speak the slang now! Ich freu mich drauf.

Samstag, 18. August:
Quantitativ ziemlich anständig für unsere Verhältnisse, die Cereal Killers (aka. Sid LeRock vs Ada vs Jake Fairley) sind zu Gast im Westpolgewölbe und Electric Indigo im Subway. Ansonten massenweise weitere DJs in allen erdenklichen Locations. Kölner Samstagabend-Disse.

Sonntag, 19. August:
Intro Intim
Spezial im Gloria mit Peter Bjorn & John und Architecture in Helsinki. Wer die Bands entweder noch nicht gesehen hat oder besonders gern mag, sollte hingehen.

Ich habe ja die Hoffnung bald aufgegeben, jemanden von euch mal auf Konzerte in Köln locken zu können, aber ich musste meine “Ey, es ist endlich wieder was los!”-Euphorie unbedingt teilen!

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