Persönlich

Weihnachtskonsum

Vom Jules bekam ich ein Stöckchen zum Thema Weihnachten zugeworfen - kein Problem. Bei mir liegen ja bekanntlich der Geburtstag und das Weihnachtsfest um 10 Tage beieinander und somit verschwimmen die Grenzen, wenn es um Geschenke geht - aber trotz allem bin ich ein Weihnachtsmensch und somit kommen mir diese Fragen gerade recht.

Drei materielle Wünsche zu Weihnachten (und Geburtstag):

weihnachtskonsum.jpg

(1) Gutschein von American Apparel - die sind ja leider echt teuer, die Sachen
(2) Ein kleines, gebrauchtes Notebook für die Uni. Richtig, kein MacBook. Brauch ich nicht.
(3) Visitor Travelcard für London (28.12. bis 4.1.)
(4) Receiver, DVB-T oder so. In meiner Wohnung ist das Kabel schlecht
(5) Ein NEON-Abo. Der Spiegel wär auch nicht schlecht, aber das wird wohl zu teuer
(6) USB-Kabel, um den Drucker mit dem PC zu verbinden
(7) Eine Wayfarer Sonnenbrille, muss ja keine Original Ray Ban sein

Drei Menschen, mit denen ich gerne Weihnachten feiern würde / drei Menschen, die von dir ein Weihnachtsgeschenk erhalten: Ich feiere Weihnachten mit meiner Familie, sprich meinen Eltern, meinem Bruder und meinen Großeltern mütterlicherseits. Wir essen Heringssalat, sitzen im Wohnzimmer und hören alte Weihnachtslieder - das ist immer noch die schönste Art. Geschenke bekommen auch nur meine Eltern, mein Bruder und meine Großeltern, sowie ein paar Freunde - ich bemühe mich immer, Dinge zu verschenken, die nicht allzu teuer, aber persönlich und passend sind. Ob mir das immer gelingt, ist eine andere Frage.

Und falls meine Eltern und/oder das Christkind das hier lesen, kann ich mir auch den Oldschool-Wunschzettel sparen.

Online

Adventsmagic

adventskalender.jpg

Um den allgemeinen Trend mal mitzumachen: Auf TheHeadhoops.org gibt es seit heute einen kleinen, aber feinen Adventskalender mit lustigen Bildchen und hübschen Preisen rund um Musik, Konzerte und was sonst nocht so Spaß macht. Reinschauen lohnt sich also.

Aber mal weg von der ganzen Adventsromantik- ich wurde gefragt, wie unser Kalender funktioniert und für alle Nachzügler, die doch noch ins Online-Adventskalender-Business einsteigen wollen, hier mein kleines Skript. Keine Meisterleistung, aber eine ganz nützliche Spielerei.

Zuerst braucht man natürlich das Datum:

$datum = (date("d.m.Y"));

Anschließend wird passend zum jeweiligen Datum ein Bildname und ein Text festgelegt, die ausgegeben werden können. (Für den Bildnamen bietet sich natürlich uneindeutiges an, damit auch keiner schon vorher reinschaut.)

if ($datum == "01.12.2007") {
$img = "bildnummereins";
$text = "Der Text des ersten Tags.";
}
elseif ($datum == "02.12.2007") {
$img = "bildnummerzwei";
$text = "Der Text des zweiten Tags.";
}
...

So geht es schließlich weiter bis zum 24. Dezember. Damit außerhalb der Adventszeit auch etwas Hübsches zu sehen ist, fehlen noch Alternativ-Bild und -Text.

else {
$img = "ersatzbild";
$text = "Oops, entweder ist der Advent schon vorbei, oder er hat noch nicht angefangen.";
}

Das war nun der Code im Hintergrund, das Ganze kann man anzeigen lassen, wie man möchte.

<div id="adventskalender">
<img src="<?php echo $img ?>.jpg" border="0" />
<div class="text"><?php echo $text; ?></div>
</div>

Ein bisschen float hier, ein wenig Formatierung da und fertig ist der kleine Adventskalender. Happy… naja, Advent halt.

Kultur

Warum ein Stofftier in jedes Bett gehört

lala.jpg

Das ist Lala. Ich bekam sie zu Ostern 1996, eigentlich war sie für meinen kleinen Bruder bestimmt, aber der konnte sie weder halten, geschweige denn mit ihr spielen und so bekam er das Plüsch-Ei, das sie in den Pfoten hielt, und ich den Rest. Ich nannte sie “Lammi Lamm”, kurz “Lala”, und das alles, bevor die Teletubbies in die Kinderzimmer einmarschierten und ein jeder den Namen nur noch als “Laa-Laa” aussprach.

Noch immer gehört sie mir, tagsüber hütet sie mein Bett, nachts mich. Sie hat große Ohren, scheint ständig zu lächeln und bringt mir ein bisschen Kindheit zurück, wenn man das überhaupt so nennen kann. Ich erinnere mich nämlich immer gerne an meine Schulkameradin, die in der vierten Klasse stets wehmütig von ihrer “Kindheit” erzählte und in Erinnerungen schwelgte.

Lala ist meine Rebellion gegen die mit fortschreitendem Alter erwartete Coolness und gegen fragwürdige Vorstellungen vom Erwachsenwerden. Da sollte jeder guten Gewissens mitmachen.

Ich stelle mir gerade den jungen BWL-Studenten vor: siegessicher bringt er zum ersten Mal eine Discobekanntschaft mit nach Hause und nach einem vielversprechenden Vorspiel zieht sie plötzlich entsetzt ein kleines, grünes Stoffkrokodil unter der Bettdecke hervor.

“Das ist Kroko.” entgegnet er und platziert das grüne, lächelnde Ding wieder neben dem Kopfkissen. “Erwachsensein wird oft überbewertet. Reife, was ist das schon? Jedenfalls keine Checklist.”

Musik

Meine Cool List 2007

Nach meinem kleinen Kommentar der NME Cool List 2007 blieben nach wie vor viele Fragen offen. “Wen findet die denn jetzt cool?” zum Beispiel. So habe ich mich also hingesetzt und meine eigene, vollkommen subjektive Cool List aufgestellt - aus tollen Musikern, die mir das Jahr 2007 ein bisschen schöner gemacht haben. Voilà.

meinecoollist.jpg

10. Morgan Yeah? (Does It Offend You, Yeah?)
Der Typ geht ab. Klingen DIOYY auf Platte doch ziemlich elektronisch und nicht sonderlich live-praktikabel, sind sie auf der Bühne ein Feuerwerk der positiven Energie (ich berichtete), was sicher auch am charismatischen Frontmann liegt. Und der ist cool, das hat selbst der NME gewürdigt.

9. Emily Rotter (Boys Of Brazil)
Diese Friese muss man erstmal nachmachen… Emily Rotter ist jung, spielte schon mit Faris Badwan (The Horrors) in der Band The Rotters und hat sehr interessante Haare. Boys Of Brazil spielen sich hier und da durch die Clubs, haben 2007 richtig losgelegt und verdienen definitiv mehr Aufmerksamkeit. Anhören!

8. Jet Storm (Trash Fashion)
It’s a rave Dave, dam da dam da dam, it’s a rave Dave, dam da dam da dam, just lots of people in a room spreading love and listening to tunes, it’s a rave Dave! So viel zur Nurave-Hymne des vergangenen Jahres, inbrünstig dargeboten von einem Typen in Turnschuhen, Shorts und langen Haaren, fernab der Neon-Hipster-Kultur und Hype-Pop-Fraktion. Jet Storm ist übrigens sein Künstlername, wer hätte das gedacht…

7. M.I.A.
Siehe hier. Oder hier. Geil. Powerfrau. Supercool. Krass genial. Wow. Super Stimmung und überhaupt, ich bin für eine höhere Frauenquote, was Coolness angeht, selbst wenn meine Liste auch eher Männerdominant ist. Liegt aber daran, dass ich selbst weiblich bin. Egal. M.I.A. - großartig!

6. Gary Powell (Dirty Pretty Things)
Eigentlich verdient er ja Platz 1 der Jahrtausends-Cool-List für alle Zeiten, denn gäbe es das Amt eines Weltoberhaupts, würde ich ihn sofort dafür nominieren. Keine Frage, Gary ist der coolste Mensch auf Erden und belegt hier lediglich nur den sechsten Platz, weil es um 2007 im speziellen geht. Gary owns the world, trotz allem.

5. Luis Felber (Jamie T Band)
Luis hat eigentlich einen viel längeren Namen, spielt Gitarre in der Jamie-T-Band The Pacemakers und außerdem noch in einer Grunge-Band, den Eraserheads. Bekannt wurde er trotzdem im Hintergrund von einem der coolsten Musiker aus England und hinter dunklen Ray Bans versteckt sich ungeahnte Coolness. “I’ve been watching you!” (”If You Got The Money”).

4. Patrick Wolf
Jugendlicher Ausreißer, Peter Pan von heute, glitzerndes Märchenwesen - Patrick Wolf hat viele Gesichter und dafür lieben wir ihn. He’s bringing sexyback, Glitter und wundevolle Musik von Pop zu Electrofolk und wieder zurück. Und er liebt die Musik, dafür lieben wir ihn umso mehr. The magic position ist in diesem Falle Positon 4.

3. Edward Larrikin (The Pan I Am)
Der Shock über die Trennung von Larrikin Love sitzt uns immer noch tief in den Knochen, doch ehe wir uns versehen konnten, meldet sich Ed mit seinem Soloprojekt (ich berichtete) und neuen Songs zurück und nimmt und ein kleines bisschen Wehmut. Gewöhnungsbedürftig, aber doch irgendwie genial - Ed Larrikin ist ein Phänomen und Nummer drei in meiner Liste.

2. DJ Feadz
Uffie? Wer war das nochmal? Zugegeben, hätte ich zu viel Geld, würde ich mir diesen kleinen Franzosen auch für eine Geburtstagsparty buchen, am liebsten für 24 Stunden. Während seine Freundin das Publikum nur müde gähnen lässt, bringt er mit seinen DJ Sets die Menge an den Rand der Extase und wirkt dabei fast schon schüchtern - wie ein kleiner Franzose eben. Diese Coolness muss belohnt werden.

1. Jack Peñate
Schon früh wusste jeder, dieser Typ wird das nächste große Ding werden: mit einer unverkennbaren Stimme, Käppi, Holzfällerhemd, einem Grinsen im Gesicht und wunderschönen Klängen. Und tatsächlich, dieses Jahr hat er es eindeutig verdient, die coolste Person zu sein. Wer ihn also noch nicht kennt, sollte das schleunigst ändern. Peñate spricht man übrigens Pen-jah-tej aus, nur mal so - das lernte ich allerdings auch erst diesen Herbst.

So weit, so gut - wie sieht’s bei euch aus? Wer hat euer Jahr 2007 schöner gemacht? (Muss ja nichts mit Musik zu tun haben.)

Kultur

The best afterparties don’t come with a flyer

afterparty2.jpg

Merlin Bronques über Afterparties:

Miami has an amazing afterparty culture. When Miami kids go out they don’t expect to get home until dawn. I know so many Miami girls that keep a change of clothes in their trunk in case they have to go straight to work the next day. The best afterparties don’t come with a flyer. They’re like one night stands (there’s dirty dishes in the sink and someone’s apologizing for the mess while they’re looking for alcohol). You know there’s a good chance the afterparty is going to be good if you’re in a carpool of 5 cars following each other and there’s less and less tall buildings outside and more and more trees.

You shouldn’t leave a club early to go to an after party; the afterparty needs to be rubbing against the complete end of the last party that you squeezed every drop out of. That is the proper energy to bring to an afterparty. But, I don’t like to outlast afterparties, I like them to outlast me. I like to leave before it ends thinking that I may be missing something and reading my TXTS the next day to hear what happened.

Persönlich

Familiennostalgie

Ich sitze im Wohnzimmer und meine Familie pennt. Vater, Mutter, Bruder. Oder Family, wie die coolen Kids sagen, die ihre Eltern auch ganz traditionell mit “Mum” und “Dad” ansprechen und die Worte dabei künstlich-amerikanisch in die Länge ziehen. Alles andere, was in meiner “Family” außer “Maaam”, “Däääd” und Bruder noch existiert, zählt eher zu den entfernten Verwandten.

omaruth.jpg

Das war mein Großmutter väterlicherseits, sie hatte drei Söhne, die sich nach ihrer Aussage nie stritten und am Mittagstisch stets um Schnitzel mit Pulli-Pulli, Erbsen in Mayonnaise, kämpften.

Als sie einmal mit dem Auto unterwegs waren, parkten meine Großeltern den Wagen auf einem Hügel, stiegen aus um ein paar Besorgungen zu machen und ließen die drei Jungs, die in meiner Vorstellung stets den Eindruck von Tick, Trick und Track machen, allein in ihren Kindersitzen zurück. Es begann ein Überlebenskampf, denn das Auto rollte unermüdlich rückwärts, und steuerte die Brüder geradewegs in den Tod, ohne dass ihre Eltern auch nur das Geringste ahnten. Todesmutig, wie er schon immer war, zog mein Vater die Handbremse und rettete den Nachwuchs seiner Familie. Diese Geschichte erzählte meine Großmutter immer gern, wenn wir früher bei Tomatensaft und Toast im 18. Stock des Hochhauses saßen. Natürlich nicht, ohne zu erwähnen, dass ihr Ältester immer friedlich war und den Damen stets die Hand küsste. (Ob er dies allerdings freiwillig tat, ist mir nicht bekannt.)

Ich rannte viel lieber auf den Balkon, lehnte mich über die Brüstung und versuchte, ein wenig des väterlichen Todesmutes nachzuempfinden. Nicht selten stürzten sich Leute aus diesem Haus in die Tiefe und landeten im Sandkasten des angrenzenden Kindergartens. Nachdem ein Mann einmal seine kleinen Kinder mitnahm, wurden sogar alle öffentlichen Balkone vergittert.

Damals war ich vielleicht 8, gelangweilt und lebensmüde. Ich hüpfte im Fahrstuhl, benutze die kaputten Fitnessgeräte im Hochhauskeller und versteckte die Zigaretten meiner Großmutter. “Ich brauche keinen Mann.” verkündete ich damals. “Wir sprechen uns in zehn Jahren wieder.” meinte meine Oma altklug. Fast immer, wenn ich am Rhein entlangfahre, sehe ich die große Leuchtreklame des Hochhauses, es ist noch immer so steril und ich bilde mir ein, es wackle im Wind.

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