Silvester in London
Im Winter sind die alten, britischen Stadthäuser oft kalt, die Schiebefenster sind undicht und manchmal fühlt man sich ein bisschen wie in einem jungen Großstadtfilm.
Es ist Silvesterabend und alles ist wie immer. Die Londoner im Bus schauen vor sich her, die orthodoxen Jugen aus der Nachbarschaft tragen große, pelzige Hüte, die Kinder hüpfen adrett gekleidet hinterher. Zu Hanukkah hatten sie sogar Lichtschwerter in rot, grün und blau.
“Happy new year!” rufen wir über die Straße.
London ist gewaltig und pulsierend, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Irgendjemand ist immer in Bewegung und das Angebot erschlägt einen beinahe. Sei es Clubnights, Vintage-Shops oder indische Restaurantklitschen auf der Brick Lane (wir entschieden uns für den Laden gegenüber vom “Brick Lane Curry Award 2007 - Chef of the year”).
Zwischen der üblichen Lokalprominenz tanzen wir zu Ipso Facto in Shoreditch. Das ist unser New Years Eve und irgendwann fallen sich alle in die Arme. Ein Blick auf die Uhr erklärt vieles, es ist schon nach zwölf, das Feuerwerk ist nicht sonderlich üppig und mit Drinks darf man sowieso nicht auf die Straße.
“Happy new year!” - “Happy 2008!” - Psst, want some coke, girls?” - “Happy new year!” Die ganze Stadt ist im Neujahrsfieber.
Als wir nach Hause kommen, ist die Hausparty noch in vollem Gange. Die Freunde der Mitbewohner tummeln sich im Treppenhaus, im Flur und der Küche und das Bier, das zuvor noch in der Badewanne gelagert hatte, ist längst alle. “Hello, call me Borat.” stellt sich ein junger Mann vor - die Italiener im Wohnzimmer spielen derweil Gitarre.
Während Borat eine Flasche Tabascosoße auf Ex trinkt, lassen wir gemütlich den Abend ausklingen. Happy new year übrigens.



















