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Second Life - Ein Selbstversuch (1)

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Bei uns in der Uni ist es überall. Wer das Internet von heute satt hat, weil es allgegenwärtig und einfach da ist, der beschäftigt sich mit dem von morgen, Web 3.0 sozusagen, und wenn man manchen Leuten Glauben schenkt, dann findet sich das genau hier - im Second Life, dem zweiten Leben in, sagen wir einmal, einer erstaunlich lebendigen Onlinewelt.

Das hat mittlerweile sogar die Politik mitbekommen und ist, wenn auch ein wenig hastig, auf den bandwaggon aufgesprungen. Von Barack Obamas (dessen Avatar übrigens sehr breitschultrig ist) Wahlkampf bis hin zur SPD-Parteizentrale, jeder hat irgendwas mit Second Life am Hut. Und schon allein, weil es jeder in meinem Umfeld krank findet - mit Ausnahme der Professoren und Dozenten - werde ich meinem Außenseitertum frönen und mich anmelden.

Second Life ist eine virtuelle Welt – eine dauerhaft bestehende 3D-Umgebung, die vollständig von ihren Bewohnern erschaffen und weiterentwickelt wird. In dieser gewaltigen und schnell wachsenden Onlinewelt können Sie praktisch alles erschaffen oder werden, was Sie sich vorstellen können. (DE.Secondlife)

So weit, so gut. Die Anmeldung ist kostenfrei und weiteres Geld zu investieren, das plane ich momentan nicht. Es geht im Internet schneller als man denkt, hier kauft man Webspace, dort einen Paid-Account und dann darf man sich noch vor internetunaffinen Menschen dafür rechtfertigen, dass man Geld in etwas rein virtuelles steckt, von dem man doch ganz augenscheinlich abseits des Bildschirms nicht mehr viel hat.

Aber zurück zu meiner Anmeldung. Die Familiennamen sind begrenzt und gerade dann, wenn man das coolste Pseudonym aller Zeiten sucht, ist es entweder schon belegt oder es will einem partout nicht einfallen. Messerschmitt, Ballyhoo, Teebrook, Dufaux… Die Palette ist weit und die guten sind alle schon weg. “Der von Ihnen gewählte Second Life-Name ist nicht mehr verfügbar.” lese ich gefühlte hunderttausend Mal, dabei waren meine Ideen durchweg super.

Irgendwann klappt es. Ich lade mir den Client runter und logge mich ein. Hallo, mein Name ist Ines Tigerpaw und ich bin neu bei Second Life.

Nun stehe ich da in einer verlassenen Stadt. Um den Schlüssel für Second Life zu erhalten, muss ich erst ein paar Tutorials lösen - Cyberratten überfahren und so. Ich probiere ein paar dämliche Dinge, ob ich durch Glas laufen oder Treppen herunterfahren kann. Kann man bei Second Life sterben? Ich glaube nicht. Aber dort kann man ja auch fliegen, das ist beinahe das beste daran. Auf der Straße kriecht eine Cyberratte, sie ist aus Metall und ich fahre sie um - Ines Tigerpaw hüpft und freut sich.

Irgendjemand schreibt mich an, “Hey there.” - Ich laufe weg, dann fliege ich. Na das kann ja heiter werden.

10 Kommentare zu “Second Life - Ein Selbstversuch (1)”

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