Zukunft III

Der Weg zur Großstadt-Indiedisse ist der beste Zeitpunkt für tiefgründige, musikalische Gespräche und Fragen, die die Welt bewegen. Noch einmal kurz die Theorie durchgehen, bevor es zur Praxis übergeht. Diesmal ging es um Trends: Was kommt als nächstes?
Während Frühling und Sommer 2007 dafür draufgingen, zu elektronischem Geballere abzugehen, reißt die Nerds heute schon lange kein “It’s A Rave, Dave” mehr vom Hocker. Nur wo, zwischen all den MySpace-Kids, Lokalhypes und Kellerbands findet sich das, was als nächstes die Massen bewegt?
Schon allein die Idee des Orakel-Spielens (und die Tatsache, dass man damit sogar richtig reich werden könnte) ist zu verführend, um sie mit einem “Mir doch scheißegal, ich hör eh nur, was mit gefällt.” abzutun.
Ein Trend dauert ja bekanntlich so lange, bis ihn auch der letzte mitbekommen hat. Und die Tatsache, dass manch einer erst bei der britische Rockmusik angekommen ist, müsste also - sollte Theorie stimmen - bedeuten, dass es noch lange nicht vorbei ist. Wir drehen uns im Kreis, jede Stufe ist eine Weiterentwicklung der vorherigen. Und am Ende sind wir wahrscheinlich wieder dort angekommen, wo alles begonnen hat (wo eigentlich?). Verzwickte Sache, das mit den Trends.
Aber zurück zur Musik. Wir schreiben Januar 2008 und Booker und Clubkids suchen gleichermaßen nach dem neuen Scheiß von morgen. Wie wär’s mit Hip Hop? Hadouken! haben’s vorgemacht und den Sprechgesang aus dem Ghetto geholt - allerdings sahen sie dabei genauso Banane aus wie ihre Kollegen aus der Glowstickhölle und auch ein Seitenhieb für die Szene konnte da nicht mehr viel reißen. Aber die Richtung ist schon einmal gut.
Elektro und Hip Hop könnte was werden, da waren wir uns schließlich einig. Und, angesichts der alten Hasen der Szene gar nicht einmal so eine schlechte Wahl. Da ist zum Beispiel Jake The Rapper (allein der Name!), der wohl zur Kategorie “bärtige, dicke Männer hinterm DJ-Pult” gehört:
“Vielleicht mach ich nicht unbedingt etwas Neues, aber ich breche sehr viele Schubladen gleichzeitig auf. Ich bin alt, fett, bärtig und ehrlich. Ich mache HipHop, Elektro, Techno und Zeugs, ich rappe, singe und teile mich mit. Es gibt Fans, Freunde und Combination Records, die genau dieses Potenzial interessiert. Das ist toll.” (De-Bug, 25.07.2005)
Geil. Ich sag’ nur nochmal: allein der Name! Sollte man sich wenigstens 2008 nicht entgehen lassen. Und falls jemand das hier nächstes Jahr liest: Wir haben’s vorhergesehen! Danke.



Hat was von Bud Spencer
Vor ein paar Tagen hab ich mir das Demotape von Hadouken! angehört. Am anfang fand ichs auch noch ziemlich gut, aber irgendwie wird das schnell langweilig… Jake The Ripper geht mal garicht (vom Namen mal abgesehen). Zum Glück lässt sich über Musik ziemlich gut streiten. ^^
@ Chrissy: Stimmt! ;)
@ René: Hadouken! sind auch echt nicht so geil und live sollen sie auch schlecht sein. Da ist halt auch zu wenig… Substanz hinter. Musik-Prognosen sind echt ne schwierige Sache, aber manches bedarf vielleicht auch nur einen gewissen Hype und eine Gewöhnungsphase, und schon wirds ein großes Ding. Vor ein paar Jahren hat auch noch jeder “Iiiih, Techno!” geschrien, wenn die Musik ein wenig elektronischer wurde.