Wir sehen alle scheiße aus

Does everyone you know have a digital camera?
Are you sick of finding pictures of yourself on the internet?
Are you annoyed by the way your eyes look?
Do you wish that documentation did not exist?
Are you awkward in front of the “digital lens?”
Would you like to maintain some realm of anonymity on the internet?
Ja, ja, ja. Wer kennt das nicht. In Zeiten, in denen man mit Handys fotografieren kann und jeder Laie seine “Kunst” im Internet der ganzen Welt präsentieren kann, wünscht man sich manchmal, ein Baum zu sein. Oder einen praktischen Balken über den Augen.
Die Abhilfe will Flickrblockrs schaffen: mit einem Balken, den man bequem aufsetzen kann - jederzeit. Leider war das Prachtexemplar für $9.99 bereits ausverkauft, bevor wir überhaupt verstanden hatten, dass es eine durchaus ernst gemeinte Erfindung sein sollte.
Aber warum finden wir ständig, dass wir auf spontan geschossenen Fotos scheiße aussehen? Die Oktoberausgabe der NEON fand darauf eine simple, aber erschreckende Antwort:
Die Wahrheit ist: Wir sehen leider nicht mal halb so gut aus, wie wir glauben. Und dank der teuflischen Erfindung der Jedermann-Digitalfotografie gibt es dafür zahllose Belege. Zeigen uns Freunde diese gnadenlosen Beweisbilder, kommt es zu einem spannenden Interpretationsdissens: Während wir über uns selbst erschrecken (”Lösch das sofort!”), schauen die Freunde verständnislos (”Wieso? Sieht doch okay aus!”). Spinnen die? Tun sie nicht. Wir kennen nur diese schmeichelhaft zurechtgerückte Figur aus unserem Badezimmerspiegel, doch Freunde wissen um unser Wahres Gesicht. (NEON, Oktober 2007)
Kurzum: Wir sehen nicht nur auf den Fotos so scheiße aus, sondern auch in Wirklichkeit. Das ist zunächst einmal ein schwerer Schlag - was wir auf den Fotos sehen, ist nicht etwa ein schlechter Schnappschuss, sondern die harte Realität. Dieser Gedanke verfolgt mich seitdem. Wenn ich an einem Schaufenster vorbeigehe und mich darin spiegle, versuche ich, mich nicht zu verstellen. So zu gucken, wie ich immer gucke, um auch ja das Bild nicht zu verfälschen.
Manchmal erschrecke ich dabei. Das ist es also, was meine Freunde sehen. Und wenn sie beim Anblick eines grauenvollen Fotos sagen “Ach was, du siehst doch aus wie immer!”, dann meinen sie es auch so. Wenn man sich das vor Augen führt, findet man sich irgendwann damit ab: In Wirklichkeit sehen wir alle scheiße aus, die einen mehr, die anderen weniger. Da hilft auch die Flickrblockrs-Brille nichts.









Erschreckend… Also in der Öffentlichkeit auch nur noch dastehen wie vor dem Badezimmerspiegel! Dann sehen wir wenigstens alle gut aus. :D
VERDAMMT!
Du hast meine Illusion zerstört! Ich hab mir immer eingeredet: Gut, siehst halt scheiße aus, wenn ich in den Spiegel geschaut hab. Fotos hab ich ja aus Prinzip nie gern angeschaut! UND NUN, NUN WEISS ICH DASS ICH NOCH SCHEISSER AUSSEH!
Danke, mein Tag is im Arsch…
Scherz!
Ich kann nichts dafür, dass mein Mund schief ist, meine Ohre auch und meine Beine krum sind! Mir doch wurscht, hauptsache ich seh einigermaßen gepflegt aus!
Naja, sagen wir es so. Es gibt auch noch wichtigere Dinge, da muss man sich nicht unbedingt mit solchen Nichtigkeiten wie “ich-muss-immer-perfekt-aussehen” rummschlagen. Solange man selber mit sich zufrieden ist, reicht das doch. Naja ich weiß klingt spießig, ist aber so :p
Arrg, Ich mag nicht so aussehen wie ich auf diesen doofen Handyschnappschüssen aussehe…. Hilfe…
Nun ja, das einzige was mich tröstet ist das meine Freunde die ganze Zeit die “echte” (& anscheinend auch potthässliche xD) Liliy gesehen haben und mich trotzallem mögen ;D
@ Laura: Darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht, das wäre natürlich die umgekehrte Schlussfolgerung - allerdings auf Dauer ein wenig anstrengend ;)
@ Chrissy: Tjaja, was meinst du, wie es mir gegangen ist, als ich auf diese Erkenntnis gekommen bin? ;) Aber ich hab mich damit abgefunden, wenigstens verstehe ich jetzt die Magie hinter Jedermann-Digital-Handyfotos.
@ ksch: Aber das ist ja das Problem - wir sind ja selten zufrieden, wenn wir uns beispielsweise auf Fotos sehen. So lange man zufrieden ist, ist ja alles in Ordnung - wenn nicht, machen wir uns Gedanken warum und versuchen, irgendwas zu ändern.
@ Liliy: Genau, das denk ich mir auch. Meine Freunde sehen mich zwar immer so “hässlich”, aber scheinbar mögen sie mich trotzdem ;)
Ehrlich gesagt hat mich das gerade garnicht geschockt :D Warum faken wir alle auch unsere Fotos mit Photoshop oder Lichteinfall? Damit wir besser aussehen, bzw —> damit Problemzonen kaschiert werden ^^
Mir ist das auf öffentlichen Seiten ganz lieb, man muss mein wahres Gesicht nicht kennen, wenn man mich nicht kennt. Trotzdem erkennen Freunde einen auf diesen FakeFotos, so ein großer Unterschied ist das meistens garnicht mal :D
Was ich eigentlich sagen will (ich rede immer viel um den heißen Brei sry ^^):
Wenn man oft genug Schnappschüsse von Freunden sieht, wo das eigene Gesicht (im meinem Falle) weiß und rot strahlend lächelt und eine Fußballfeldgroße Stirn glänzt, dann wird man schnell kuriert. Zumal man sogar da manchmal auch ganz gut/normal aussieht, es sei denn man hat gerade geredet, der Mund ist komisch offen, die Augen halb zu… da sieht man wirklich scheiße aus XD
Hail to the REAL FACE ^^
Ich war gestern weg!
Und da wurden Fotos gemacht!
Und ich hab nicht versucht gut auszusehen :D
Bringt ja eh nichts *G*
Die NEON bringt’s mal wieder auf den Punkt!
Aber Aussehen ist ja zum Glück nicht alles ;)
warum gibt es wohl visagisten, hairstylisten und photographen, die ihr handwerk verstehen, um durchschnitt zu ikone empor zu heben und den massen illusion in massenkompatiblität verkaufen? nichts neues, kunst ist kunst. digitalphotographie digitalphotographie.
oh schon spät… tippen funktioniert nicht mehr, ein anzeichen ins bett zu gehen xD
@ Livia: Stimmt, ich bin ja eh immer noch der Überzeugung, dass die Fotos, die man von sich online stellt, grundsätzlich dazu da sein sollten, den Leuten ein Bild zu geben, wie man denn in etwa aussieht - klar, man nimmt nur die vorteilhaftesten Schnappschüsse, aber sonderliches Rumgepose und -gestyle ist ja auch irgendwie fehl am Platz. Selbstportraits können Kunst sein - meistens sind sie’s allerdings nicht.
@ Chrissy: Siehst du, einmal über dieses Thema nachgedacht und man wird es nie wieder los ;)
@ Mark: Gott sei dank ;) Ein Glück, dass meine inneren Werte nicht auf den Fotos drauf sind!
@ Maximilian: Nur stellt sich hier, s.o., die Frage, inwiefern retouchierte MySpace-Bilder nun zur Kunst gehören oder nicht - mal davon abgesehen, dass es alles im Auge des Betrachters liegt. Und es ist wahrscheinlich auch so eine Grundveranlagung des Menschen, wir sind prinzipiell unzufrieden mit uns und wenn nicht, waren wir mit der Tatsache so unzufrieden, dass wir’s glatt rationalisiert haben ;)