Kultur

Warum ein Stofftier in jedes Bett gehört

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Das ist Lala. Ich bekam sie zu Ostern 1996, eigentlich war sie für meinen kleinen Bruder bestimmt, aber der konnte sie weder halten, geschweige denn mit ihr spielen und so bekam er das Plüsch-Ei, das sie in den Pfoten hielt, und ich den Rest. Ich nannte sie “Lammi Lamm”, kurz “Lala”, und das alles, bevor die Teletubbies in die Kinderzimmer einmarschierten und ein jeder den Namen nur noch als “Laa-Laa” aussprach.

Noch immer gehört sie mir, tagsüber hütet sie mein Bett, nachts mich. Sie hat große Ohren, scheint ständig zu lächeln und bringt mir ein bisschen Kindheit zurück, wenn man das überhaupt so nennen kann. Ich erinnere mich nämlich immer gerne an meine Schulkameradin, die in der vierten Klasse stets wehmütig von ihrer “Kindheit” erzählte und in Erinnerungen schwelgte.

Lala ist meine Rebellion gegen die mit fortschreitendem Alter erwartete Coolness und gegen fragwürdige Vorstellungen vom Erwachsenwerden. Da sollte jeder guten Gewissens mitmachen.

Ich stelle mir gerade den jungen BWL-Studenten vor: siegessicher bringt er zum ersten Mal eine Discobekanntschaft mit nach Hause und nach einem vielversprechenden Vorspiel zieht sie plötzlich entsetzt ein kleines, grünes Stoffkrokodil unter der Bettdecke hervor.

“Das ist Kroko.” entgegnet er und platziert das grüne, lächelnde Ding wieder neben dem Kopfkissen. “Erwachsensein wird oft überbewertet. Reife, was ist das schon? Jedenfalls keine Checklist.”

18 Kommentare zu “Warum ein Stofftier in jedes Bett gehört”

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