Kultur

Es geht wieder los

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© Koeln.de

Heute in der Mensa, bei Salat vom Buffet (65 Cent pro 100 Gramm), war es so weit: wo man sonst nur schmatzend schwatzende Studenten hört, war es heute laut. Irgendetwas war anders als sonst: aus den Boxen tönte Karnevalsmusik.

Bier und ein Appelkorn. Wir sind kölsche Mädchen. Viva Colonia. Mer losse d’r Dom en Kölle. Echte Fründe. Denn wenn et Trömmelche jeht… - Ich war verwirrt, nicht nur von der Tatsache, dass die kleine, bunte Salatmenge auf meinem Teller scheinbar über 400 Gramm schwer war. Doch in der Tat, Donnerstag ist Weiberfastnacht und dank meines nicht vorhandenen Radios (für das ich trotzdem GEZ-Gebühren zahle), wäre es beinahe an mir vorbeigegangen.

Ich muss zugeben, früher war ich nie ein Fan von Karneval. Im obligatorischen Kostüm fühlte ich mich auf der Straße angestarrt, auch wenn alle anderen mindestens genauso bescheuert aussahen und auf künstlichen Frohsinn konnte ich genauso verzichten wie auf einen dämlichen Dialekt, den sonst nur die Opas sprechen.

Doch irgendwann kommt der Punkt, wo man sich auf seine Heimat besinnt. Wo alle Leute dieselbe Sprache sprechen und gewisse Sitten und Bräuche einfach existieren, irgendwo zwischen Glizerhaarspray und abgeschnittenen Krawatten, ein buntes Treiben in dem man sich irgendwie zu Hause fühlt.

Denn Karneval ist, entgegen der Meinung vieler, nicht nur das, was man am späten Nachmittag auf WDR sehen kann, sprich: alte, schunkelnde Männer. Und ebenso wenig das, was am frühen Abend bei RTL Explosiv kommt, sprich: junge, kotzende Männer. Carne vale, Aufstand gegen die Obrigkeit, ein bisschen Rebellion. 5 Tage offene Bad Taste Party ohne jedes Morgen. Süßkram für umsonst. Klingt doch gar nicht so schlecht, oder?

(Der allgemeine Applaus, als endlich jemand die laute Musik ausstellte, war trotz allem groß.)

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