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I'm Ines and this is my blog. I'm twenty and I currently live in Berlin, Germany. I love music, art and the simple pleasures of life which is basically what this is going to be all about.

Archive for "Live"


Live
3

My Year In Lists

myyearinlists

Die Zeit der 2008-Top-und-Flop-Listen ist ja eigentlich vorbei, aber ich bin wie immer ein wenig später dran. Für die Aktion “My Year In Lists” des tollen Konzertblogs Mein Zuhause mein Blog habe ich auch einmal meine Listen der 5 besten und 5 schlechtesten Konzerte des Jahres 2008 zusammengestellt.

Hier geht es zu meinem persönlichen Jahr in Listen.

21.01.2009 at 10:10 am
Live
2

Aus Sicht der Einwegkamera

melteinwegkamera.jpg
© Intro

Ich liebe ja Einwegkameras. Sie schießen die besten Momentaufnahmen und das ganz ohne Hightech und Pipapo.

Intro hat auf dem diesjährigen Melt! ganz einfach Adam Green und Superpunk jeweils mit einer Einwegkamera ausgestattet. Die Mission: das Festival dokumentieren. Das Ergebnis liefert zwar keine neuen Einblicke in geheime Festival-Katakomben und intime Backstage-Momente, ist aber dennoch sehenswert. Die Fotos gibt es in einer allseits beliebten - wait for it - Klickstrecke. Hier entlang.

09.09.2008 at 03:58 pm
Live
6

Die erste Reihe

erstereihe.jpg

Wie sehr gewisse Fangemeinden und ein damit verbundener Drang zum Verkleiden zusammenhängen, erlebe ich derzeit angesichts der AnimagiC in meiner Stadt. Kreaturen mit Schwertern und junge Mädchen mit kurzen Kleidern und pinken Haaren streifen durch die Straßen und sehen aus, als seien sie hier und jetzt ihren Lieblingsanimes und -mangas entsprungen.

Ähnliches gibt es auch in der Fotostrecke “Die erste Reihe” aus der Süddeutschen vom letzten Monat zu sehen, die ich erst jetzt entdeckte. Nur diesmal geht es um populäre Musik: Fotograf James Mollison hat Fans auf Konzerten von Oasis, Bob Dylan, Take That oder 50Cent fotografiert und dabei ein großartiges Bild von Fankultur und Stil geschaffen.

Bemerkenswert ist zum Beispiel auch die optische Ähnlichkeit der Rod-Stewart-Fans zu ihrem Idol, der sehr bezeichnende Kleidungsstil der in die Jahre gekommenen Tom-Jones-Konzertgängerinnen und die schlichte Harmonie der Oasis-Fans.

So eine Studie sollte man weiterführen! Mich juckt es in den Fingern. Aus eigener Erfahrung fallen mir spontan folgende Bands und ihre Fans ein: MGMT, Babyshambles und Patrick Wolf. - Und euch?

(via)

04.08.2008 at 01:43 pm
Live
4

Meltkritik im Überblick

meltkritik.jpg
© Melt! Festival 2008 / Stephan Flad

Mal abgesehen vom tollen Reim in der Überschrift, das diesjährige Melt! Festival bot und bietet noch immer viel Stoff zum Diskutieren, Meckern und Seufzen.

Eins vorweg, ich war vom Melt! grundsätzlich sehr angetan - schließlich haben wir aus dem, was das Festival an Atmosphäre und Programm vorlegt, das Beste gemacht. Denn ein gutes Festival bedarf schließlich mehr, als nur Nonstop-Bespaßung von außen.

Aber die Pannen waren nunmal da. Und mit ihnen auch die Vorwürfe: Massenmainstreamkommerz, unkommentierte Bandausfälle, fragwürdige Brutalo-Securities, überfüllte Veranstaltungsstätten und Matsch.

Während dem Intro Magazin auf ganzer Linie Gefälligkeitsjournalismus und Berichterstattung durch die rosarote Partnerbrille vorgeworfen wird, spricht die TAZ vom Krisen-Melt! 2008 und zitiert Intro-Herausgeber Matthias Hörstmann, der sich nicht mehr so ganz begeistert vom “Drei-Tage-wach-Publikum” zeigt. Zwar wurde dieses eigens durch Gewinnspiele und Elektromukke zum Schlafentzug animiert, doch wenn das einstige Kultfestival zur Loveparade mutiert, läuft irgendetwas schief. Das sehen auch die Popnutten so und verfassen dem Melt! einen würdigen Nachruf.

“Wir wollten unser letztes MELT! und wir haben es bekommen!” schreibt elEktrolYd bei Jetzt und es folgt ein Festivalbericht, der einen seufzend nickend, verärgert den Kopf schütteln und zugleich schmunzeln lässt.

Nur was tun, jetzt wo die zwanzigtausend Besucher auf der Matte stehen und der Neonzirkus in der Stadt aus Eisen schon lange kein Geheimtipp mehr ist? Im offiziellen Statement gestehen die Veranstalter Engpässe ein, erklären die Lage und geloben Besserung, sollte man ihnen im kommenden Jahr noch einmal eine Chance geben.

Der speziell eingerichtete Online-Fragebogen soll hierfür die Einstellungen des Publikums zu Gemeinschaftsgefühl, Image und Stimmung erforschen. “Ich bin stolz darauf, dass andere wissen, dass ich in diesem Jahr beim Melt! war.” heißt eine der Aussagen, denen man voll und ganz oder auch nur eher weniger zustimmen kann.

Das Bändchen jedenfalls prangt nach wie vor an meinem Arm und wenn mir langweilig ist, spiele ich hin und wieder nachdenklich daran herum. Wie Franzi und ich das Festival musikalisch und fotografisch erlebt haben, kann man übrigens drüben bei The Headhoops nachlesen.

30.07.2008 at 11:40 pm
Live
0

Ban the gin (2)

banthegin2.jpg

Konzerte in Verbindung mit Clubnights haben im Allgemeinen den Vorteil, dass mehr Leute zur Party kommen. Gesetzt den Fall, die Clubnight ist bekannter als die Band selbst, hat es eher den umgekehrten Effekt und das Konzert ist erstaunlich gut besucht.

Im September letzten Jahres waren Adam, Emma und Louise bereits schon einmal hier. Nun ist es voller und heißer, die Konfettikanonen schleudern unaufhörlich bunte, flatternde Papierschnipsel auf die Bühne und ein entfernter Bekannter von Freunden entledigte sich betrunken auf der Bühne seines T-Shirts, bevor er sich einen Geldschein in den Mund steckte und ihn mit einem Schluck Bier herunterspült.

Der Sound ist intensiv und roh wie eh und je, die Basslines pulsieren laut und Adam und Louise singen und schreien entzückend schön. “… and he wears some coloured glasses to school, to school.”

Die drei haben sich echt gemacht, denke ich, und schreibe “Heya, much love from Germany.” in ihr Gästebuch.

Medium: www.youtube.com

  • The Victorian English Gentlemens Club
  • The Victorian English Gentlemens Club bei MySpace
  • The Victorian English Gentlemens Club bei der Hype Machine
  • The Victorian English Gentlemens Club im Interview (Sept. 2007)
01.05.2008 at 05:24 pm
Live
6

Apfelsaft und good old days

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© Einslive

Neben einem schnarchenden, alten Mann fahre ich Zug. Es ist Nacht und ich bedröhne mich mit Musik. Who will buy my beautiful roses? Who will buy my beautiful songs? Ich bin wie paralysiert. Wenn mich eines berührt, dann Charisma gepaart mit alten Erinnerungen, die sich langsam ihren Weg nach draußen bahnen. Gute oder schlechte, das ist mir gerade egal. Die good old days sind vorbei, das wissen wir alle - wenn es überhaupt jemals so etwas wie good old days gab.

“Was machen die eigentlich für Musik?” fragte mich vorletzten Mai ein junger Mann. Ich stutzte.
“Warum hast du dir denn eine Karte gekauft?” wollte ich wissen.
“Ich habs im Fernsehn gesehen. Ich dachte, das gibt sicher ‘nen Skandal heute.” Er nickte überzeugt.

An diesem kühlen Januartag war es ähnlich gewesen. Ich hatte mir verzweifelt überlegt, meinen letzten Lebensunterhalt für eine simple Eintrittskarte zusammenzukratzen, an der der Schwarzhändler über 100% verdiente.
“Das musses dir halt wert sein.” meinte er und zuckte die Achseln. Warum ich mir denn keine Karte gekauft hätte, wenn es mir doch so viel bedeute, darauf wusste ich keine Antwort.

Aber alles kam anders. Das Schicksal meinte es gut mit mir, ich zahlte weniger als im Vorverkauf und stolperte hinein. Leere Gesichter, manche sangen und tranken Bier. Hier und da entdeckte man Tourshirts - es gab tatsächlich welche, 08 stand darauf, Tourdaten allerdings nicht.

Man kann es nicht jedem recht machen. So eine unzuverlässige Band, schimpfte man damals. Wie oft hatten wir die Halle kurz nach Einlass wieder verlassen und auf Nachholtermine gewartet. Gesehen, wie sie schließlich die Zettel draußen anbrachten. “Das Konzert muss leider ausfallen.”
Das Feeling ist einfach nicht mehr dasselbe, schimpft man heute. Aus den Jungs sind Profis geworden, ja, sie sind perfekt organisiert. Das Licht geht aus, es gibt Apfelsaft und Bier und die Hits kommen zum Schluss. “Guten Abend Köln!” sagt Peter. “Apfelsaft! Lecker lecker!”

Ein paar Mädchen kreischen. Pete würgt. Norovirus, denke ich mir, der macht auch vor niemandem Halt. Nicht einmal vor Musikern. Doch Mister Norovirus ist tapfer, es folgt der größte Hit und der Abend endet früh und ohne Zugabe.
“Bist du jetzt enttäuscht?” fragt mich A.
Ich schüttle den Kopf und bin glücklich. Einmal soll man es mir recht machen können. Damals wie heute, there were no good old days. These are the good old days.

23.01.2008 at 05:04 pm
Live
4

Ban the gin

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Nun saßen wir dort in der hellen Sitzecke mit Adam, Emma und Louise und tranken Cola aus Glasflaschen. Wie un-Rock’n'Roll. Im Hintergrund liefen CSS und Amy Winehouse, die DJs testeten ihre Anlage und überall klirrte Metall. Die drei waren gesprächig und ich betete nur, dass meine Kamera den ganzen Kram auch aufnahm. Immerhin war mein Handy noch in Berlin bzw. in einem Päckchen unterwegs durch Deutschland, und mein Diktiergerät kaputt.

Ich stellte Fragen. Eigentlich hasse ich es, Fragen zu stellen, wenn alle Augen auf einen gerichtet sind. Der schmale Grad zwischen Professionalität und einem 0815-Smalltalk-Gespräch. Aber es muss sein und diesmal hatte ich Spaß daran. Wir saßen also dort und redeten über Gin. Adam verfluchte die britische Politik und die Kamera funktionierte.

“See you la’er!”

Draußen war es dunkel. Die Lichter der Stadt spiegelten sich im Wasser, aus einem Zelt tönte Pianomusik und um ein Lagerfeuer saßen Studenten und spielten Gitarre. Ich wäre gerne einer von ihnen. Alles war irgendwie friedlich, selbst die Enten schliefen und am See saßen Liebespare und Romantiker. Die Treppen nach unten brachten mich in eine andere Welt, voller lauter Musik, Bier und bunten Lichtern.

Der Bass war heute laut, die Gitarre leise und während die drei über das Gin-Verbot im 17. Jahrhundert sangen, schenkte mir Mike, der später auflegte, ein Armband aus essbaren Zuckerperlen. Die Dinger fand ich schon als kleines Kind lustig, ich habe mich allerdings nie getraut, sie zu essen, dafür waren sie viel zu hübsch.

“I like your pen.” erklärte Adam und in der Tat, es ist mein Lieblingsstift. Er war eigentlich ein Werbegeschenk eines bekannten Automobilherstellers, deren Weihnachtsfeier ich einmal mit einer Freundin musikalisch untermalte. Wir hatten viel geübt und eigentlich mit Geld gerechnet. Stattdessen bekam jeder von uns eine Tüte mit Parkscheiben, vollautomatischer Leselampe und einer Warnweste. Aber das alles erklärte ich ihm nicht, es war schon spät und er bot mir von meinem Gin Tonic an.

Ein paar dutzend Treppenstufen brachten mich zurück, der Wind war kühl und die Straßenlaternen hell. Ich glaube, ich mache doch irgendwie das richtige.

» The Victorian English Gentlemens Club im Interview

29.09.2007 at 07:24 pm
Live
4

Hello, this is M.I.A.

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…could you please come get me? Powerfrau. Ausverkaufte Halle. Stage Invasion. Glitzerglitzer und Glowsticks. War wirklich nett, die Frau ist klasse. Mehr Fotos gibt’s hier.

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©

18.08.2007 at 06:37 pm
Live
0

Das c/o Pop aka. was von der Popkomm übrigblieb

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© c/o Pop

Schon wieder ein Veranstaltungstipp meinerseits. Aufgrund der Festivalsaison waren die letzten Wochen hier todlangweilig - die Bands waren entweder auf reiner Festival- oder Kleinstadttour (die Großstädte waren ja im Frühjahr schon bedient worden). Aber jetzt geht sie endlich wieder los, die Herbstsaison (vom Wetter her allemal)! Juchu!

Mittwoch, 15. August:
c/o-Pop-Eröffnung mit Battles und Apparat im Gloria (Gloria? Warum zum Teufel Gloria?). Alternativ Fehlfarben unplugged in der Festivalzentrale oder Folkklänge mit Devendra Banhart im Gebäude 9. Ganz nett, vielleicht guck ich mir Battles an.

Donnerstag, 16. August:
Uffie mit der Mediengruppe Telekommander und MIT im Gloria. Als ich Uffie vor ein paar Wochen live sah, war ich bitter enttäuscht. Langweilig, grau, unspektakulär, kurz und kommerziell - da war der kleine Franzose DJ Feadz echt noch das Amüsanteste der Show. Trotzdem, ich mag die Songs auf Platte und die Vorbands sind gut, deshalb geh ich nochmal hin.

Freitag, 17. August:
Melt! Klub (!) im Gloria. Wie kommen wir Kölner denn zu der Ehre? M.I.A. stellt ihr neues Album “Kala” vor und es supporten die Sick Girls aus Berlin. London calling, speak the slang now! Ich freu mich drauf.

Samstag, 18. August:
Quantitativ ziemlich anständig für unsere Verhältnisse, die Cereal Killers (aka. Sid LeRock vs Ada vs Jake Fairley) sind zu Gast im Westpolgewölbe und Electric Indigo im Subway. Ansonten massenweise weitere DJs in allen erdenklichen Locations. Kölner Samstagabend-Disse.

Sonntag, 19. August:
Intro Intim
Spezial im Gloria mit Peter Bjorn & John und Architecture in Helsinki. Wer die Bands entweder noch nicht gesehen hat oder besonders gern mag, sollte hingehen.

Ich habe ja die Hoffnung bald aufgegeben, jemanden von euch mal auf Konzerte in Köln locken zu können, aber ich musste meine “Ey, es ist endlich wieder was los!”-Euphorie unbedingt teilen!

14.08.2007 at 06:35 pm
Live
2

London Calling to the faraway towns

Dass Konzerte in Holland die besten sind wissen wir ja bereits und für alle, die sich seitdem dafür interessieren, was demnächst fernab in den wunderschönen Niederlanden so abgeht, hier mein ganz persönlicher Veranstaltungstipp:

londoncalling.jpg
© London Calling

Was: London Calling Festival, Edition #2 2007
Wann: 2. & 3. November 2007, ab 19 Uhr
Wo: Paradiso (Weteringschans 6-8), Amsterdam [NL]
Bisher bestätigt: The Rakes, New Young Pony Club, The Wombats, Prinzhorn Dance School, Blood Red Shoes, Does It Offend You, Yeah?, Assembly Now, DANANANANAYKROYD, Look See Proof, XX Teens & i!AMYOU. Und das Lineup ist noch lange nicht komplett. (Einfach regelmäßig Last.fm checken: hier und hier)

Ein Passepartout, sprich ein Ticket für beide Tage, kostet gerade einmal schlappe 30€ - und hier geht es nicht um ein mittelgroßes Indiebandkonzert, sondern den heißesten Scheiß von morgen in einer der schönsten Venues der Welt in den Niederlanden. Wer hinwill, sollte sein Ticket so schnell wie möglich bei Ticketmaster sichern, sieht nämlich so aus, als wäre es bald ausverkauft.

Mietet euch für dieses Wochenende bei euren Kifferfreunden im VW-Bus nach Amsterdam ein, lasst euch herchauffieren (wahlweise auch mit Bus, Bahn oder Flieger) und erlebt ein wunderschönes Festival mit tollen Bands.

Wenn in einem Jahr die Blood Red Shoes riesige Hallen füllen und die XX Teens das neues Gesprächsthema der Musikszene sind, könnt ihr das alles mit einem Lächeln abtun. “Ach, die hab ich doch alle schon damals beim London Calling gesehen!” Man sieht sich also in Amsterdam.

12.08.2007 at 06:50 pm
Live
10

Berlin Festival 2007 - Hippies vs. Hipsters

Das Berlin Festival war durch und durch chillig, voller umsonst-und-draußen-Flair, schöner Musik, VIP-Bier, Frühstück mit Cheeseburgern bei McDonalds und viel zu stickigen Clubs. Trotzdem, es war wunderschön, an jeder Ecke bekannte Berliner Menschen zu treffen und schließlich auch noch Marten und Stephi aus der angeblich neon-reinen Stadt Rostock.

berlinfestival01.jpg
Fotos: Anni

So sahen wir dann unter anderem Peter Bjorn and John (live ja leider recht unspannend), Tocotronic (nach wie vor genial, auch bei Tage), Datarock (rote Overalls und “The Time Of My Life”-Cover), The Presets (viel besser als beim Melt!), Uffie (auf Platte geil, live eine graue Maus und unglaublich unspektakulär) und schließlich Peaches (das nenn ich mal eine Powerfrau!).

Den besten, tollsten und großartigsten Artikel zum Berlin Festival und mein persönliches Lieblingsstück Journalismus fand man ganz klar am nächsten Morgen im Berliner Tagesspiegel:

New Rave, dieser Bastard aus Punk und Disco Music, verheißt eine Befreiung, die an den Punk erinnert – wobei sie sich nicht gegen das System richtet, sondern aus der Mitte der Maschine kommt. Ein riesiger Ball mit dem Logo eines Mobilfunkkonzerns stürzt wieder und wieder auf die Menge ein [...]: Es ist nicht auszumachen, ob hier der Kapitalismus alles überrollt oder ob bereits auf seinen Trümmern getanzt wird.

Von hier: Kolja Reichert - “Sinn ist sinnlos“ - wer’s nicht liest, ist selbst schuld. Ich jedenfalls fühlte mich in meiner bedrückenden Aftershow-Erkenntnis bestärkt…

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Die offizielle Aftershow (kostenlos mit Bändchen, 10€ ohne) fand im überheißen Tape statt, der wohl das neue Rio wird. Der Club erinnerte eher an eine Messehallen-Disco, zwei Floors, einmal Electro mit unter anderem DJ Mehdi von Ed Banger, einmal Indie von Karrera. Zugegeben, Karrera ist zu 90% langweilig und Mainstream, aber zwischen all den Hipsters in pinken Neonshirts wurde mir schließlich klar, was mir die gute alte Gitarrenmusik bedeutete. Der Rock’n'Roll, das waren noch Zeiten. Kleine Britrockbands in noch kleineren Clubs, einfach mal Rockmusik statt Synthesizern und Jungs in Jeans und Lederjacken.

Alles vorbei, mag man meinen und fühlt sich als Indiekid fast schon wieder super alternativ. Vergangene Dekaden kommen ja bekanntlich wieder, wenn auch in veränderter Form - das waren dann also die 60ies und 70ies. Jetzt sind wir beim 80ies-Revival in Form der Rave-Bewegung und das wird sicher noch eine Weile so weitergehen, bis es auch der Letzte kapiert hat - es gibt ja schließlich auch noch immer Leute, die gerade erst die Arctic Monkeys entdeckt haben.

Electro, Neon, Ravekids, das wird also die Zukunft, ob wir wollen oder nicht. Da waren Josie und ich uns einig, als wir gestern gegen 5 Uhr Nachmittags Käsebrot mit Dijonsenf frühstückten. Sie ist ab Herbst in Manchester, ich vielleicht in Berlin, so kanns gehen. Wie wird das 90ies-Revival wohl aussehen? Plastic Pop meets Hip Hop in Union-Jack-Plateauschuhen?

31.07.2007 at 07:23 pm
Live
4

Melt! 2007

melt2.jpg
Foto: Marc Seebode, meltfestival.de

Das Melt! war durch und durch heiß, im wahrsten Sinne des Wortes. Tagsüber gefühlte fünfzig Grad im Schatten und mindestens doppelt so viel im Zelt, nachts dafür eine wahnsinnige Atmosphäre mit Stahlgiganten, bunten Lichtern und toller Musik. (Ausführlicher Konzertbericht mit vielen Fotos folgt auf TheHeadhoops.org).

Jamie T brachte ultimatives Sommerfeeling, es wurde langsam Abend mit Kettcar, wir schauten Ladytron und verpassten die Hits, gingen ab zu Lady Sovereign im Coca-Cola-Zelt und ließen den Abend ausklingen mit dem einstündigen Set der Thermals.

Der nächste Tag begann chillig mit einer Abkühlung im See und dann irgendwann Virginia Jetzt! (”Wer hat noch nicht geschlafen? Wer hat gestern chemische Substanzen zu sich genommen? Und, achja, wer war der Idiot, der mich gestern bei DJ Koze angerempelt hat?”) und den liebenswürdigen Shout Out Louds. Wir schauten zum fünften Mal in meinem Leben die Rifles und wurden schließlich von einer Black Rebel Motorcycle Club Autogrammstunde abgelenkt, aßen Chinesische Nudeln zum Set der genialen Hot Chip, tanzten nonstop zu Goose, genossen Tocotronic (sehr atmosphärisch) und ließen uns schließlich von Black Rebel Motorcycle Club faszinieren. Die Horrors lieferten die wohl nervigste und gestellteste Show, Shitdisco sind beim zweiten Mal auch nicht das, was sie mal waren und die Presets heizten schließlich nochmal richtig ein, mehr oder weniger.

Hat sich sehr gelohnt, meine Souvenirs sind Sonnenbrand, das Bändchen, ein Pressepass, haufenweise Heftchen und Flyer, ein Wächter des Tages Schlüsselband und eine Handy-Anwendung + Hintergrundbild, die ich mir, konsumgeil wie ich bin, kostenlos per Bluetooth am T-Mobile-Stand runtergeladen hab.

Nächstes Jahr gerne wieder.

16.07.2007 at 05:30 pm
Live
19

3 Gründe, warum Konzerte in Holland die besten sind

londoncalling0206.jpg
Foto: TheHeadhoops.org

Meine These: Es ist eigentlich fast unwichtig, auf was für Konzerte man geht, Hauptsache man geht auf welche (Ausnahmen bestätigen die Regel). Freitag bin ich in Amsterdam beim 5 Days Off Festival (die Website ist übrigens nicht unansehnlich), einem Ableger vom London Calling (weniger schöne Website). Indoor, super Lineup und außerdem begründeterweise im mitunter besten Konzertland.

Anmerkung: Im Folgenden werde ich oft die Begriffe “Holland”, “Holländer” und “Holländisch” verwenden, korrekt wäre natürlich “Die Niederlande”, “Niederländer” und “Niederländisch”, da ich das gesamte Land meine. Holland klingt aber einfach besser.

1. Holländer haben einen besseren Musikgeschmack
Diese Aussage ist sicher so zutreffend wie “Alle Deutschen haben blonde Haare”, aber irgendeinen Grund muss es schließlich dafür geben, dass aufstrebende, meist Britische Bands auf ihrer Promotion-Tour auch jedes Mal einen kurzen Abstecher auf holländisches Terrain machen. Die Konzerte sind immer gut besucht und das Publikum ist überdurchschnittlich gutaussehend. Zufall? Wer nun immer noch ein Bild des jungen Rudi Carrell vor den Augen hat, lebt definitiv in der Steinzeit.

2. Das Paradiso
Paradiso ist der klangvolle Name des wohl besten Konzervenues Hollands Europas der Welt. Früher war es eine Kirche und dementsprechend pompös sind auch Eingang und Halle. Von Emporen hat man zweistöckig wie in einer alten Oper den perfekten Blick auf die Bühne, welche sich vor großen Kirchenfenstern befindet. Eine einmalige Atmosphäre, nur das Bier kostet 3 Euro. Zum Vergleich: Babyshambles und Tokio Hotel spielen im Paradiso. Da ist doch für jeden was dabei.

3. Der Ausländerbonus
Ausländer in Holland zu sein ist wundervoll (wenn man den Leuten nicht gerade auf die Nase bindet, dass man deutsch ist). Wenn ich nach London fahre, muss ich mich dort mit Englisch verständigen, die Leute merken zwar, dass ich Ausländer bin, aber ich spreche immerhin noch ihre Muttersprache. Anders in Holland. Da meine Holländischkenntnisse sich auf “Roken is dodelijk” (Rauchen ist tödlich) und “Vruchtbaarheid is geweldig” (Fruchtbarkeit ist toll) beschränken, bin ich auch dort aufs Englisch angewiesen, was ja bekanntlich auch für Holländer eine Fremdsprache ist. Fragen wie “Are you with the band?” sind an der Tagesordnung.
Tipp für alle, die es in nächster Zeit nicht ins Ausland schaffen: Einfach mal auf einem Konzert oder ähnlichem hierzulande auf Englisch nach einem Glas “tap water” für umsonst fragen. Der Erfolg ist verblüffend. Hätte man auf Deutsch gefragt, wäre die Antwort “Kostet eins fuffzich.” gewesen.

Wie man sieht, es gibt noch mehr Gründe nach Amsterdam zu fahren, außer zum Kiffen oder 15-Mushrooms nacheinander-einschmeißen. Ich persönlich habe - ungelogen - noch nie einen Coffeeshop von innen gesehen, dafür allerdings die VIP-Bar des Paradiso.
Fazit: Ohne Holland… wäre die Welt nur halb so schön, das musste mal gesagt werden. Ich bin gegen das Polkappenschmelzen und freu mich auf Freitag.

03.07.2007 at 12:33 am

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